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Chronik Burgenland
04/23/2021

Frostige Stimmung: Bauern bangen um ihre Obstkulturen

Bei Marillenernte werden Ausfälle von bis zu 95 Prozent befürchtet. Auch blühende Apfelbäume haben durch den Frost gelitten.

von Claudia Koglbauer-Schöll

Die Ausbeute bei der Marillenernte war schon im Vorjahr – gelinde gesagt – sehr überschaubar. Und auch heuer sieht es nicht besonders rosig aus, was die zu erwartende Ernte anbelangt.

Der Frost in den Nächten der vergangenen zwei Wochen hat den Blüten ordentlich zugesetzt. Betroffen sind vor allem das Mittel- und das Südburgenland, Schäden gibt es aber auch im Landesnorden.

3 Millionen Euro Schaden

Günther Kurz von der Hagelversicherung Burgenland rechnet nach den vorläufigen Erhebungen von Frostschäden in der Höhe von etwa drei Millionen Euro für das Burgenland. „Vor allem beim Steinobst, wie Marille, Kirsche und Zwetschge sind sehr hohe Ausfälle zu erwarten“, sagt Kurz im KURIER-Gespräch. Bei den Apfel- und Birnenkulturen ließe sich der zu erwartende Schaden noch gar nicht beziffern.

Für die Kittseer Marille etwa werden Ernteausfälle bis zu 95 Prozent befürchtet, sagt Vera Leeb. Sie und ihr Mann bewirtschaften in Kittsee (Bez. Neusiedl/See) zehn Hektar Apfelplantagen und einen halben Hektar Marillen-Kulturen auf Spindeln.

„Bei den Äpfeln wird es wahrscheinlich keine Einbußen geben, bei den Marillen sieht es hingegen nicht gut aus.“ Ältere Marillenbäume, die hoch gewachsen sind, seien von den tiefen Temperaturen aber weniger in Mitleidenschaft gezogen worden, als Spindelkulturen.

Marillen auf 13 Hektar

Von einem „ordentlichen Blütenschaden“ spricht auch Andreas Pregartner, Prokurist und Betriebsleiter der Firma Fairfruit GmbH in Siegendorf (Bezirk Eisenstadt-Umgebung). Auf 13 Hektar baut das Unternehmen Marillen an, die Früchte werden exklusiv an eine bundesweite Lebensmittelkette geliefert. Wie hoch der Ausfall sein werde, könne man noch nicht sagen, einige Blüten seien unbeschadet geblieben. „Wir hoffen jetzt, dass sich viele Früchte bilden“, sagt Pregartner.

Frostberegnung und Kerzen

Als Schutz vor den eisigen Temperaturen habe man bereits diverse Schutzmaßnahmen für die Obstkulturen in Erwägung gezogen. Eine Frostberegnung, wie sie etwa im Seewinkel durchgeführt werde, sei aber aufgrund der knappen Wasserkapazitäten in der Siegendorfer-Puszta nicht realisierbar. Dem Frost mittels Paraffin-Kerzen in den Plantagen „einzuheizen“, schlüge mit geschätzten Kosten von 3.000 Euro pro Hektar und Nacht zu Buche und sei zu kostspielig.

Die Hagelversicherung schätzt, dass es österreichweit im Obstbau rund 35 Mio. Euro Schaden gibt - der meiste davon in der Steiermark mit rund 23 Millionen Euro.

Auch wenn das Hoch „Renate“ vor der Tür steht, müssen die Bauern weiterhin zittern: Die Gefahr für Frost besteht laut Experten bis zu den Eisheiligen Mitte Mai.

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