Warum Feuerwehr-Fahrzeuge immer teurer werden
2025 investierte die Feuerwehr Limbach 60.000 Euro und 6.000 Arbeitsstunden in ein gebrauchtes Schweres Rüstfahrzeug, der Neuanschaffungspreis liegt bei rund 800.000 Euro.
Ein neues Feuerwehrfahrzeug ist für Gemeinden keine normale Anschaffung, sondern eine Investition in Zukunft und Sicherheit. Eine enorm teure Investition. Wer heute ein wasserführendes Löschfahrzeug neu anschafft, muss laut Landesfeuerwehrverband mit Kosten zwischen 500.000 und 630.000 Euro inklusive Mehrwertsteuer rechnen. Für kleinere Gemeinden sind das Summen, die ohne Förderungen kaum zu stemmen sind.
Wie wichtig burgenländische Feuerwehren sind, zeigen folgende Zahlen: In den ersten fünf Monaten des Jahres rückten sie zu 908 Brandalarmen und 4.131 technischen Einsätzen aus. Dafür stehen 979 Einsatzfahrzeuge zur Verfügung, darunter 208 Tanklösch-, 68 Rüstlösch- und fünf Universallöschfahrzeuge. Ein Teil des Fuhrparks ist bereits in die Jahre gekommen.
Bundesweites Thema
Die Teuerung ist kein rein burgenländisches Phänomen. Der Österreichische Bundesfeuerwehrverband hatte im März zu einem Fahrzeuggipfel geladen. Bei einem klassischen Löschfahrzeug im 18-Tonnen-Bereich bezifferte der Verband die Mehrkosten auf 100.000 bis 150.000 Euro. Das entspricht bis zu 30 Prozent innerhalb von zwei bis drei Jahren.
Die Ursachen liegen auf mehreren Ebenen. Teurer geworden sind zunächst die Fahrgestelle, also die Basisfahrzeuge, auf denen die Aufbauten entstehen.
Hinzu kommen höhere Kosten für Technik, Material und Verarbeitung. Moderne Einsatzfahrzeuge sind Spezialgeräte auf Rädern: Pumpen, Beleuchtung, Atemschutz, hydraulisches Rettungsgerät, Funk- und Sicherheitstechnik müssen zuverlässig funktionieren. Dazu kommen neue Normen und sicherheitsbedingte Anforderungen. Auch Sonderwünsche und unterschiedliche Ausstattungsvarianten erhöhen die Preise.
Feuerwehren reagieren
Einsatzfahrzeuge müssen zur örtlichen Gefahrenlage passen. Eine Feuerwehr an einer stark befahrenen Straße wie der S7 mit Tunnel braucht anderes Gerät als eine Ortsteilfeuerwehr. Deshalb rücken Sammelbestellungen und einheitlichere Fahrzeugtypen in den Fokus. In NÖ wurden laut Bundesfeuerwehrverband bei gemeinsamen Bestellungen bereits Einsparungen erzielt. Auch das burgenländische Landesfeuerwehrkommando will stärker auf Sammelbestellungen setzen. Darin sehe man „erhebliches Einsparungspotenzial“, sagt Pressesprecher Günter Prünner.
Ein zweiter Ansatz ist die längere Nutzung bestehender Fahrzeuge. „Als weitere Möglichkeit, Kosten zu sparen, werden Fahrzeuge und Geräte, sofern die Einsatzfähigkeit gewährleistet ist, länger genutzt oder aber einer Generalüberholung unterzogen, um die Lebensdauer zu erhöhen“, führt Prünner aus.
Das entlastet Gemeindebudgets kurzfristig. Gerade bei sicherheitsrelevanter Ausstattung lassen sich Ersatzanschaffungen aber nicht beliebig aufschieben.
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