Chronik | Burgenland
30.04.2017

Ex-Landesrat Rezar übt Kritik an "System Niessl"

Krages-Entlassungen als Anlass

In der Causa rund um die Entlassungen bei der Burgenländischen Krankenanstalten-Gesellschaft m.b.H. (KRAGES) gibt es SPÖ-interne Kritik: Landtagsabgeordneter Peter Rezar, bis 2015 Gesundheitslandesrat und damit Vorgänger von Norbert Darabos, bezeichnete die Vorgangsweise laut dem südburgenländischen Gratismagazin Prima als „sehr beschämend“.

„So geht man einfach nicht mit Mitarbeitern um. Außerdem erzeugt das Ganze in der Öffentlichkeit ein fürchterliches Bild“. Rezar sprach demnach von einem Ausdruck des „Systems Niessls: Wer anderer Meinung ist, fliegt. Diese Vorgehensweise erinnert fast schon an Nordkorea“.

SPÖ-Landesgeschäftsführer Christian Dax konterte via KURIER, Rezar suche offenbar "nach Aufmerksamkeit". Das sei ein "persönlicher Kampf gegen den Landeshauptmann, der schadet aber der ganzen SPÖ", meinte der Parteimanager. Außerdem wundere er sich über den Vergleich, denn demnach hätte Rezar das angebliche System Niessl 15 Jahre lang mitgetragen. Konsequenzen werde es im übrigen keine geben - Rezar ist Mitglied im SPÖ-Klub. Dax: "Das ist seine persönliche Meinung" und dabei belasse man es.

Anfang April war KRAGES-Geschäftsführer Rene Schnedl von seiner Position vorzeitig abberufen worden. Er soll laut Gesundheitslandesrat Norbert Darabos ( SPÖ) u.a. Unterlagen nicht herausgeben, Verträge zum Nachteil der Gesellschaft verändert und sich selbst Boni ausbezahlt haben. Es habe weiters „Ungereimtheiten“ bezüglich Krankenstandszeiten und Urlaubsabrechnungen gegeben. Die Verfehlungen seien im Zuge einer Prüfung der KRAGES im Zuge ihrer Eingliederung in die Landesholding Burgenland zutage getreten. Die Landesregierung entschloss sich auch, in der Causa den Bundesrechnungshof einzuschalten. Entlassen wurde auch der Leiter der KRAGES-Rechtsabteilung, Yalcin Duran. Beide wollen gerichtlich dagegen vorgehen.