Chronik | Burgenland
12.09.2017

Ex-Krages-Jurist wegen "falscher Beweisaussage" vor Gericht

Prozessreigen. Ex-Krages-Chef Schnedl gewinnt Klage wegen Besitzstörung

In die Affäre um die fristlose Entlassung von Ex-Krages-Geschäftsführer René Schnedl kommt wieder Bewegung: Ein Prozess wurde mittlerweile rechtskräftig beendet, dafür steht ein gänzlich neuer ins Haus.

Wie berichtet, waren Schnedl und der frühere Jurist der landeseigenen Krankenanstaltengesellschaft am 3. April fristlos entlassen worden. Schnedl wurden Verfehlungen vorgeworfen (u.a. Selbstauszahlung von Boni), der Jurist war "aus wichtigem Grund" geschasst worden. Beide haben dagegen geklagt, der Prozess vor dem Arbeits- und Sozialgericht Wiener Neustadt läuft noch.

Rechtskräftig beendet ist der zweite Prozess von Schnedl gegen zwei Abgesandte des Landes, die ihm damals das Entlassungsschreiben an die Heimatadresse in Gloggnitz in NÖ überbracht hatten – allzu zudringlich, wie Schnedl empfand und eine Besitzstörungsklage einbrachte, die Mitte Juli zu seinen Gunsten entschieden wurde. Da die beklagten Abgesandten dagegen doch nicht berufen haben, ist das Urteil seit 6. September "rechtskräftig", bestätigte am Montag Birgit Borns, Sprecherin des Landesgerichts Wiener Neustadt.

Jurist vor Gericht

Für den ehemaligen Krages-Juristen hat diese Besitzstörungsklage ein Nachspiel vor Gericht: Er hatte beim Prozess als Zeuge ausgesagt. Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt hat gegen den Juristen "einen Strafantrag wegen falscher Beweisaussage und Verleumdung" eingebracht, sagte Sprecher Erich Habitzl zum KURIER. Schon am 2. Juni, also lange vor Abschluss der Besitzstörungsklage. Strafrahmen im Falle einer Verurteilung: bis drei Jahre. Die Hauptverhandlung findet am 4. Dezember in Wiener Neustadt statt. "Ich wundere mich", so die Anwältin des Juristen, Gerda Mahler-Hutter.