Die österreichischen Industriebetriebe blicken zuversichtlich voran. Zwei von fünf wollen neue Mitarbeiter einstellen.

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Chronik Burgenland
10/04/2021

Ein Weg (zurück) in die Arbeitswelt

In Neutal wird versucht, Kursteilnehmer für diverse Jobs zu qualifizieren.

von Claudia Koglbauer-Schöll

Beim Bauen elektrischer, pneumatischer und hydraulischer Steuerungen blüht Michaela Maier auf. „Auch die Kombination aus Metall und Elektrotechnik fasziniert mich immer wieder aufs Neue“, sagt die 43-Jährige. Im Juli hat die gebürtige Tirolerin im Burgenländischen Schulungszentrum (BUZ) Neutal (Bezirk Oberpullendorf) im zweiten Bildungsweg ihre Ausbildung zur Anlagen- und Betriebselektrikerin absolviert. Als „Draufgabe“ macht sie jetzt noch eine Zusatzschulung zur CNC-Technikerin.

Die Jobzusage hat sie seit ihrem Praktikum bei einer burgenländischen Firma längst in der Tasche. „Ich hab sogar Jobangebote aus dem Westen Österreichs erhalten“, sagt Maier zum KURIER. Ihren Beruf in der Gastronomie hat sie an den Nagel gehängt. Nicht nur die geregelten Arbeitszeiten und der höhere Verdienst in der Technikbranche hätten sie überzeugt: „Schon als Jugendliche wollte ich im technischen Bereich arbeiten, aber das war damals fast unmöglich.“

Rat für Quereinsteiger

Demnächst wird sie am „Ziel ihrer Träume“ angekommen sein. Die Ausbildungszeit sei zwar manchmal anstrengend gewesen, sagt die zweifache Mutter, die nebenbei auch eine Landwirtschaft betreibt, „aber es hat sich gelohnt. Es muss sich niemand vor einem Quereinstieg scheuen“.

Michaela Maier ist eine von insgesamt 280 Personen, die derzeit im BUZ eine Ausbildung machen. 15 Jahre ist der jüngste Teilnehmer, 59 Jahre der älteste. Die Nachfrage nach den angebotenen (Aus-)Bildungsmöglichkeiten ist groß.

Hauptaugenmerk werde im BUZ auf vier Bereiche, nämlich den Metall- , den Elektro- und den IT-Bereich mit PC-Schulungen sowie die Ausbildung bzw. Anlehre Jugendlicher gelegt, sagt Geschäftsführer Christian Vlasich.

Facharbeit und Anlehre

Der Bedarf der Unternehmen an Fachkräften sei groß. Vor allem im Bau- und Baunebengewerbe werden ausgebildete Arbeitskräfte dringend gesucht. Die 86 Mitarbeiter der Einrichtung versuchen, die Teilnehmer mit den nötigen Qualifikationen „fit für den Arbeitsmarkt zu machen“. Doch nicht immer funktioniert die Ausbildung so reibungslos wie bei Michaela Maier. Immer öfter gebe es verschiedene „Vermittlungshemmnisse“, die eine (Re-)Integration in die Berufswelt erschweren würden. Vor allem bei Jugendlichen seien häufiger psychische Probleme zu bemerken, um die sich die speziell geschulten Betreuer und Sozialarbeiter kümmern. Die Corona-Krise und die damit einhergehende Isolation habe Depressionen und Ängste verstärkt, so Vlasich. „Manche sind in ein Loch gefallen. Wir versuchen sie zu unterstützen und zu stabilisieren.“

Erwin Krizmanits, Trainer im BUZ, hat in den vergangenen drei Jahren rund 60 Teilnehmer ausgebildet. Oft sind es Jugendliche, die eine „Anlehre“ machen und besondere Bedürfnisse bei der Ausbildung haben. Einer seiner Kursteilnehmer ist ein junger Mann, der Analphabet ist. Er lernt nun, mithilfe einer Sprachausgabe am Computer, für den Führerschein.

Immer wieder tragen die Bemühungen der Trainer Früchte: Eine 35-Jährige, die krankheitsbedingt seit 20 Jahren nicht arbeiten konnte, hat jetzt einen Arbeitsplatz gefunden, berichtet Krizmanits.

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