Chronik | Burgenland
25.10.2018

"Die Welle": Keine Konsequenzen für Schüler

Nachdem Schüler der NMS Zurndorf das Buch "Die Welle" zu wörtlich nahmen, gab es Ermittlungen wegen Wiederbetätigung.

Schüler einer 4. Klasse hatten den Film über ein aus dem Ruder gelaufenes Experiment an einer US-Highschool rund um das NS-Regime nach der Vorführung in den Pausen nachgespielt. Während im Gymnastikraum manche Schüler SS-Offiziere  mimten, mussten andere die Rolle der Juden übernehmen. Ein knapp 15-Jähriger spielte den „Führer“ mit eigenem Gruß.

Nachdem eine Lehrerin die Polizei einschaltete, ermittelte sogar der Verfassungsschutz, die Staatsanwaltschaft Eisenstadt eröffnete ein halbes Dutzend strafmündige Schüler ein Ermittlungsverfahren wegen NS-Wiederbetätigung nach dem Verbotsgesetz.

Nun die gute Nachricht für die Eltern: Das Verfahren gegen die Schüler wird eingestellt, erfuhr der KURIER von dem Anwalt eines Burschen, Andreas Schweitzer.

In dem Buch "Die Welle" geht um das Experiment eines Lehrers in einer US-Highschool im Jahr 1967, das blinden Gehorsam gegenüber einem totalitären System aufzeigen soll, aber aus dem Ruder läuft.In der burgenländischen Klasse wurde „Die Welle“ selbstständig gelesen und bearbeitet, wie die Deutschprofessorin später festhielt.

 

Einige 13- und 14-jährige Schüler nahmen das Buch jedoch zu wörtlich und spielten „Die Welle“ in den Pausen nach. Im Gymnastikraum schlüpften manche in die Rolle von SS-Männern, während andere die Rolle der Juden übernahmen. Letztere wurden als „Drecksjuden“ beschimpft, umhergeschubst und in einem Lagerraum für  Turngeräte „eingesperrt“.

Jener Bursch der sich als "Führer" ausgab kreierte sogar einen eigenen Gruß: Ein Mitschüler sagte später aus, man habe sich auf den Kopf klatschen und mit erhobener rechter Hand „Heil Lenni“ (Name geändert, Anm. der Redaktion) sagen müssen.