Die Tiere machen sich am Stadtrand breit. Im Bild ein Wildschwein in Berlin.

© APA/dpa/Gregor Fischer

08/20/2021

Invasion der Wildschweine in der Stadt und am Land

Die anpassungsfähigen Tiere vermehren sich in Stadt und Land. Der Anstieg führt zu immer mehr Konflikten mit Gartenbesitzern und Landwirten

von Roland Pittner

Sie sind schlau, rotten sich gerne zusammen und können großen Schaden anrichten. Die Wildschweine sind in ganz Österreich auf dem Vormarsch und meist in der Nacht unterwegs. In Eisenstadt musste vor Kurzem der Schlosspark eingezäunt werden, um die Schwarzkittel fernzuhalten. Auch in Wien lassen sich die Borstentiere immer öfter im Stadtgebiet blicken und plündern bei der Futtersuche Mülltonnen oder graben ganze Gärten um. Im urbanen Bereich haben die Wildschweine nur wenig zu befürchten: Eine Bejagung ist hier kaum möglich, weil zu gefährlich. In Wien half man sich bereits mit Lebendfallen, um die Tiere aus dem Stadtgebiet zu bringen.

Auf den Feldern und im Wald geht es den Tieren an die Borsten – hier versuchen die Jäger, sie durch Reduktion im Zaum zu halten. Im Spätsommer liegen vor allem Maisfelder im Fokus des Schwarzwilds. Eine Rotte kann in einer einzigen Nacht zig Quadratmeter Mais zerstören.

Schäden im Mais

Im Burgenland hat man in den Maisanbaugebieten heuer schon massive Schäden zu beklagen. Die Bauern helfen sich mit Elektrozäunen, um die Wildschweine von den Feldern fernzuhalten. „Wir können nur bei Mondlicht sitzen und hoffen, dass wir einige erwischen“, sagt Reinhard Knaus, Bezirksjägermeister von Jennersdorf im Südburgenland. Doch die intelligenten Tiere seien keine leichte Beute.

Deshalb setzen einige Länder auf moderne Technik, um der Wildschweine Herr zu werden. In Nieder- und Oberösterreich ist der Einsatz von Nachtsicht-Technik für die Schwarzwildjagd erlaubt. Auch Wien ermöglicht die technischen Hilfsmittel, sofern das Jagdschutzorgan einen Kurs absolviert. So sind die Jäger nicht mehr auf das Mondlicht angewiesen.

Konkrete Zahlen über den aktuellen Schwarzwildbestand gibt es nicht. Nach KURIER-Recherchen bei den Jagdverbänden werden heuer vermehrt Wildschweine in den Revieren gesichtet. „Die Hauptjagdzeit bei den Treib- und Drückjagden kommt erst im Herbst; es scheinen aber viele Schweine unterwegs zu sein“, erklärt Sylvia Scherhaufer, Generalsekretärin des nö. Landesjagdverbandes.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.