© Sabine Hauswirth

Chronik Burgenland
01/03/2022

Das Comeback der Fastenzeit

Das Kurhaus Marienkron fand in seiner jährlichen Umfrage heraus, dass 46 Prozent der österreichischen Bevölkerung 2022 fasten wollen.

von Paul Haider

Es ist einer der beliebtesten Neujahrsvorsätze: Heuer einmal fasten. Religiöse Beweggründe können dabei eine Rolle spielen, mehr noch aber die Hoffnung auf positive gesundheitliche Effekte.

Das Zentrum für Darm und Gesundheit vom Kurhaus Marienkron in Mönchhof hat sich die Motive für den bewussten Verzicht genauer angeschaut und legt seine mittlerweile dritte Fastenumfrage vor. 501 Personen wurden repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ausgewählt und im Dezember 2021 befragt.

Die erste und wohl wichtigste Erkenntnis aus der Umfrage: Die Fastenfreude der Österreicher steigt. 46 Prozent der Befragten gaben an, 2022 Fastentage oder -kuren einzuplanen. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 41 Prozent.

Vorsatz und Umsetzung

Tatsächlich in die Tat umgesetzt und eine Fastenkur durchgezogen haben im Vorjahr rund 30 Prozent der österreichischen Bevölkerung. Die Mehrheit hat einzelne Tage des Verzichts eingehalten, zwölf Prozent haben sich für eine mehrtägige Kur entschieden.

Die mit Abstand beliebteste und bekannteste Fastenkur in Österreich ist nach wie vor das Intervallfasten. 37 Prozent der Befragten geben an, es schon einmal ausprobiert zu haben. Die 16:8 Variante – 16 Stunden am Tag wird gefastet, danach acht Stunden normal gegessen – ist die am öftesten gewählte Methode.

Andere Spielarten des bewussten Verzichts wie das Heilfasten, Suppen-, Saft-, oder Teefasten werden immer bekannter und häufiger angewandt. Aber: „Nicht jede Fastenart ist für jeden Menschen gleich gut geeignet. Manchmal ist Fasten auch gänzlich ungeeignet“, weiß Ulrike Göschl, medizinische Leiterin im Kurhaus Marienkron. Sie betrachtet das Fasten als Teil einer ganzheitlichen Therapie, die gemeinsam mit einem Arzt oder einer Ärztin festgelegt werden sollte.

Als häufigstes Motiv für das Fasten wurde in der Umfrage der Wunsch nach Gewichtsverlust genannt (54 Prozent), gefolgt von Reinigung des Körpers von Schadstoffen (45%), einer positiven Wirkung auf den Stoffwechsel (32%) und die Darmflora (26%). Überraschend: Nur zwölf Prozent gaben an, dass die Fastenzeit für sie eine Tradition sei.

Das größte Interesse am Fasten zeigt die Gruppe der 40- bis 59-Jährigen, aber auch in der Altersschicht 30 bis 39 steigt die Nachfrage, wie Ulrike Göschl berichtet: „Was sich in der Umfrage zeigt, erleben wir auch in unserem Kurhaus. Medizinische Beratung und Unterstützung bei der Fastenkur sind derzeit vor allem für Menschen ab ihren 30ern interessant.“ Fastenmuffel gebe es andererseits in allen Altersgruppen. Immerhin 20 Prozent jener, für die eine Fastenzeit nicht infrage kommt, könnten sich aber dazu überreden lassen, wenn sie nicht auf den Genuss verzichten müssten. „Das Thema Genuss kann ein Gamechanger sein. Menschen, die durch die Reduktion auf das Wesentliche Geschmack neu entdecken, werden eine Fastenkur genussvoller und sinnstiftender erleben“, erklärt Elke Müller, Leiterin des Mönchhofer Kurhauses. In Marienkron wurde daher das Konzept „Fasten mit Genuss“ entwickelt.

Corona ändert Speiseplan

Bemerkenswertes Detail der Fastenumfrage 2022: Sechs von zehn der Befragten gaben an, dass sich ihre Essgewohnheiten seit Beginn der Corona-Pandemie geändert hätten. Die Reduktion von Zucker- und Fleischkonsum wurde dabei am öftesten genannt.

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