"Hopsi" sollte den Kindern Geld bringen. Jetzt ist es weg

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Chronik Burgenland
08/06/2020

Nicht alle "Hopsi"-Einlagen gesichert: Blümel war zu voreilig

Finanzminister weckte falsche Erwartungen - die Einlagensicherung bremst die Euphorie.

von Patrick Wammerl

„Die Spareinlagen der Kinder sind gesichert.“ Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) hat jungen Kunden der Commerzialbank am Mittwoch Hoffnung gemacht. Einen Tag später sah die Sache anders aus. Wie der KURIER bereits am Dienstag berichtet hat, schauen einige minderjährige Kunden einer ganz bestimmten Sparform durch die Finger.

Ehefrau von Martin Pucher schenkte das Sparbuch

Darunter auch ein zehnjähriger Volksschüler aus NÖ, der das „Hopsi“-Kindersparbuch im März 2011 von der Ehefrau des Bankenchefs Martin Pucher im Zuge einer wohltätigen Aktion geschenkt bekam. Der Bub hatte eine lebensbedrohlichen Darmerkrankung und musste im SMZ-Ost notoperiert werden. Als das Kind den Eingriff überlebte, schenkte Puchers Ehefrau aus Freude darüber, dem Kleinen das Sparbuch mit einer Einlage von 500 Euro. Es wurde auf die Eltern legitimiert, die fortan die Sparbüchse in regelmäßigen Abständen nach Mattersburg brachten und das Geld einzahlten. „Zu allen möglichen Anlässen zahlte die Familie für unseren Sohn ein“, erklärt der Vater. Knapp 15.000 Euro sind bis heute zusammen gekommen.

Absage der Einlagensicherung

Doch das Geld ist futsch. Am Donnerstag erteilte die Einlagensicherung der Familie eine klare Absage. Obwohl der Name des Kindes sogar in das Sparbuch gedruckt ist, „ist rein rechtlich das Guthaben den Eltern zuzuordnen“, erklärt Stefan Tacke von der Einlagensicherung. Nachdem beide Elternteile für ihre gesamten Firmen-, Privat- und Spareinlagen bei der Commerzialbank bereits mit dem Höchstbetrag entschädigt wurden, fällt das Kind um das Ersparte um.

Komplexe Sachlage

Blümels Aussage, dass alle Spareinlagen der Kinder gesichert sind, trifft daher nicht auf alle Opfer zu. Auch Tacke muss die Euphorie bremsen: „Die Sachlage gestaltet sich komplexer.“

Wie ein Sprecher des Finanzministers erklärt, könnte man für die Entschädigung nicht das Gesetz biegen. Aus dem Mund von Blümel hat das am Mittwoch noch anders geklungen. Er hat die Vertreter der Einlagensicherung um „größtmögliche Kulanz“ gebeten, wenn es im Einzelfall um komplexere Abwägungen geht.“

Zumindest der überwiegende Teil der minderjährigen Kunden dürfte im Finanzskandal nicht hängen gelassen werden. Laut Tacke wurden bis Donnerstag bereits 230 minderjährige Sparer der Commerzialbank Mattersburg mit insgesamt 4,6 Millionen Euro aus der Einlagensicherung entschädigt.

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