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Chronik Burgenland
07/08/2020

Burgenlands Bauern vor Bio-Kraftakt

Land will 50 Prozent der Flächen biologisch bewirtschaftet sehen. Und das schon bis zum Jahr 2027.

von Roland Pittner

Das Burgenland soll Bio-Vorzeigeland werden, lautete die Marschrichtung von SPÖ-Landeshauptmann Hans Peter Doskozil 2018. Keine konventionellen Stallbauten mehr und Unterstützung vom Land für Biobetriebe waren die Devise.

Am Mittwoch präsentierte Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf mit Experten des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) eine Machbarkeitsstudie für 50 Prozent Bio-Flächen bis 2027.

„Die Studie belegt nicht nur die Machbarkeit unseres Programms. Sie zeigt auch den wichtigen Beitrag, den diese Umstellung für die Verringerung von Treibhausgas- und Nitratemissionen, den Pestizideinsatz sowie für die Verbesserung von Biodiversität, Ernährung und Gesundheit leistet“, sagt Eisenkopf.

Um von aktuell rund 36 Prozent auf die 50 Prozent der Fläche zu kommen, müsste die Anzahl der Betriebe, die bio werden, konstant wie in den vergangenen Jahren bleiben. Derzeit zahle sich für die Biobauern die Landwirtschaft mehr aus als für konventionelle Betriebe, wie die Studie belegt.

Preisschwankungen am Biomarkt

Trotzdem unterliege auch der Biomarkt starken Preisschwankungen. „Im Vergleich zu 2017 können die Preise um bis zu 30 Prozent sinken“, halten die Studienautoren fest. Grund ist eine große Umstellungswelle 2017/2018, da dies die letzte Möglichkeit für die Landwirte war, ins ÖPUL-Förderprogramm für Biologische Wirtschaftsweise einzusteigen.

Franz Traudtner, Biobauer und Obmann von Bio Austria Burgenland, sieht deshalb im Moment keine große Umstellungswelle auf das Burgenland zukommen: „Aufgrund der fehlenden ÖPUL-Förderbedingungen, der Unsicherheit über zukünftige Förderungen und der angespannten Marktsituation ist eine Umstellung momentan sehr herausfordernd.“

Um die Biowende zu schaffen, brauche es laut Studie flankierende Maßnahmen zur Entwicklung des Bio-Marktes sowie im Bereich Beratung und Bildung. Auch die Vermarktungsschienen und die Verarbeitungsbetriebe müssten ausgebaut werden, hier gebe es im Burgenland ein Defizit.

2024: 100 Prozent im landesnahen Bereich

Das Land hat etwa bei den Krages-Spitälern rund 28 Prozent der Lebensmittel auf biologische umgestellt, im Reduce Gesundheitsressort seien es 20 Prozent und in der Sonnentherme 22 Prozent. 2024 soll der Anteil im landesnahen Bereich bei 100 Prozent liegen, ebenso in Kindergärten und Landesschulen. Auch eine klare Bio-Kennzeichnung in der Gastronomie wäre hilfreich.

Laut der Studie könne durch die Erhöhung des Bio-Flächenanteils für die gesamte Landwirtschaft von Rückgängen bei Treibhausgasemissionen (-6 Prozent), bei Nitratemissionen ins Grundwasser (-5 Prozent) und bei der Anwendung von Pestiziden auf zusätzlich 28.200 Hektar ausgegangen werden.

Ob die Ziele erreicht werden, müssen die Bauern entscheiden. „Es reicht nicht nur, ein Kreuzerl bei Bio am Antrag zu machen, es ist eine ganz andere Herangehensweise“, weiß Traudtner.

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