Wo im Burgenland der Verkehr abnimmt – und wo er steigt
Neue Verkehrszahlen für das Burgenland: Auf acht von 14 Zählstellen sank der Pkw-Verkehr. Auf der A6 nahm der Lkw-Verkehr dagegen um 14,4 Prozent zu.
Auf mehreren Autobahnen und Schnellstraßen im Burgenland ist der Verkehr im ersten Halbjahr 2026 zurückgegangen. Das zeigt eine Analyse des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) auf Basis von Daten der Asfinag. Beim Pkw-Verkehr wurde an acht von 14 Zählstellen ein Rückgang verzeichnet, beim Schwerverkehr an zehn von 16.
Die Verkehrsbelastung bleibt nach Einschätzung des VCÖ dennoch hoch. Die infolge des Irankriegs gestiegenen Spritpreise hätten allgemein verkehrsdämpfend gewirkt, heißt es von der Mobilitätsorganisation.
A4 bei Bruckneudorf an der Spitze
Der am stärksten befahrene Straßenabschnitt im Burgenland war im ersten Halbjahr die A4 bei Bruckneudorf. Dort wurden 11,6 Millionen Kfz gezählt, 2,5 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Zehn Millionen davon waren Pkw, deren Zahl um 3,4 Prozent zurückging. Der Lkw-Verkehr stieg hingegen um 3,7 Prozent auf 1,6 Millionen Fahrzeuge.
Auch bei Parndorf und Zurndorf ging der Verkehr auf der A4 zurück. Bei Parndorf wurden insgesamt 8,3 Millionen Kfz gezählt, ein Minus von 4,2 Prozent. Bei Zurndorf waren es 6,2 Millionen und damit vier Prozent weniger.
Ein anderes Bild zeigt sich auf der A3 bei Großhöflein. Dort nahm der Pkw-Verkehr um 2,7 Prozent auf 6,4 Millionen Fahrzeuge zu, während die Zahl der Lkw um 3,4 Prozent sank.
Deutlich mehr Lkw auf der A6
Auf der A6 bei Potzneusiedl stiegen sowohl Pkw- als auch Lkw-Verkehr. Insgesamt wurden 4,5 Millionen Kfz gezählt, 3,7 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2025. Besonders deutlich fiel der Zuwachs beim Schwerverkehr aus: Die Zahl der Lkw erhöhte sich um 14,4 Prozent auf 0,6 Millionen.
Auch auf der S31 bei Eisenstadt nahm die Verkehrsbelastung zu. Insgesamt wurden dort 3,9 Millionen Kfz gezählt, ein Plus von 5,9 Prozent. Der Pkw-Verkehr stieg um 5,8 Prozent, der Lkw-Verkehr um 8,3 Prozent.
Bei Mattersburg ging der Verkehr auf der S31 hingegen zurück. Die Zahl der Kfz sank um 1,7 Prozent auf 2,9 Millionen. Beim Lkw-Verkehr wurde ein Minus von 10,2 Prozent verzeichnet.
VCÖ fordert Mobilitätsmanagement
Der VCÖ spricht sich angesichts der Verkehrsbelastung für mehr Mobilitätsmanagement bei Unternehmen und Freizeitzielen aus. „Zu viel Auto- und Lkw-Verkehr mag niemand. Weder die Anrainerinnen und Anrainer wegen Abgase und Lärm, noch die Autofahrerinnen und Autofahrer wegen der Staus“, sagt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.
Nach Angaben des VCÖ fahren derzeit im Schnitt 100 Personen in 88 Autos. Fahrgemeinschaften, der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel, Öffi-Jobtickets, Jobräder, flexiblere Arbeitszeiten und Home-Office werden von der Organisation als Möglichkeiten genannt, den Verkehr zu reduzieren.
Beim Güterverkehr fordert der VCÖ EU-weite Maßnahmen zur Verringerung des Lkw-Transits und eine stärkere Nutzung betrieblicher Gleisanschlüsse. Die ab 2027 geplante Lkw-Maut auf einzelnen Freilandstraßen im Burgenland bezeichnet die Organisation als wichtigen Schritt.
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