© Roland Pittner/Kurier

Reportage
04/19/2021

Burgenland sperrt auf: "Befürchte, dass Neuinfektionen wieder steigen werden"

Das Burgenland beendet heute den Corona-Lockdown. Der KURIER hat sich umgesehen, wie viel in den Einkaufszentren, Baumärkten und Co. los ist.

von Laura Schrettl, Claudia Koglbauer-Schöll, Thomas Orovits, Roland Pittner

Die Mattersburgerin Ingrid Putzker nutzt die Öffnung des Handels am Montagvormittag. Sie ist gemeinsam mit ihrer Schwester unterwegs. "Wir haben in der Familie einen Trauerfall. Da habe ich jetzt eine kleine Laterne für die Gedenkkerze gekauft."

Frau Putzker würde sich nicht nur eine bundesweit einheitliche Verordnung in Bezug auf die Öffnungen wünschen, sondern auch mehr Disziplin ihrer Mitmenschen im Umgang mit dem Virus. "Wenn sich alle an die Vorschriften halten würden, wäre die Situation eine bessere."

Shoppen, zum Friseur und in die Schule - seit heute, Montag ist das im Burgenland alles wieder möglich. Das Bundesland beendet heute den Corona-Lockdown. Der KURIER hat sich in Einkaufszentren und auf den Straßen umgeschaut, wie viel los ist. 

Meisten Kunden in Bau-und Möbelmärkten 

In den Einkaufszentren hielt sich der Ansturm am Montagvormittag noch in Grenzen. In den Bau- und Möbelmärkten in Eisenstadt ist Montagmittag bereits einiges los. Es mischen sich auch immer wieder Wiener Kennzeichen unter den Verkehr.

Wilfried Fercher glaubt, dass der Schritt zur Öffnung der richtige war: "Gerade in den Möbelhäusern ist viel Platz und die Leute tragen alle Maske und sind diszipliniert."

Anderen Kunden ist der Einkauf fast peinlich. Eine Frau sagt, dass sie gern auch noch zwei Wochen gewartet hätte, weil die Ansteckungszahlen einfach noch zu hoch sind. Sie hätte aber wegen eines Umzugs dringend etwas gebraucht und sei nur deshalb einkaufen. 

Vereinzelt Einkäufer aus Niederösterreich

Am Montagvormittag herrscht im Eisenstädter Einkaufszentrum Haidäckerpark bereits reger Betrieb. Auf dem Parkplatz stehen hauptsächlich Autos mit burgenländischen Kennzeichen, dazwischen nur vereinzelt Autos aus den Bezirken Wiener Neustadt und Neunkirchen.

Ein Mann und eine Frau sind gar aus dem Mittelburgenland in die Landeshauptstadt gekommen, weil "in zwei Tagen ein Geburtstag" anstehe und da habe man ein Geschenk gekauft. Aber ansonsten habe man das Ende des Lockdowns nicht herbei gesehnt, denn: "Man hat eh alles bekommen, was man unbedingt gebraucht hat".

Ähnlich eine Dame, die sagt: "Ich bin ja schon älter, ich brauche nicht mehr so viel". Sagt sie und geht in ein Geschäft mit Kleidung für ein eher junges Publikum.

Auch in ein Einkaufszentrum nahe Mattersburg sind Personen aus dem angrenzenden Bezirk Wiener Neustadt angereist. 

Die meisten Einkäufer kommen jedoch aus Mattersburg, zumindest wenn man nach den Nummernschildern der Autos geht. An die Maskenpflicht im Freien, die neben den Einkaufszentren in Parndorf und Oberwart auch in Mattersburg gilt, halten sich fast alle Besucher.

Manfred Stummer aus Bad Sauerbrunn erledigt am Vormittag notwendige Einkäufe. Das Ende des harten Lockdowns und das Öffnen des Handels erachtet er für zu früh. "Ich befürchte, dass die Zahl der Infizierten wieder steigen wird."

Auch Ernst und Gerlinde Dienbauer aus Mattersburg kommen am Montagvormittag in die Arena, um Lebensmittel zu besorgen. "Es wäre schön, wenn auch die Konditorei und die Wirtshäuser aufsperren könnten. Das persönliche Gespräch mit anderen fehlt schon“, sagt das Ehepaar. Dass viele Leute aus Wien oder Niederösterreich zum Shoppen kommen werden, glauben sie nicht.

Bei Friseuren noch ruhig 

Seit Montag haben im Burgenland auch wieder Friseure geöffnet. In einem Friseurgeschäft in der Mattersburger Arena sitzen am Montagvormittag drei Kunden. „Normalerweise ist an einem Montag mehr los“, sagt Nicole Habeler, eine der Friseurinnen.

Seit die Tests verpflichtend sind, sei das Geschäft zurück gegangen. Das erforderliche negative Testergebnis wird genau kontrolliert. Ohne negativen Test gibt es keinen Haarschnitt. Auch ein Herr aus Niederösterreich ist für den Friseurbesuch angereist.

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