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Chronik Burgenland
09/02/2020

Burgenland plant Reduktion auf drei Tourismusverbände

Neuer Chef Dietmar Tunkel im Amt, alter Geschäftsführer Hannes Anton in neuer Funktion und neues Gesetz für 2021 in Sicht.

von Michael Pekovics

Tourismus wird an Zahlen gemessen. Und die liegen im Juli für das Burgenland auf einem beachtlichen Niveau. Das Plus von 4,1 Prozent bei den Nächtigungen, in Summe 447.622, führt Landeshauptmann Hans Peter Doskozil zum Teil auch auf das 75-Euro-Bonusticket zurück.

Insgesamt wurden bereits 4.360 eingelöst. „Nordburgenländer haben im Süden Urlaub gemacht und umgekehrt.“ Damit das auch so bleibt, wird die Aktion bis Ende Oktober verlängert und soll auch im kommenden Jahr fortgeführt werden. Konkrete Pläne sollen bis Jahresende präsentiert werden.

Drei Regionalverbände als Ziel

Überhaupt dürften die kommenden Monate politisch sehr tourismuslastig werden. Denn bereits Anfang 2021 soll ein neues Tourismusgesetz in Kraft treten. Damit wolle man „Kräfte bündeln und schlagkräftiger werden“, sagte Dietmar Tunkel, bei seinem ersten Auftritt als neuer Geschäftsführer der Burgenland Tourismus GmbH.

Was das konkret heißt, präzisierte auf Nachfrage dann Doskozil. „Es wird eine geringere Anzahl von regionalen Verbänden geben. Uns schwebt die Zahl drei vor.“ Nachsatz: „Ich sage ganz offen, die beiden Kurfonds (Bad Tatzmannsdorf und Bad Sauerbrunn, Anm.) würden dann zusammengeführt werden.“ Noch im Herbst soll der Gesetzesentwurf in den Landtag eingebracht werden, als nächster Schritt wird das Gespräch mit allen Parteien gesucht.

Positive Signale dazu kamen im Juli bereits von der Wirtschaftskammer, die eine Reduzierung auf drei Verbände forderte. Derzeit gibt es im Burgenland 15 dieser regionalen Tourismusorganisationen und die zwei erwähnten Kurfonds (siehe Kasten). Bestrebungen, deren Anzahl zu verringern und damit einerseits das oft zitierte Problem des „Kirchturmdenkens“ zu lösen und andererseits Synergieeffekte zu nutzen, um insgesamt schlagkräftiger zu werden, gibt es schon seit Jahren. Zuletzt wurde das Tourismusgesetz im Jahr 2016 dahingehend geändert, dass Verbände mindestens 50.000 Nächtigungen pro Jahr verbuchen müssen. Andernfalls werden sie aufgelöst.

Dachmarke als Antrieb

Neben schlagkräftigeren, also größeren Verbänden will Tunkel auch mehr Qualität in den burgenländischen Tourismus bringen. Als negatives Beispiel nannte er Gastronomiebetriebe an Radstrecken, die in der Hochsaison Ruhetag haben. „Unsere Gäste finden kilometerweit kein offenes Lokal.“ Vom August und auch vom Herbst erwarten sich sowohl er als auch sein Vorgänger Hannes Anton „ein Plus“.

Anton selbst ist ab sofort hauptverantwortlich für die Dachmarke Burgenland zuständig. Er will in dieser Funktion als „Antriebsrad alle Zahnräder – Tourismus, Kultur, Wirtschaft, Industrie, Lebensraum, biologische Produkte – zusammenführen und den Turbo für das Jubiläumsjahr 2021 zünden“.

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