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Chronik Burgenland
04/14/2021

Lockdown-Partnerschaft beendet: Burgenland öffnet am Montag

Wien und Niederösterreich haben sich unterdessen darauf verständigt, den Lockdown bis 2. Mai zu verlängern.

von Kevin Kada

Seit Montag wartet die Ost-Region auf die Antwort aus dem Burgenland, ob der Ost-Lockdown auch dort verlängert wird. Erst am heutigen Mittwoch wollte man sich entscheiden, hieß es Anfang der Woche. Landeshauptmann Hans-Peter Doskozil (SPÖ) gab nun die Antwort: "Wir werden den Lockdown am Montag nicht fortsetzen."

Damit öffnen ab dem 19. April sowohl der Handel als auch die Schulen im Burgenland. Der Landeshauptmann erklärte, dass es keine einfache Entscheidung war: "Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, wir haben intern einen Diskussions- und Wissensprozess gestartet, weil für mich aus der Wahrnehmung der letzten zwei bis drei Wochen viele Fragen aufgetaucht sind."

Wenn man künftig von Öffnungsschritten spricht, dann "muss in die Köpfe der Menschen rein, dass man entweder Antikörper braucht, Geimpft sein oder negativ gestestet sein muss", erklärt der Landeshauptmann. 

Eintrittstests wird es im Handel nicht geben, da das Gesetz noch nicht beschlossen wurde. "Wir haben daran gearbeitet, aber es war leider nicht möglich und wir müssen auf den Beharrungsbeschluss warten", so Doskozil. Auf die Nachfrage, warum die SPÖ im Bundesrat nicht für die Eintrittstest gestimmt hat, meint der Landeshauptmann, dass er mit dieser Entscheidung nicht glücklich war und dass es dabei auch um politisches Geplänkel ging.

Burgenland hat sich "perfekt entwickelt"

Zu den Beweggründen für die Entscheidung erklärt der Landeshauptmann, dass die Situation bei den ersten Besprechungen zum Oster-Lockdown vor drei Wochen so, dass es damals hieß, dass der Lockdown kommen soll, denn "alle anderen Bundesländer werden folgen", so Doskozil. "Doch das kam nicht so, wie wir jetzt wissen."

Wenn man das Burgenland objektiv beurteilt in den vergangenen Wochen, so der Landeshauptmann, dann habe man einen "ganz wichtigen Schritt geschafft". Für ihn zeigt sich, dass sich die wichtigen Kennzahlen, also Neuinfektionen, 7-Tages-Indizenz und Reproduktionszahl, im Burgenland "perfekt entwickelt haben".

Doskozil erklärt aber auch, dass die Situation in den Spitälern mit einer gewissen Zeitverzögerung stattfindet. "Und mit noch etwas mehr Verzögerung dann auch bei den Intensivpatienten", sagt Doskozil.

"Brauchen Zuckerl für Bevölkerung"

Für ihn ist klar, dass die Zukunft nicht sein kann, ob "wir einen Lockdown haben oder nicht". Es gehe nur mit Rücksichtnahme der Bevölkerung. Man müsse mit dem Virus leben und den damit verbundenen Maßnahmen wie Abstand halten, Maske tragen, Testen. "Aber all unsere Maßnahmen bringen nichts, wenn die Bevölkerung nicht mitgeht. Und dafür muss man der Bevölkerung eine Perspektive geben."

Weitere Öffnungsschritte wolle Doskozil nicht ausschließen, denn er betont nochmal, dass es nicht weitergehen kann zwischen den Entscheidungen ob Lockdown oder nicht. "Wir brauchen ein Zuckerl für die Bevölkerung. Diese Zuckerl sind eben, dass man zum Beispiel mit einem negativen Test zum Frisör gehen kann. Oder aber auch irgendwann wieder in die Gastro gehen kann."

Man wolle künftig alle Schüler im Burgenland drei Mal pro Woche testen, Lehrer zwei Mal. Zudem soll es eine Testregion in den Städten Parndorf und Neusiedl am See geben, wo flächendeckend bis zu 15.000 Einwohner getestet werden sollen.

Diese wird intensiv und wissenschaftlich von MedUni-Professor Hans-Peter Hutter begleitet. 60 bis 80 Prozent werden permanent getestet. Daraus sollen sich sinnvolle Maßnahmen ableiten lassen, die in verschiedenen Situationen eingesetzt werden sollen.

Was sich durch Lockdown ändert

Wie Hutter selbst erklärt, ist diese Testregion einmalig auf der ganzen Welt. "Wir wollen hier engmaschig testen und so sehen, wie sich solche Öffnungsschritte epidemiologisch abbilden. So etwas gab es bisher noch nicht." Man sieht sich die Ergebnisse sehr zeitnah an und man könne so "rasch reagieren", sagt Hutter.

Wichtig dabei, appelliert Hutter, ist, dass sich die Bevölkerung auch freiwillig meldet und testen lässt. "Die burgenländische Bevölkerung leistet hier Pionierarbeit woraus wir unsere Schlüsse für die Zukunft ziehen können."

Aber trotz der Öffnung und weiterer Schritte in der Zukunft, sagt Doskozil klar: "Wir müssen auch den Mut haben, die Stopp-Taste zu drücken, wenn es notwendig ist." Doskozil erklärt auch, dass Bundeskanzler Sebastian Kurz vom Schritt des Burgenlandes vorab informiert wurde und "diesen Weg auch mitgeht".

Wien und NÖ verlängern Lockdown

"Es kann jede und jeden treffen", mahnte Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und verkündete bereits am Montag, dass Wien den Oster-Lockdown bis zum 2. Mai verlängern werde. Er betonte mit Nachdruck, dass nun viel mehr junge Menschen auf den Intensivstationen sind. Und dass diese Auslastung der Intensivstationen der Grund für die Verlängerung sind.

Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) erklärte ebenfalls am Montag, dass auch Niederösterreich den Weg weiter mitgehen werde und den Lockdown ebenfalls bis zum 2. Mai verlängert.

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