Burgenland: Corona macht Immobilien teurer

Burgenland: Corona macht Immobilien teurer
Das Nord-Süd-Gefälle am Immobilienmarkt wird durch die Covid-19-Pandemie noch steiler.

Die Nähe zu Wien, der Zuzug aus dem Osten, das seit Ausbruch der Covid-19-Pandemie immer größer werdende Bedürfnis nach Freiflächen – alles zusammengenommen Gründe, warum die Nachfrage nach burgenländischen Immobilien und Grundstücken zuletzt gestiegen ist – und damit auch die Preise.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken hat Landeshauptmann Hans Peter Doskozil unlängst eine Novelle des Raumplanungsgesetzes angekündigt, um so einen Höchstpreis für Bauland auf Basis des Fünfjahresmittelwerts der Statistik Austria plus Aufschließungskosten einzuführen.

Grund genug, die Situation am Immobilienmarkt und die Preisentwicklung der vergangenen Monate näher unter die Lupe zu nehmen.

Wie zufrieden sind die Burgenländer mit ihrer Wohnsituation?

Die Zufriedenheit mit der Wohnsituation ist sehr hoch. 2 von 3 Burgenländern gaben an, „sehr zufrieden“ zu sein, weitere 21 Prozent sind „zufrieden“. Das hat eine Studie der Erste Bank und den Sparkassen ergeben. Die Zukunft wird allerdings problematisch gesehen, nur noch 14 Prozent glauben, dass Wohnen in 10 Jahren noch leistbar sein wird. Im Burgenland leben aktuell fast drei Viertel in einem eigenen Haus oder einer eigenen Wohnung, nur ein Viertel lebt in Miete.

Wie entwickeln sich die Immobilienpreise seit Anfang des Jahres?

Das Burgenland verzeichnet mit plus 26,1 Prozent bei Eigentumswohnungen den größten Preisanstieg aller Bundesländer im 2. Quartal. Das hat eine Auswertung des Grundbuchs von willhaben und Immounited ergeben. Auch Einfamilienhäuser sind im Vergleich zu 2019 im 2. Quartal um 9,1 Prozent teurer verkauft worden. Die meisten Immobilientransaktionen in Relation zur Bevölkerung gab es im Bezirk Güssing, die wenigsten in Rust.

Was sind die billigsten, was die teuersten Immobilien?

Im Burgenland gibt es ein klares Nord-Süd-Gefälle, das zeigt sich anhand der Auswertung des Grundbuchs. Die teuersten Wohnimmobilien, die im 2. Quartal den Besitzer gewechselt haben, stehen allesamt im Nordburgenland: ein Einfamilienhaus in Breitenbrunn um rund 3,5 Millionen Euro, eine Wohnung in Weiden am See um fast 2,5 Millionen und ein Einfamilienhaus in Purbach um 1,6 Millionen. Durchschnittlich sind die Preise im Landessüden niedriger: Mit 1.070 Euro pro Quadratmeter Wohneigentum zählt der Bezirk Jennersdorf zu den günstigsten in ganz Österreich. Am Ende der bundesweiten Skala liegen auch Oberpullendorf, Güssing und Oberwart mit 1.300 bis 1.400 Euro pro Quadratmeter Eigentum.

Wer baut im Burgenland Wohnungen und wo?

Die gemeinnützigen Wohnbauträger wie zum Beispiel die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG) als Platzhirsch im Burgenland, sind für 83 Prozent der Wohnbauleistung im Bundesland verantwortlich. Rund drei Viertel der Neubauwohnungen werden von Gemeinnützigen als Mietwohnungen errichtet. Im heurigen Jahr entstehen rund 1.070 geförderte Miet-Wohneinheiten. Gebaut wird vor allem in den Bezirken Neusiedl am See und Eisenstadt-Umgebung. Besonders groß ist die Dynamik in der Landeshauptstadt, wo derzeit 13 Projekte mit insgesamt 528 Einheiten in Planung oder Bau sind. Noch mehr wird im Bezirk Neusiedl am See gebaut, nämlich 38 Projekte mit 698 Einheiten.

Was ist das typische Bauträgerprojekt?

Laut einer Auswertung der Wirtschaftskammer basierend auf 200 burgenländischen Projekten mit 3.000 Wohneinheiten hat das durchschnittliche Bauträgerprojekt 16 Einheiten mit durchschnittlich 69 Quadratmetern. Fast 9 von 10 Wohnungen haben Freiflächen wie Gärten, Loggien, Balkone oder Terrassen, im Durchschnitt mit einer Größe von 9 Quadratmetern. 81 Prozent der von Bauträgern errichteten Objekte sind Wohnungen, aber 17 Prozent Doppel- oder Reihenhäuser, der höchste Wert in Österreich .

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