© Bruno Maul

Chronik Burgenland
07/01/2022

Burgenländer bringen Bildung ins Flüchtlings-Ghetto

„Karawane der Menschlichkeit“ finanziert Schulen und Hilfsprojekte für Vertriebene im Libanon.

von Paul Haider

Im Mai ist die „Karawane der Menschlichkeit“ zu einer neuen Hilfsaktion in den Libanon aufgebrochen. Pascal Violo aus Güssing, der Gründer der Organisation, und seine Helfer hatten dabei ein großes Ziel vor Augen: Kindern in den trostlosen Flüchtlingsvierteln Lebensfreude zu schenken.

„Unser Team war eine bunte Mischung aus Künstlerinnen, Clowns, Musikerinnen und freiwilligen Helfern“, erzählt Violo nach seiner Heimkehr ins Burgenland. In den Libanon hat er nicht „nur“ Hilfsgüter gebracht; den geflüchteten (Waisen-)Kindern in zwei der weltweit größten Flüchtlings-Ghettos wurden auch Zirkus-Shows, Musik und Malworkshops geboten.

Mittlerweile finanziert die burgenländische Hilfsorganisation schon zwei Schulprojekte im Libanon. Die erste Bildungseinrichtung im Beiruter Flüchtlingsviertel Shatila wurde im Vorjahr gegründet. Der bislang einzigen Lehrerin namens Batoul wurden nun zwei neue Kolleginnen zur Seite gestellt.

„Wir konnten zwei Lehrerinnen fix anstellen. Shaymaa und Hiba sind 22 Jahre alt und waren auf der International University of Beirut“, erzählt Pascal Violo. Zu dritt unterrichten die motivierten jungen Lehrerinnen 200 Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren. Sie sind in etwa zu gleichen Teilen syrischer und palästinensischer Herkunft. In der Schule namens „Oxygen“ lernen sie Mathematik, Arabisch und Geschichte, was ihnen Perspektiven für ein späteres Leben außerhalb des Ghettos gibt.

Kurz vor der Abreise in den Libanon ereilte Pascal Violo ein Hilferuf aus einem weiteren libanesischen Flüchtlingsviertel. In „Burj al Barajnch“ leben zehntausende geflüchtete Menschen dicht an dicht gedrängt in bitterer Armut. Die Bevölkerungsdichte liegt bei ungefähr 40.000 Personen pro Quadratkilometer. Die Vertriebenen haben kein fließendes Wasser in ihren kargen Behausungen, Strom gibt es für maximal eine Stunde pro Tag.

Hilferuf einer Lehrerin

Die Lehrerin Mirvat schickte eine eMail an die „Karawane der Menschlichkeit“ mit der Bitte um Unterstützung. Ihre Schule mit 120 Kindern stand aus Geldmangel kurz vor der Schließung. Violo und sein Team haben daraufhin beschlossen, Spendengelder in die Jahresmiete für ein neues Schulgebäude (eine Drei-Zimmer-Wohnung) zu investieren und das Projekt langfristig zu unterstützen. Der Name der Schule: „Together we can“.

Karawane der Menschlichkeit

Raiffeisenbank Güssing

IBAN: AT14 3302 7000 0002 3408

Als „Draufgabe“ haben Violo & Co. auch noch einem Zentrum für 80 Kinder und Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen unter die Arme gegriffen – rund 5.000 Euro haben gereicht, um die Jahresgehälter der Betreuerinnen und die Erneuerung der Solaranlage zu bezahlen.

Mehr Infos zu den Hilfsprojekten von Pascal Violo & Co unter: karawane-der-menschlichkeit.org  

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