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Chronik Burgenland
02/04/2021

Bombenattentat von Oberwart jährt sich zum 26. Mal

Corona macht eine Gedenkfeier unmöglich, trotzdem wird den Opfern des Oberwarter Attentates gedacht.

von Roland Pittner

In der Nacht von 4. auf 5. Februar 1995 riss eine Rohrbombe vier burgenländische Roma aus dem Leben. Die Sprengfalle, bestückt mit einem Schild auf dem „Roma zurück nach Indien“ stand, wurde in der Nähe der Oberwarter Romasiedlung installiert. Erwin Horvath, Karl Horvath, Peter Sarközi und Josef Simon starben beim Versuch, das Schild abzumontieren. 26 Jahre ist das Attentat nun her. Die Bombe von Oberwart war Teil einer rassistisch und nationalistisch motivierten Anschlagserie, die Österreich von 1993 bis 1997 in Angst und Schrecken versetzte. Der Attentäter, Franz Fuchs, wurde erst 1997 verhaftet.

„Auch 26 Jahre nach diesem schrecklichen Attentat ist es notwendig, der Opfer würdevoll zu gedenken und gegen Rassismus und Hetze in unserer Gesellschaft einzutreten“, erklärt Manuela Horvath, Leiterin des Romapastoral der Diözese Eisenstadt. Die traditionelle Gedenkfeier beim Denkmal ist aufgrund der Corona-Pandemie derzeit nicht möglich. „Wir haben im Moment noch keinen Termin für eine Gedächtnisfeier“, sagt Horvath.

Das Attentat markiere das Ende von fünf Jahrzehnten friedfertiger Politik in Österreich und ein Wiedererwachen eines mörderischen, rassistischen Rechtsextremismus, sagte Gerhard Baumgartner, wissenschaftlicher Leiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands (DÖW) bei der Gedenkfeier im Vorjahr. Deshalb sei die Förderung der Erinnerungskultur in Hinblick auf diese Attentate besonders wichtig.

Manuela Horvath arbeitet jedes Jahr mit vielen Kindern und Jugendlichen am Gedenken. „Wir geben ihnen die Möglichkeit, sich thematisch mit dem Attentat, mit der aktuellen Situation der Roma sowie mit Rassismus und Hetze auseinanderzusetzen“, sagt Horvath.  

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