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10/14/2021

Blackout: Wie lange kommt Wasser aus der Leitung?

Die burgenländischen Wasserversorger setzen auf Stromaggregate und Fotovoltaikanlagen, um die Versorgung mit Wasser zu gewährleisten

von Roland Pittner

Wenn der Strom ausfällt, steht das Land still. Beim Blackout kann es mehrere Tage dauern, bis die Stromversorgung wieder intakt ist. Im Burgenland bereiten sich die Wasserverbände bereits seit 2012 auf dieses Szenario vor, um zumindest die Versorgung mit Trinkwasser aufrecht zu erhalten. Wie lange sie das schaffen, hängt von mehreren Faktoren ab.

Der Wasserverband Südburgenland (WVSB) bereitet sich unter anderem mit Fotovoltaikanlagen und mobilen Stromgeneratoren auf ein Blackout vor. „Aufgrund der hügeligen Topografie des Südburgenlands muss das Tiefenbrunnenwasser des WVSB mit viel Energieaufwand aus großer Tiefe (bis 300m) gewonnen und verteilt werden. Langfristiges Ziel ist es, die zahlreichen Anlagen darunter die vier Aufbereitungsanlagen mit erneuerbarer Energie zu betreiben“, erklärt Geschäftsführer Christian Portschy.

Zapfwellengeneratoren

Bis das umgesetzt wird, setzt der Verband auf Zapfwellengeneratoren, die von Traktoren betrieben werden. „Verglichen mit einem konventionellen Notstromaggregat ist der Zapfwellengenerator viel mobiler – ein entsprechender Traktor ist ca. 50 km/h schnell und kommt fast überall hin und 500 Liter Dieselkraftstoff sind im Tank, um einen 24 Stunden Betrieb zu ermöglichen“. Das Wasserwerk Pinkafeld wurde bereits auf einen möglichen Notstrom-Betrieb umgebaut.

Auch im Nordburgenland ist man nicht untätig. „Die Großanlagen in Neudörfl und Frauenkirchen haben seit einigen Jahren Notstromaggregate installiert“, sagt der technische Betriebsleiter des Wasserleitungsverbands Nordburgenland Helmut Herlicska.

Der viertgrößte Wasserversorger in Österreich liefert an 65.000 Haushalte im Nordburgenland. Fällt der Strom aus, kann durch die Hochbehälter für zwei Tage im Versorgungsgebiet mit Wasser beliefert werden. Danach kämen die Aggregate zum Einsatz. Knackpunkt bei der Versorgung sei der Dieselnachschub, obwohl die Tankstellen des Verbands immer voll gehalten werden, ginge nach fünf bis sechs Tagen der Diesel aus. Bis dahin kann die Grundversorgung für rund 80 Prozent des Gebiets aufrecht erhalten werden.

„Für jene Häuser, die nicht mehr versorgt werden können, gibt es eine Abholversorgung“, sagt Herlicska. Außerdem stehen zwischen 10.000 und 15.000 Liter Mineralwasser in Lagern bereit, um an die Bevölkerung verteilt zu werden. „Diese Reserve verwenden wir auch bei Wasserrohrbrüchen“, sagt der Betriebsleiter. Im Krisenfall würde auch noch der Arbeitersamariterbund eine Trinkwasseraufbereitung aufstellen. „Wir hatten schon zwei Übungen und können dann etwa Bachwasser aufbereiten“, sagt Herlicska. Auch das Bundesheer könnte zum Einsatz kommen und eine Notaufbereitung installieren. Das Heer habe eine Vorlaufzeit von etwa fünf Tagen, meint Herlicska.

Die Vorbereitungen im Verband laufen noch weiter . „Im nächsten Jahr installieren wir im Hochbehälter Eisenstadt einen Stromgenerator. Es ist zwar ein großer Aufwand, aber wichtig für die Versorgungssicherheit“, sagt Herlicska.

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