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Chronik Burgenland
11/14/2019

Sonnenenergie soll bei Blackout Wasserversorgung gewährleisten

Die Wasserversorgung funktioniert gut, zumindest solange es keinen längeren Stromausfall gibt. Verbände bereiten sich vor.

von Roland Pittner

Ist bei einem großflächigen Blackout der Strom weg, steht die Bevölkerung vor großen Problemen. Vor allem bei länger andauernden Stromausfällen, kann auch das Wasserleitungssystem ausfallen.

Die Wasserversorger im Burgenland tagen am heutigen Donnerstag in Oberschützen über den Einsatz von alternativer Energie zur Absicherung der Wasserversorgung. „Wir sind gezwungen uns dagegen abzusichern“, sagt Helmut Herlicska, Obmann der Plattform Wasser Burgenland.

Fotovoltaik

Derzeit setzen die Wasserversorger vor allem auf Fotovoltaikanlagen. Aber auch klassische Stromaggregate stünden zur Verfügung. Vorteil der erneuerbaren Energie sei allerdings, die Ersparnis im Normalbetrieb. „Wenn es viel Sonne gibt, ist der Wasserverbrauch auch meistens hoch“, sagt Christian Portschy, Geschäftsführer vom Wasserverband Südliches Burgenland I.

Im Zuge des Energieprojekts Loadshift Oberwart mit der Firma Energie Kompass, wurde ein Konzept für die Notstromversorgung des Wasserwerks ausgearbeitet. Es soll die bestehende Fotovoltaikanlage von 50 kWp auf 100 kWp verdoppelt werden. „Dazu haben wir auch einen Speicher aus Batterien angeschafft, um die Versorgung bei Stromausfällen länger aufrecht zu erhalten“, sagt Portschy. Rund 300 kWh können so für die Wasserversorgung zur Verfügung gestellt werden. „Bis auf Reserven kann der Strom im Regelbetrieb auch den Projektpartnern zur Verfügung gestellt werden, hier warten wir noch auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen“, sagt Walter Göllesz von der Firma Energie Kompass.

Investitionen

Trotz aller Investitionen in diesem Bereich, wären nach maximal sechs Tagen ohne Strom alle Reserven verbraucht. „Dann sind unsere Hochbehälter und die Speicher leer“, sagt Portschy. Für Notfälle gebe es allerdings auch gelagerte Trinkwasserflaschen und Vereinbarungen für Trinkwassernotaufbereitungen, wie Herlicska erklärt.

Bei mehreren Verbänden gibt es Bemühungen, stromautark zu arbeiten. „In Lackenbach gibt es eine Fotovoltaikanlage, im Nordburgenland gibt es drei und vier weitere sind geplant“, erklärt Herlicska. Durch die Investitionen würden auch die Stromkosten gesenkt und „im Endeffekt leisten wir auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz“, meint Herlicska

Schutz kritischer Infrastruktur

Am Mittwoch tagten im Eisenstädter Kulturzentrum auf Einladung der Landespolizeidirektion Experten über den „Schutz kritischer Infrastruktur“ im Krisenfall.   Im Burgenland gibt es 19 Unternehmen, die auf der Liste für kritische Infrastruktur stehen.

In Österreich waren es im Juni 2019 377 Unternehmen. Darunter sind  Betriebe der  Strom-, Gesundheits- und Lebensmittelversorgung, aber auch Kommunikationsdienstleister oder Behörden fallen darunter. Infrastruktur kann durch Naturkatastrophen, technische Unfälle, menschliches Versagen, Gefahren im Cyber-Raum, Kriminalität und Terrorismus gefährdet sein. „Ein Zusammenleben wie wir es heute kennen, ist ohne einer funktionierenden  Infrastruktur mittlerweile unmöglich geworden. Daher hat der Schutz der kritischen Infrastruktur für die Polizei höchste Priorität“, sagt Landespolizeidirektor Martin Huber. Wichtige Partner sind das Land  und das Militärkommando Burgenland


Im Falle eines Blackouts wurden auch Sicherheitsinseln bei Kasernen eingerichtet. Oberst Peter Dopler sieht die Bevölkerung und Behörden aber nur unzureichend auf solche Krisen  vorbereitet: „Ohne zusätzliche Investition kann diese Sicherheitsinsel  für den derzeit schlimmsten anzunehmenden Krisenfall wie ein  Blackout, seine Aufgaben nur unzureichend erfüllen.“

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