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Chronik Burgenland Aus Ihrer Region
07/22/2020

Naturschutz ist ihr Job – und das freiwillig

Der Erhalt unserer Umwelt steht für die 200 Ehrenamtlichen der Naturschutzorgane im Burgenland an oberster Stelle.

von Michael Pekovics

Sie pflegen Feuchtwiesen, retten Kröten und Frösche vor dem Straßenverkehr und beschützen den Lebensraum der Fledermäuse. Die haupt- und ehrenamtlichen Naturschutzorgane des Landes verstehen sich als Erhalter unserer Umwelt. In den vergangenen Jahren ist ihre Zahl immer weiter gewachsen, über 200 dieser vom Land beeideten Personen gibt es bereits – Tendenz steigend.

Organisiert sind sie im Verein der burgenländischen Naturschutzorgane, kurz VBNO genannt. Deren Leiter ist Hermann Frühstück, langjähriger Umweltanwalt des Landes und seit 40 Jahren im Naturschutz tätig. Wobei ihm das Wort „Naturerhalter“ lieber ist. „Meine drei Grundsätze waren immer: Ehrlichkeit, Miteinander nach Lösungen suchen und die Lebensqualität sichern – sowohl für Mensch als auch Flora und Fauna“, sagt Frühstück, der seit seinem Pensionsantritt 2015 auch als Berater für das Land tätig ist.

Leben für die Umwelt

Frühstück kann auf eine langjährige Expertise zurückblicken, war bei der Entstehung der burgenländischen Naturschutz- und Naturparkgesetze (1990 bis 1992) ebenso dabei wie bei der Einrichtung der Eignungszonen für die Windpark-Anlagen auf der Parndorfer Platte im Jahr 2000. Von 2003 bis 2015 war er für das Land als Umweltanwalt tätig. Diverse Umwidmungen – etwa beim Bau der St. Martins Therme oder der Umfahrung Schützen – hätten immer gut funktioniert, sagt er: „Weil wir immer alle Verantwortlichen und NGOs (Nicht-Regierungs-Organisationen, Anm.) an einen Tisch geholt und einen Kompromiss gesucht haben“, sagt Frühstück.

Das war nicht immer so. In die Anfänge von Frühstücks Engagement für den Umweltschutz fielen die Proteste gegen das Atomkraftwerk Zwentendorf (1978) und das Kraftwerk Hainburg (1984). „Damals gab es eine Art ‚Käseglocken-Naturschutz‘. Niemand durfte unter keinen Umständen in geschützte Gebiete, man ließ alles unberührt – und auch ungepflegt“, erinnert sich Frühstück zurück. Das sei der falsche Zugang gewesen. „Im Lauf der Zeit hat sich die Meinung durchgesetzt, dass auch Schutzgebiete gepflegt werden müssen.“

Also treffen sich die Naturschutzorgane in regelmäßigen Abständen, um Besichtigungen durchzuführen und entsprechende Maßnahmen zu setzen. Dazu gehören auch pflegerische Tätigkeiten in Schutzgebieten wie zum Beispiel die Entbuschung von Trockenrasen. Zum Aufgabengebiet der Naturschutzorgane gehört auch die fachliche und rechtliche Beratung von Gemeinden. Außerdem werden Kurse und Vorträge angeboten, um so in der Bevölkerung das Bewusstsein zu wecken, wie „wichtig Naturschutz ist und wie bedeutsam für eine hohe Lebensqualität – auf allen Ebenen“, sagt Frühstück.

Alles im Einklang

Heute lautet die noch vom ehemaligen Landeshauptmann Hans Niessl ausgegebene Devise zum Beispiel für den Neusiedler See „Schützen und Nützen“. Damit kann sich Frühstück gut identifizieren. „Die Menschen haben früher viel stärker mit der Natur gelebt – und müssen es heute wieder tun.“ Natürlich, verändert habe sich vieles. Zum Beispiel die intensivere Nutzung der Böden durch die Landwirtschaft und vor allem der Tourismus, der aber auch stark von der intakten Natur profitiert. „Zum Glück haben wir diese reich strukturierte Landschaft, in der wir uns erholen können. Was schön fürs Auge ist, tut auch der Seele gut“, sagt Frühstück und meint damit auch Dorfgemeinschaft, Tradition und Brauchtum. „Mir hat einmal ein Tourist gesagt: ‚In schöner Natur schmeckt am Abend das Achterl beim Heurigen noch besser.‘ Genau darum geht es: Mit und in der Natur leben – und deren Früchte genießen.“ So geht Lebensqualität.

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