© Rafaela Proell

Chronik Burgenland Aus Ihrer Region
08/28/2021

Martina Parker ist auf die Bestsellerliste „zuagroast"

Der Journalistin aus dem Südburgenland ist mit ihrem Gartenkrimi „Zuagroast“ ein Überraschungserfolg gelungen.

von Paul Haider

„Zuagroast“ ist eines dieser Bücher, die man auf einer beliebigen Seite aufschlagen kann, und man fühlt sich direkt an den Ort der Handlung versetzt. Martina Parkers erster Roman ist gleichermaßen eine Liebeserklärung an das Südburgenland wie auch eine humorvoll-bissige Geschichte um menschliche Abgründe geworden. Die Autorin selbst bezeichnet ihr Werk als „wahnwitzig bösen Gartenkrimi“: Es wird gegartelt, geliebt und gemordet.

Im Zentrum der Handlung stehen mit Eva und Paul zwei „Zuagroaste“. Zu dieser Bezeichnung für Zugezogene hat Martina Parker einen durchaus persönlichen Bezug: Sie bezeichnet sich selbst als „Zuagroaste zweiter Generation“; ihre Eltern sind in den 1960er-Jahren vom Nord- in das Südburgenland gezogen, in Oberschützen ist Martina in die Schule gegangen. Nach längerer Zeit in Wien kehrte sie vor einigen Jahren als Nebenwohnsitzerin in den Bezirk Oberwart zurück, wo auch die Idee für ihren Gartenkrimi herangereift ist.

In ihrem Brotberuf als Journalistin hat Martina Parker eigenen Angaben zufolge schon 69 Länder bereist und Berühmtheiten wie Susan Sarandon oder Hugh Laurie interviewt.

Ein Krimi als Lockdown-Projekt

Die Corona-Pandemie hat ihrer beruflichen Weltenbummelei voriges Jahr eine jähe Zwangspause beschert – nicht aber ihrer Arbeitsmoral. „Zuagroast war mein Lockdown-Projekt. Ich habe mir vorgenommen, dass ich jeden Tag 10.000 Zeichen schreiben muss“, erzählt Martina Parker im Gespräch mit dem KURIER.

Die Neo-Romanautorin schreibt fortan tatsächlich Tag für Tag um die fünf Seiten, und beschließt nach einer Weile, Freunde und Bekannte in die Entstehung des Buches miteinzubinden. Via Social Media gibt es sogar die Gelegenheit, über Details der Handlung abzustimmen. „Es hat immer drei Antwortmöglichkeiten gegeben, ich habe aber nie verraten, welche ich nehme. Es ging zum Beispiel um die Frage, welche Achillesferse der Charakter Paul hat. Da habe ich mich für eine Katzenphobie entschieden“, erläutertet Parker mit einem Schmunzeln.

Die Neugierde ihrer Internetkontakte auf das fertige Werk war ihr dank dieser Aktion bereits gewiss. Weiter angefacht wird die hohe Erwartungshaltung, als Martina Parker im vergangenen Jänner mit ihrem Text „Böse Männer brennen gut“ das Publikumsvoting beim ORF „Textfunken“ gewinnt.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von „Zuagroast“ im Juli wird die Südburgenländerin schon längst als neuer Star am Krimi-Himmel gefeiert. Die Verkaufszahlen übersteigen die Erwartungen des Verlages: Die erste Auflage von 8.000 Stück geht weg wie warme Semmeln. Nach nur 14 Tagen landet schon Auflage Nummer zwei in den Buchhandlungen. Die Autorin ist überwältigt: „In Woche zwei waren wir auf der Bestsellerliste. Ich habe es nicht glauben können, als ich tagesaktuelle Verkaufszahlen gesehen habe, bei denen Stephen King hinter dem Gartenkrimi aus dem Südburgenland gelegen ist. Das war total surreal“.

Die Schriftstellerin 
Martina Parker ist Journalistin und Texterin  von Beruf. Sie hat das Beautyressort der „Wienerin“ gegründet und dieses zwei Jahrzehnte lang geführt 

„Zuagroast“ live
Die nächsten Lesungen mit Martina Parker finden am Freitag, 10. September, in der Buchhandlung Morawa in Hartberg und am 11. September am Festivalgelände Bildein statt. Alle Infos: martinaparker.com 

Mit ihrem Buch hat Martina Parker offensichtlich den Zeitgeist getroffen: Krimis mit Lokalkolorit liegen ebenso im Trend wie das Garteln, dem im Buch eine zentrale Rolle zukommt. Viele ihrer Leser verorten Parkers Erfolgsrezept aber vor allem im authentischen Schreibstil: Man erkennt, dass hier eine schreibt, die sich auskennt im Südburgenland. Die Handlung spielt an realen Schauplätzen, etwa am Csaterberg.

Auch die beschriebenen Lokale, und deren Mitarbeiter, sind echt. „Da serviert die echte Betreiberin einem fiktiven Charakter ein Bier. Das ist mit den Personen natürlich abgeklärt“, betont die Krimiautorin und ergänzt, dass es sich bei den Protagonisten um frei erfundene Charaktere handelt. „Zuagroast“ soll übrigens nur der erste von einer ganzen Reihe weiterer Gartenkrimis sein.

Teil drei ist schon in Planung

Teil zwei namens „Hamdraht“ wurde bereits in der Zeit zwischen Verlagsannahme und der Veröffentlichung von „Zuagroast“ fertiggestellt – das Buch wird im Frühjahr 2022 erscheinen. „Der Plan ist, eine erfolgreiche Serie daraus zu machen“, verrät die Schnellschreiberin zum Abschluss: „Im Herbst beginne ich mit dem dritten Teil“. Über Verfilmungen wird bereits gemunkelt.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.