© Edwin Schmidt

Chronik Burgenland Aus Ihrer Region
08/03/2020

Edwin Schmidt: Am Rad von der Rabnitz bis nach Neuseeland

Der Strebersdorfer wollte bis China radeln. Mittlerweile hat ihn seine Reise sogar einmal um die halbe Welt geführt.

von Stefan Jedlicka

Es sollte eine Reise entlang der legendären Seidenstraße bis nach China werden. An sich schon ein epochales Vorhaben auf einem Fahrrad. Doch Edwin Schmidt aus Strebersdorf im Burgenland hatte damit nicht genug. Mittlerweile hat er Neuseeland erreicht, wo aufgrund der Corona-Krise vorläufig allerdings Endstation war.

„Als ich im Frühjahr 2018 von Österreich losgefahren bin, hatte ich mir zum Ziel gesetzt, Kashgar im Westen Chinas zu erreichen. Erst dann wollte ich entscheiden, ob ich zurückkehre oder weiterfahre. Damals wusste ich noch nicht, wie weit mich meine Reise noch führen würde“, erzählt er. Über die Länder Südostasiens ging es nach Bali und Australien. „Am Franz Josef Gletscher auf der neuseeländischen Südinsel wurde ich vom Corona-Lockdown überrascht“, berichtet der Burgenländer. Die Organisation der Weiterreise sei aufgrund der weltweiten Reisebeschränkungen schwierig.

Entlang der Wüste

Von Kashgar führte seine Radreise zunächst entlang der Taklamakan-Wüste weiter nach Laos, Kambodscha, Thailand, Malaysia und Singapur. Von dort setzte Schmidt mit der Fähre nach Sumatra (Indonesien) über, fuhr auf dem Trans-Sumatra-Highway nach Süden, gelangte per Schiff nach Java und Bali und über die Kleinen Sundainseln Lombok, Sumbawa und Flores dank lokaler Fährverbindungen nach Ost-Timor.

 

„Daraufhin war der erste Flug dieser Reise nötig, nach Darwin in Australien“, schildert der Abenteurer. „Es folgte die Durchquerung des australischen Kontinents bis nach Adelaide auf dem Stuart Highway, was aufgrund der schwierigen Wasserversorgung und großen Distanzen zwischen Versorgungspunkten eine der größten Herausforderungen der Reise war.“

 

Rasche Quartiersuche

Nach rund 9.000 Kilometern durch Australien erreichte er Sydney. „Wobei es auf der Route aufgrund der verheerenden Waldbrände 2019 zu erheblichen Einschränkungen kam“, erinnert er sich. „Von Sydney ging es per Flugzeug nach Neuseeland, wo ich geplant hatte bis an den südlichsten Punkt zu fahren – doch im März 2020 kam der Corona-Lockdown. Jeder war dazu verpflichtet, für mindestens vier Wochen an dem Ort zu verweilen, an dem er sich am 25. März um 0.00 Uhr gerade befand“, erzählt Schmidt. „Es blieb mir ein Tag, um in einer übereilten Aktion eine geeignete Unterkunft für die Zeit des Lockdowns zu finden und in die nächstgelegene, 180 Kilometer entfernte Stadt zu fahren.“

Viele Gefahren

An gefährlichen Situationen mangelte es im Laufe der Reise nicht, wie der Strebersdorfer berichtet. In China wurde er von einer „martialisch bewaffneten Spezialeinheit verfolgt, angehalten und musste eine Stunde auf einen Dolmetscher warten, der mich fragte, ob ich wüsste, dass es verboten ist, Polizeistationen und Polizisten zu fotografieren.“ Am Trans-Sumatra-Highway wurde er von Einheimischen „vor etwas gewarnt“, verstand aber nicht, wovor. Wochen später erzählte ihm ein einheimischer Radfahrer, er hätte großes Glück gehabt: Auf der Strecke gäbe es laufend Raubüberfälle, wobei auch schon Menschen getötet worden waren.

Und schließlich stellte den Pedalritter die australische Hitze vor massive Probleme: „Die Metallteile am Fahrrad wurden so heiß, dass sie kaum noch anzufassen waren. Das Thermometer zeigte nie gesehene Temperaturen bis 55 Grad Celsius.“

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