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Asbest: Gesundheitsnotstand in Ungarn, Fund in Ollersdorf

Greenpeace meldet hohe Werte in Szombathely. Kritik aus dem Burgenland nach Fund im Südburgenland wächst.
Viele kleine, unterschiedlich gefärbte Steine liegen dicht nebeneinander auf dem Boden.

Nach einem Asbestfund in Ollersdorf (Bezirk Güssing) hat Bürgermeister Bernd Strobl einen Kinderspielplatz in der Nähe der Fundstelle aus Sicherheitsgründen sperren lassen. Gleichzeitig forderte er ein „burgenlandweit einheitliches und transparentes Vorgehen“ sowie eine „nachhaltige Lösung“ durch die Landesregierung. Punktuelle Einzelmaßnahmen würden nicht ausreichen und die Bevölkerung zusätzlich verunsichern.

Die Diskussion erhält zusätzliche Brisanz durch Entwicklungen in Ungarn. In Szombathely wurde der Gesundheitsnotstand ausgerufen, nachdem Messungen  eine Asbestbelastung über dem Grenzwert ergaben, berichtete Herwig Schuster, Umweltchemiker bei Greenpeace. Als mögliche Ursache gilt der Schotter aus dem Burgenland. Betroffen sein könnten alle 35 Straßen des Gebiets sowie rund 1.100 Einwohner, berichtete das Nachrichtenportal vaol.hu. Luftmessungen ergaben zwischen 34.800 und 292.000 Fasern pro Kubikmeter.

Wetter als Unterschied

„In Ungarn liegt dasselbe Material auf den Straßen, das auch in Österreich großflächig verteilt wurde“, betonte Schuster. Im Burgenland blieben die Messwerte jedoch an allen 66 Messpunkten unter dem Richtwert von 1.000 Fasern pro Kubikmeter, der von der Taskforce des Landes festgelegt wurde. Den Unterschied zu den ungarischen Ergebnissen führt Schuster auf das Wetter zurück. Während in Szombathely bei trockenen Bedingungen gemessen wurde, sei es bei den Untersuchungen im Winter im Burgenland feucht gewesen, was die Freisetzung von Asbestfasern verringere.

Zur Eindämmung der Belastung wurden in Szombathely erste Maßnahmen gesetzt. Dazu zählen die Bewässerung der Straßen zur Staubbindung sowie eine Reduktion der Höchstgeschwindigkeit auf 10 km/h. Langfristig werden eine Abdeckung der Straßen oder ein vollständiger Austausch des Materials geprüft.

Weitere Untersuchungen

Nach vorliegenden Unterlagen habe es sich um Material unterhalb der zulässigen Grenzwerte gehandelt. Erst später sei bekannt geworden, dass einzelne Steinbrüche wegen erhöhter Asbestwerte geschlossen wurden. Die Behörden kündigten weitere Untersuchungen sowie rechtliche Schritte an.

Untersuchungen zeigen, dass sechs von zwölf Proben positiv auf Asbest waren. Weitere Analysen laufen noch. Eine genaue Verteilung der Belastung ist derzeit nicht möglich, zudem fehlen laut den ungarischen Behörden vollständige Informationen über die Verwendung des Materials.

Ungarn habe mit dem Ausrufen des Gesundheitsnotstands rasch auf die Messwerte reagiert und eine Sanierung der Straße angekündigt, so Schuster. Er forderte das Burgenland in diesem Zusammenhang neuerlich dazu auf, ebenfalls zu reagieren.

Land sagt alles gut

Das Land und die Taskforce  bewerten die Lage jedoch grundlegend anders als Greenpeace, man sieht weiterhin keine akute Gesundheitsgefahr. In einer ersten Reihe an Luftmessungen wurden keine auffällig hohen Werte festgestellt. Eine zweite soll bei wärmeren Temperaturen folgen. Bei der Klinik Oberwart, wo der Messwert mit 830 Fasern pro Kubikmeter am höchsten war, wurden bereits Maßnahmen gesetzt. 

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