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Handel
02/08/2020

Anreize für Wiederbelebung der Ortszentren

Verkaufsflächen in den Zentren werden weniger, Ortsrandlagen locken Kunden und Gewerbe

von Roland Pittner

Leere Geschäftsflächen in den Innenstädten, volle Parkplätze in den Einkaufszentren an der Peripherie. Dieses Bild prägt fast das gesamte Burgenland. Die Kaufkraftanalyse 2019 bestätigt diesen Eindruck. Nur mehr zwölf Prozent der Verkaufsflächen befinden sich in den Ortskernen. Die Zentren befinden sich in einer Abwärtsspirale – immer weniger Frequenz bedeutet auch weniger Geschäfte.

Belebung

Viele Gemeinden arbeiten daran, die Zentren attraktiver zu machen. In Oberwart beleben vor allem der Wochenmarkt am Mittwoch und der Bauernmarkt am Samstag die Innenstadt. Auf der Hauptstraße oder im EKO (Einkaufszentrum) in der Innenstadt gibt es zahlreiche Leerstände. „Kleinere Geschäfte sind durchaus auch in der Innenstadt für Unternehmer interessant“, sagt Ronald Rasser, Regionalstellenleiter der WK in Oberwart. Je größer die Geschäftsfläche, desto schwieriger ist es, einen Mieter zu finden.In Güssing arbeitet man mit Experten des Joanneums an einem Konzept für die Innenstadt. „Es kämpfen alle mit Problemen“, weiß Güssings Bürgermeister Vinzenz Knor, SPÖ. „Hier müssen wir mit vereinten Kräften gegensteuern“, sagt Wirtschaftskammer-Spartenobfrau für den Handel Andrea Gottweis.

Aktives Standortmanagement könne nur gemeinsam in Angriff genommen werden. Immobilieneigentümer, Stadtverwaltung, Neugründer oder bestehende Unternehmer müssten zusammenarbeiten. Außerdem brauche es Anreize, um neue Geschäfte ins Zentrum zu bringen. Die WK bietet einen Praxisleitfaden für Standortmarketing an, sowie Workshops für „Standortmanager“. Es sollen Mitarbeiter der Gemeinden oder von Wirtschaftsvereinen speziell geschult werden. Es gibt dazu ein gefördertes Beratungsmodell durch die CIMA für interessierte Gemeinden oder Organisationen. Die Beratungsfirma hat sich auf die Belebung von Ortskernen spezialisiert.

 

„Es müssen bestehende Handelsflächen in Zentren geschützt und gefördert werden“, sagt Gottweis und sieht vor allem die Raumplanung gefordert, die Verkaufsflächen an der Peripherie bevorzuge. In Oberösterreich dürfen etwa Supermärkte nur mehr in den Zentren Filialen eröffnen. Die Raumplanung werde nur in Ausnahmefällen Neuwidmungen vornehmen, heißt es.

Ortsgebiet

Einkaufszentren sind im Burgenland ebenfalls nur in funktionalem Zusammenhang mit dem Ortsgebiet möglich“, sagt der zuständige SPÖ-Landesrat Heinrich Dorner. Mit den örtlichen Entwicklungskonzepten, die Bestandteil des 2019 beschlossenen neuen Raumplanungsgesetzes sind, hätten Gemeinden auch die Möglichkeit, „die strategische Entwicklung des Ortes selbst festzulegen“, meint Dorner. Auch im Burgenland würden im Moment Maßnahmen im Zusammenhang mit der zunehmenden Bodenversiegelung und zur Ortskernbelebung entwickelt. „Programme dazu kommen in den nächsten Monaten“, sagt Dorner.

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