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Chronik Burgenland
10/16/2021

An Burgenlands Schulen wird immer mehr gemobbt

Jugendanwalt schlägt Alarm: Seit Beginn der Pandemie werden Schulkinder immer öfter Opfer von Mobbing.

von Michael Pekovics

Erhöhte Ängstlichkeit und depressive Zustände sind nur zwei Auswirkungen der Pandemie auf die Psyche der Kinder. „Wir stellen auch fest, dass Maßnahmen wie Lockdowns und Homeschooling die zwischenmenschliche Kommunikation und Interaktion der Schüler verändert haben“, sagt der burgenländische Kinder- und Jugendanwalt Christian Reumann.  

Frustration und Hilflosigkeit

Immer mehr Kinder würden ihre Frustration und Hilflosigkeit in Form von Aggressionen wie zum Beispiel Mobbing in den sozialen Medien ausleben. „Natürlich sind nicht alle Kinder in gleichem Ausmaß davon betroffen. Aber auch nicht alle hatten in den Zeiten des Homeschoolings die gleichen Rahmenbedingungen“, gibt der Experte zu bedenken.

Nur was soll getan werden, wenn es in einer Schule oder Klasse den Verdacht auf Mobbing gibt? „Zunächst sollte man die Schulleitung darüber informieren“, sagt Reumann. Ob es sich dabei „schon um Mobbing handelt“, sei vordergründig zunächst einmal egal. Daraufhin sollte die Schulleitung adäquate Maßnahmen setzen.

Eines darf laut  Reumann  aber keinesfalls gemacht werden: „Einen Schüler vor anderen dazu befragen oder gar rügen.“ Das könne einerseits vorverurteilend  sein und andererseits  neue Mobbing-Situationen fördern. In weiterer Folge ist auch abzuklären, ob Beratungslehrer, die Schulpsychologie oder auch die Schulsozialarbeit eingeschaltet werden müssen. Wichtig ist laut Reumann auch, dass die Erziehungsberechtigten in einem Gespräch über den Sachverhalt informiert und über alle weiteren Schritte in Kenntnis gesetzt werden.

Das Ziel ist Deeskalation

„Das Ziel von Interventionen bei Mobbingverdacht muss primär Deeskalation sein“, betont Reumann. Die damit befassten Stellen dürften aber immer nur gegen das Mobbing an sich, nicht aber gegen Schüler auftreten – auch wenn diese Mobbing betreiben. „Grundsätzlich ist festzuhalten, dass, wenn in einer Schule schikanöses Verhalten bis hin zu komplexem Mobbing – gegenüber wem auch immer – auftritt, die allgemeine Interaktionskultur dieser Einrichtung zu überprüfen – und wenn erforderlich zu überarbeiten ist“, so der Experte.

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