Ausbau für St. Martins Therme & Lodge

St. Martins Lodge, Burgenland, Therme, Summer Isla…
Foto: St. Martins Lodge

130 zusätzliche Betten und eine einzigartige Sauna am See sind geplant.

Die St. Martins Therme & Lodge in Frauenkirchen (Bezirk Neusiedl am See) soll ausgebaut werden, teilte Landeshauptmann Hans Niessl am Donnerstag in einer Aussendung mit. Für die Erweiterung - geplant ist unter anderem die Errichtung von 130 zusätzlichen Betten - seien bereits 14 Mio. Euro Investitionsvolumen beschlossen worden. Genaue Pläne sollen Anfang nächsten Jahres präsentiert werden.

Die Erweiterung betrifft laut Niessl sowohl die Therme als auch die Lodge. Für die Therme sei beispielsweise eine einzigartige Sauna am See geplant.

Ruhe-Zeiten im Seewinkel

Text: Ute Brühl

Handy und Computer lasse ich zu Hause. Auch den Wecker packe ich für das Wellness-Wochenende in der Therme St. Martins im Burgenland erst gar nicht ein. Dafür Wanderschuhe, warme Jacken, Schal und Haube. Im Seewinkel – einer Enklave zwischen Ungarn und dem Neusiedler See – kann ich dem Alltagsstress entfliehen, abends im Thermal-Pool relaxen, tagsüber in der Natur zur Ruhe kommen. "Wer die Landschaft um sich herum bewusst wahrnimmt und sich auf die Natur konzentriert, entschleunigt ganz automatisch", ist die Biologin Elke Schmelzer überzeugt. Sie hat für die zur Therme gehörende Lodge das Entschleunigungsprogramm entwickelt. Mit Ferngläsern ausgestattet geht die Biologin und unsere kleine Gruppe alltagsgestresster Menschen auf Safari. Die Fahrt im Jeep führt durch die vielen Lacken, wie die salzhaltigen Steppenseen im Seewinkel genannt werden. Sie sind Heimat- oder Durchzugsort von 330 Vogelarten. "Mehr als die Hälfte, die es in Europa gibt, kann man hier antreffen. Natürlich sind nicht alle gleichzeitig hier", erzählt Schmelzer. Jetzt im Herbst machen viele Zugvögel Station im Burgenland. "Eine Kornweihe. Die erste, die ich in diesem Herbst sehe", sagt die Biologin plötzlich begeistert, als wir am Ufer der Langen Lacke entlang spazieren. Beim Blick durch das Fernglas entdecken wir noch mehr Vögel: Kiebitze, Strandläufer, Schnatterenten und Graugänse, deren Geschnatter nicht zu überhören ist. Jeder in der Gruppe schaut sich gebannt dieses Naturschauspiel an. Man merkt, wie dabei jeder zur Ruhe kommt. "Die Augen entspannen sich, wenn sie einfach nur in die Weite schauen können, ohne sich auf einen Punkt fixieren zu müssen", weiß die Biologin. "Verbringen Sie so viel Zeit wie möglich in der Natur. Auch wenn es nur ein paar Minuten in der Mittagspause sind. Wenn wir uns im Winter zu wenig im Tageslicht aufhalten, kommt unsere innere Uhr völlig durcheinander. Das erschöpft uns zusätzlich", sagt Schmelzer, die ihre Diplomarbeit darüber geschrieben hat, wie sich das Licht auf unseren Hormonhaushalt auswirkt. Nach der Steppenwanderung haben wir uns eine Jause verdient: Tomaten vom Gärtner im Nachbarort; Salami vom Steppenrind, das im Seewinkel weidet, und ein heißer Tee werden serviert. "Wir bieten fast ausschließlich regionale Lebensmittel an", sagt Klaus Hofman, Geschäftsführer der St. Martins Therme & Lodge. Das Entschleunigungsprogramm hält uns die nächsten Tage auf Trab: Massage am Nachmittag, Wanderungen am Abend, dazwischen eine Stunde Bogenschießen. Aber hektisch wird es dabei nicht. Das wird es erst wieder, wenn am ersten Tag im Büro Handy und Festnetztelefon gleichzeitig läuten. Doch da heißt es jetzt: Auf eine Sache konzentrieren. So viel hab’ ich gelernt.

www.stmartins.at

(APA / cka) Erstellt am
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