Alte Liebe rostet nicht

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Foto: marco weise

Im Stadtbahnbogen 331 brennt wieder Licht: Der Kulturverein dasWERK hat eine neue Heimat gefunden.

Der Radweg am Donaukanal und das leblose Zaha Hadid-Gebäude werden mit dem Knotenpunkt Spittelau durch einen Geh- und Radweg verbunden. Errichtet wurde dieser auf den von Otto Wagner geplanten Stadtbahnbögen. Radfahrer und Fußgänger sieht man dort um diese Jahreszeit eher selten. Unterhalb, also im Bauch der Bögen, herrscht aber reges Treiben - zumindest bei Nummer 331.

Dieser Stadtbahnbogen ist nämlich die neue Heimat vom dasWERK. Der Kulturverein, der im alten Headquater (Neulerchenfelderstraße, 16. Wiener Gemeindebezirk) immer wieder Probleme mit Anrainern hatte, suchte sich eine Heimat. Von Anrainern ist man jetzt weit entfernt – stören kann man in den Abendstunden maximal die Fische im Donaukanal oder die Ratten.

hp_bogen.png Foto: marco weise Einigen Nachtschwärmern ist der Stadtbahnbogen 331 schon länger ein Begriff. Nicht nur wegen des unmittelbar daneben liegenden Clubs Grelle Forelle, sondern weil es sich dort bereits im Sommer 2009 der Susi Klub gemütlich gemacht hat. Am Freitag gibt es ein Wiedersehen – ganz nach dem Motto:  Alte Liebe rostet nicht.

Aber der Reihe nach: Am Donnerstag kann man sich bei feinem HipHop aufs Wochenende einstimmen. Im B72 gastiert mit Sean Prince auch ein Schwergewicht der US-amerikanischen Rap-Szene. Die Hälfte der Crew Heltah Skeltah und Teil der legendären Gruppen Boot Camp Clikk und Random Axe beehrt solo das Lokal am Gürtel. Yo!

Ja, schlimmer geht's wirklich immer: Nach Gangnam-Style kommt jetzt der "Harlem Shake". Auch wenn Armin Wolf diesen Trend auslassen wird - das YouTube Video ist wirklich gelungen. Und so geht der Harlem Shake: Choreographie muss man sich keine merken. Wildes Herumgefuchtle mit massiver Rückenlage reicht vollkommen. Einzige Vorkehrung, die es zu treffen gilt: Irgendjemand sollte irgendwie irgendeine Maske tragen. Auf YouTube finden sich Videos wie dieses mittlerweile zu hunderten. Ob Skateboarder (Link), ... Feuerwehrmänner (Link) ... nackte Norweger (klicken Sie auf den Link, um das wilde Treiben in seiner ganzen Pracht zu sehen) oder die gesamte Redaktion der Online-Plattform Buzzfeed.com (Link) – die Videos funktionieren alle nach dem gleichen Prinzip: Ein einsamer Maskierter tanzt den "Harlem Shake". Von den übrigen Menschen im Raum wird er demonstrativ ignoriert. Sobald der Refrain einsetzt, stimmen alle in den exaltierten Tanz ein und schleudern ihre Hände und Hüfte gegengleich hin- und her. Den Tanz gibt es schon seit Anfang der 80er.

  Neu sind die Videos - die ersten tauchten Anfang Februar auf YouTube auf und getanzt wird vor allem zu dem prolligen Soundtrack: Der Song heißt "Harlem Shake" und stammt vom DJ Baauer. Der DJ aus Brooklyn ist einer der führenden Vertreter eines neuen Genres, das bis vor Kurzem noch im Untergrund vor sich dahinkochte: Trap. Eine Mischung aus House und Dub gewürzt mit Southern Hip-Hop. Und schenkt man diversen Twitter-Propheten Glauben, wird Trap 2013 wie Dubstep vor zwei Jahren den Durchbruch in den Mainstream schaffen. Die „Harlem Style“ Videos auf YouTube sind da jedenfalls nur der Anfang, meint „The Atlantic Wire“ in seinem Artikel über das neue Phänomen. Wir dürften uns also noch auf einiges gefasst machen. (Hier geht's zum Original-Video, das den Hype ausgelöst hat).
 
Das Prinzip dürfte mittlerweile bekannt sein: Ein einsamer Tänzer schüttelt sich recht ungelenk inmitten einer entspannten Menschenmenge. Auf den Befehl: "Do The Harlem Shake" tanzen dann alle mit. Seit Sonntag auch in der Wiener U-Bahn. Ein neuer Internet-Trend, der seit Anfang Februar sogar "Gangnam Style" den Rang abläuft, ist jetzt also auch in Österreich angekommen. Auf YouTube werden täglich dutzende dieser 30 Sekunden langen Videos hochgeladen - ob von Studenten, Soldaten, oder Redakteuren. Im Folgenden sehen Sie Sie eine Übersicht über die besten Videos. Auch Armin Wolf soll da bald mitmachen, zumidnest wenn es nach "Maschek" (bekannt aus "Willkommen Österreich") geht. Der ZiB 2-Moderator hat zwar bereits danken abgelehent, das YouTube Video ist aber wirklich gelungen. Und so geht der Harlem Shake: Choreographie muss man sich keine merken. Wildes Herumgefuchtle mit massiver Rückenlage reicht vollkommen. Einzige Vorkehrung, die es zu treffen gilt: Irgendjemand sollte irgendwie irgendeine Maske tragen. Auf YouTube finden sich Videos wie dieses mittlerweile zu hunderten. Ob Skateboarder (Link), ... Feuerwehrmänner (Link) ... nackte Norweger (klicken Sie auf den Link, um das wilde Treiben in seiner ganzen Pracht zu sehen) oder die gesamte Redaktion der Online-Plattform Buzzfeed.com (Link) – die Videos funktionieren alle nach dem gleichen Prinzip: Ein einsamer Maskierter tanzt den "Harlem Shake". Von den übrigen Menschen im Raum wird er demonstrativ ignoriert. Sobald der Refrain einsetzt, stimmen alle in den exaltierten Tanz ein und schleudern ihre Hände und Hüfte gegengleich hin- und her. Den Tanz gibt es schon seit Anfang der 80er.

  Neu sind die Videos - die ersten tauchten Anfang Februar auf YouTube auf und getanzt wird vor allem zu dem prolligen Soundtrack: Der Song heißt "Harlem Shake" und stammt vom DJ Baauer. Der DJ aus Brooklyn ist einer der führenden Vertreter eines neuen Genres, das bis vor Kurzem noch im Untergrund vor sich dahinkochte: Trap. Eine Mischung aus House und Dub gewürzt mit Southern Hip-Hop. Und schenkt man diversen Twitter-Propheten Glauben, wird Trap 2013 wie Dubstep vor zwei Jahren den Durchbruch in den Mainstream schaffen. Die „Harlem Style“ Videos auf YouTube sind da jedenfalls nur der Anfang, meint „The Atlantic Wire“ in seinem Artikel über das neue Phänomen. Wir dürften uns also noch auf einiges gefasst machen. (Hier geht's zum Original-Video, das den Hype ausgelöst hat).
 
Freitag

Theo Parrish + Heat & Defeat + Harlem Shake

Im U4 wird die heimische Band Excuse Me Moses ihr neues Album präsentieren. Es nennt sich „III“ und deutet auf ihre Schaffenspause hin. Denn drei Jahre ist es her, seit das Vorgängeralbum "Pole Shift" veröffentlicht wurde. Die bei der Pause angestaute Wut, wurde beim Entstehungsprozess der neuer Platte abgebaut. Das hört man „III“ jede Sekunde an: Geradliniger, druckvoller Rock.

In der Auslage am Gürtel wird sich am Freitag ein gewisser Taylor Freels alias Urulu aus Los Angeles einfinden, der sich in seinen Produktion besonders dem House der 90er Jahre widmet. Insbesondere die Soundästhetik des Drumcomputers Roland TR 909 hat es ihm angetan. Herrlich wie in seinen Tracks die glasklaren Hi-Hats zirpen. Super Booking. Abgerundet wird das Programm beim Heat & Defeat von den heimischen DJs Manuel Petrik und Klangkiste.

Gewinnspiel: Wir verlosen für den Abend mit Urulu in der Auslage 2x2 Karten. Eine eMail mit dem Betreff "909" an kult(at)kurier.at genügt. Die Gewinner werden per eMail verständigt.

Schnell kann es gehen:  Konnte man vor Wochen kaum ein Gespräch führen oder den Fernseher aufdrehen, ohne mit „Gangnam Style“  in Berührung zu kommen, ist man neuerdings mit einem anderen weltweiten Phänomen konfrontiert: „Harlem Shake“. Die Menschen, die in Harlem leben, haben zwar keine Ahnung, was die im Internet kursierenden Tanzperformances mit dem richten „Harlem Shake“ gemeinsam haben, aber bremsen lässt sich dieser Internet-Hype jetzt nicht mehr. Jeden Tag werden Tausende neue Videos auf die Video-Plattform Youtube gestellt. Besonders witzige Exemplare schaffen es sogar ins Fernsehen. Auch ZIB2- Anchorman Armin Wolf wird seit Tagen via Facebook zum „Harlem Shake“ aufgefordert. Bisher vergeblich. Wer aber hinter dem „Harlem-Shake“-Song steht, wissen wenige. Es ist ein gewisser Baauer, ein New Yorker DJ und Produzent. Und jetzt haltet euch fest: Am Freitag kommt er ins Wiener Flex. Kreisch!

Wer Detroit Techno sagt, muss auch Theo Parrish sagen. Der in Chicago aufgewachsene Produzent hat sich in seiner Jugend vor allem mit Jazz und Soul beschäftigt. Die Disco-Ära ließ er eher links liegen, stattdessen versuchte er mit dem Aufkommen neuer Synthesizer und Drumcomputer die elektronische Musik auf eine neue Ebene zu hieven.  Dafür zog er nach Michigan und entwarf mit anderen Produzenten einen eigenen Sound: Detroit Techno war geboren. Eine Musikrichtung, die Funk-Elemente mit Industrial und Sound-Forschung verbindet. Ein Meister dieses Genres gastiert beim Bebop Rodeo am Freitag in der Grellen Forelle.

Samstag

Nôze + Kein Theater + Club Foyer

Am Samstag kommt dann das Pariser Duo Nôze beim Café Sturz in die Grelle Forelle. Wer das Duo schon mal live erlebt hat, weiß, dass es ein Abend zwischen Wodka und Wahnsinn werden wird. Ein spontaner Striptease der Band, ein Bad im Publikum oder skurrile Gesangseinlagen gehören genauso zum Programm wie schräge Songs und lässige Grooves. Auf jeden Fall eine Riesengaudi.

Im Foyer des Künstlerhaus Kinos kann man am Samstag ein wenig housen - beim Club Foyer. Die ansonsten eher unspektakuläre Bar für wartendende Kinobesucher soll sich dann  in einen Club verwandeln. Man darf gespannt sein. Hinter den Turntables stehen Kido Soon, Anna Leiser und Giorio. Das klingt auf jeden Fall schon mal sehr vielverpsrechend.

Kein Theater gibt es in der Roten Bar. Im wohl schönsten Veranstaltungsort Wiens gastieren mit Gorge und Helmut Dubnitzky zwei DJs und Produzenten vom internationalen Format.

Sonntag

Pizza + Brunch + Tatort

Am Sonntag geht man entweder in das Frühstückslokal seiner Wahl und bruncht mit Freunden oder macht das, was man halt auch so macht: Pizza essen gehen oder bestellen. Ausgezeichnete Pizzen gibt es übrigens in der Pizzaria Riva in der Schlickgasse 2 / Ecke Türkenstraße und im Il Sestante (Piaristengasse 55). Am Abend kann man noch einen auf Komissar machen und beim öffentlichen Tatortschauen (zum Beispiel im Top Kino ) den Mörder raten. Ich lege mich für kommenen Sonntagt fest und sage: Es war der Puppenspieler.

Montag

Two Door Cinema Club + Crystal Castels

Am Montag hat man die Qual der Wahl: Im Gasometer kann man zum fröhlichen und munteren  Sound des Two Door Cinema Club tanzen. Das nordirische Trio steht seit ihrer ersten Platte „Tourist History“ für Musik, die die Beine zum Zappeln bringt. Zu schneidig angerissen Gitarren, lockeren Bass-Grooves und poppigen Sythie-Melodien geht die Sonne auf. Auch am Abend.

Nur eine U-Bahn-Station davon entfernt werden Ethan Kath und die spindeldürre und kreidebleiche Alice Glass  auf der Bühne stehen. Gemeinsam sind sie Crystal Castels, ein Duo aus Toronto, das vor ein paar Jahren mit ihren unterkühlten Elektro-Dark-Wave-Tracks die Kritik begeisterte. Wie jeder Hype hatte auch der von den Crystal Castles ein jähes Ablaufdatum. Das Nachfolgewerk zwei Jahre später wurde dann nur mehr milde beklatscht. Willkommen im richtigen Leben. Bei ihrem mit viel Liedschatten, Drama und Pathos zubereiteten Synthesizer-Pop kann man sich am Montagabend in der Arena verlieren.

(KURIER) Erstellt am
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