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Kurier Fotowettbewerb 2014
Eugen Adelsmayr
Eugen Adelsmayr - Foto: Nihad Amara
Blick auf die Skyline von Dubai: Die Wienerin soll in der Garage eines Fünfsternhotels vergewaltigt worden sein. (Symbolbild)
Blick auf die Skyline von Dubai: Die Wienerin soll in der Garage eines Fünfsternhotels vergewaltigt worden sein. (Symbolbild) - Foto: APA/ALI HAIDER

Letztes Update am 21.01.2014, 20:12

Adelsmayr warnt Wienerin vor Heirat mit Peiniger. Warum der Täter auf höchste Kreise vertrauen kann und was die Politik für die Frau tun kann.

Der oberösterreichische Arzt Eugen Adelsmayr fordert „starken politische Druck von Österreichs Regierung“. Der Fall rund um eine Wienerin, die in Dubai vergewaltigt wurde und der nun wegen außerehelichem Sex eine längere Haftstrafe droht, erinnert an seinen Fall. Gegen den Mediziner Adelsmayr wurde ein Mordfall konstruiert, 2012 wurde er in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt.

„Nie mehr nach Hause“

Vor einer Heirat, wie sie die lokalen Behörden der Studentin geraten haben, rät Adelsmayr dem Vergewaltigungsopfer dringend ab. „Dafür muss sie zum Islam übertreten und darf das Land nur mit Zustimmung ihres Mannes verlassen. Dann unterliegt sie endgültig der Scharia. So wird sie nie mehr nach Hause kommen, da kommt sie vom Regen in die Traufe.“


Eine wichtige Rolle spielt auch, dass der mutmaßliche Vergewaltiger ein Jemenit und Polizistensohn ist. „Die Jemeniten stellen die obersten Führungskader der Polizei in Dubai“, berichtet der Mediziner. Deshalb brauche die Frau „nun massive politische Hilfe von Europa“. Bei ihm habe man gesehen, dass von den Behörden sogar Papiere gefälscht werden. „Das ist ein disfunktionales und korruptes Rechtssystem.“

Den Schritt in die Öffentlichkeit, den er gemacht hat, rät er auch der 29-jährigen Wienerin (siehe Zusatzbericht): „Dadurch entsteht öffentlicher Druck und nur der bewirkt politischen Druck. In der Außenpolitik Österreichs und Europas wäre couragiertes Auftreten statt Kleinbeigeben wegen des Geldes der Emirate wichtig“, sagt Adelsmayr. Denn Dubai stehe in Verhandlungen wegen visafreier Einreise in die EU, da wäre Drohpotenzial jederzeit vorhanden.

Das Opfer lässt bisher über das Außenministerium ausrichten, keinerlei Kontakt zu den Medien zu wollen. „Die Familie will nicht, dass irgendein Name in der Zeitung steht“, erklärt Außenamtssprecher Martin Weiss.

Adelsmayr selbst rät vor Reisen nach Dubai ab: „Die Leute sehen dort nur das Disneyland. Passieren kann überall etwas im Ausland, aber dort sind Monarchien und Diktaturen, die nehmen Einfluss auf Prozesse.“


Wienerin in Dubai

Der Fall rund um die Vergewaltigung einer 29-jährigen Wienerin in Dubai lässt die Wogen hochgehen und findet Widerhall in halb Europa.

Fast alle Medien mussten ihre Internetforen schließen, weil die Emotionen hochkochten. Die FP Niederösterreich forderte auf ihrer Facebook-Seite in Richtung Außenminister Sebastian Kurz: „Vielleicht sollte unser Super-Basti einmal eine Reisewarnung vor derartigen rechtsfeindlichen (islamistischen) Staaten aussprechen.“ Die Studentin war, wie berichtet, in der Nacht auf den 1. Dezember in der Parkgarage eines Fünf-Sterne-Hotels im Bezirk Bur Dubai offenbar von einem Jemeniten vergewaltigt worden.

Ihr Peiniger hatte die Türsperre aktiviert und war anschließend über sie hergefallen. Nach der Tat schrie sie um Hilfe. Zeugen alarmierten deshalb die Polizei. Auf dem Wachzimmer wurde sie wegen Alkoholkonsums und unehelichen Sex für drei Tage inhaftiert.

Seither wird die Frau von der österreichischen Botschaft und einem lokalen Anwalt vertreten. Die Studentin musste ihren Reisepass abgeben und darf das Land derzeit nicht verlassen. „Bis zur Entscheidung über Anklageerhebung wird es bis mindestens Ende Februar dauern“, sagt Außenamtssprecher Martin Weiss. Derzeit werden die Tonaufnahmen des Garagen-Überwachungsvideos ausgewertet, ob dort Schreie zu hören sind.

Der jungen Frau droht wegen Sex außerhalb der Ehe eine mehrjährige Gefängnisstrafe. Wegen der Alkoholisierung könnte es bis zu weitere sechs Monate geben. Genau dieses Schicksal musste eine Norwegerin erleiden, die im Juli in einem ähnlichen Verfahren zu 16 Monaten Haft verurteilt wurde. Erst nach Protesten wurde sie begnadigt.

Der Wienerin wurde erklärt, dass eine Heirat mit ihrem Vergewaltiger sinnvoll wäre. Denn vorehelicher Sex wäre ein Milderungsgrund bei der Strafbemessung. Der Jemenite beteuert, dass es sich um einvernehmlichen Sex gehandelt habe.

Für das Opfer Der Wienerin droht wegen außerehelichem Sex nach Artikel 356 der lokalen Rechtsordnung mindestens ein Jahr in Haft. Als Zusatz ist für die Alkoholisierung eine Geldstrafe möglich oder ein bis sechs Monate in Haft. In Dubai gilt die Scharia als Rechtsnorm.

Für den Täter Auf Vergewaltigung steht eine Haftstrafe bis lebenslang. Das Problem ist der Beweis. Während in Europa eher dem Opfer geglaubt wird, wird Männern in den Emiraten oft eine höhere Glaubwürdigkeit zugebilligt.

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(KURIER) Erstellt am 21.01.2014, 13:09

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