Ein Steg ins Pflanzenmeer: Steinbildhauerin Ulrike Truger auf ihrer Terrasse

© Niko Havranek

Wohnen
10/30/2019

Wenn das Zuhause zum Kunstwerk wird

Farbenfroher Stilmix, renovierter Arkadenhof oder Wohnatelier: Drei bildende Künstlerinnen zeigen ihre extravaganten Refugien.

von Julia Gschmeidler, Cordula Puchwein

Eine Landschaft voller satter Wiesen, Schafe, Obstbäume. „Ich war immer fürs Landleben“, sagt Ulrike Truger, während ihr Blick über ihren weitläufigen Garten hinweg in die Ferne schweift. Hier im burgenländischen Trulitsch schmiegen sich die Hügel sanft aneinander, zwischen ihnen bietet sich ein Panorama bis ins steirische Hartberg, wo die Steinbildhauerin geboren wurde. „Ich genieße die Aussicht noch immer, es ist schön, auf seine Wurzeln blicken zu können“, sagt Truger.

Die Steirerin war lange Zeit in Wien, dort wurde ihr als erste Frau ein Bildhaueratelier des Bundes zuerkannt. „Aber die Wochenenden in der Stadt waren mir immer ein Gräuel“, sagt die Künstlerin. Deswegen habe sie bereits als Studentin „Häusln“ am Land angemietet. Bis sie vor über 20 Jahren den alten Arkadenhof in Trulitsch, erbaut 1830, entdeckt und gekauft hat. Dieser war baufällig und renovierungsbedürftig, Ulrike Truger ließ die alte Substanz revitalisieren und Mauern wegnehmen, weil sie in keinem geschlossenen Hof leben wollte.

Häuser wie Steine

Beim Durschreiten des türkis gestrichenen Holztores stechen sofort die weißen Arkaden, die von roten Rosen gesäumt sind, ins Auge. „Das Schöne ist die Unregelmäßigkeit der Bögen“, sagt Truger und zieht damit einen Vergleich zu ihrem Arbeitsmaterial. „Ich gehe mit Häusern wie mit Steinen um, ich frage mich, was ich reinstelle und was ich wegnehme – das ist ein Prozess“, sagt die Künstlerin.

Ihre Wohnstätte ist ständig im Wandel. Erst vor acht Jahren hat sie den angrenzenden Gasthof – früher bekannt als Austragungsort für Sautanz und Feuerwehrbälle – gekauft, um ihren Rückzugsort vor den Plänen von Immobilien-Investoren zu schützen. Rund fünf Tonnen Eichenfurnier und Deckenvertäfelungen ließ sie aus dem 70er-Jahre-Wirtshaus entfernen, um in einem großen, hellen Saal ihre Exponate auszustellen und Wirtsstube sowie Küche in einen Raum für Kunst- und Literaturveranstaltungen zu verwandeln. Wobei die Transformation noch längst nicht abgeschlossen ist. Aus den ehemaligen Fremdenzimmern im Obergeschoß sollen Räume für Dokumentation und Bilder werden, eine Treppe dorthin in Form einer Spange das „brave Hausi“, wie Truger es bezeichnet, optisch hervorheben.

Die dörfliche Idylle, die wie ein Schleier über dem burgenländischen Ort liegt, wird von den vielen Steinskulpturen durchbrochen, die nach und nach ihren Weg aus dem Wiener Atelier hierher finden. So etwa „Sky Screw“ aus Carrara-Marmor, die sechs Meter hoch in den Himmel ragt und doch Schwerelosigkeit über den Hügeln der Landschaft ausstrahlt. Den Stein hat Ulrike Truger selbst im italienischen Steinbruch ausgesucht, genauso wie den ihres noch namenlosen Werkes, an dem sie gerade in ihrem Garten zwischen den Obstbäumen arbeitet. „Zuerst ist da dieser archaische und wertvolle Stein, der dann meine Handschrift bekommt“, sagt Truger. Diesmal gehe es um das Aufrechte, das Rückgratzeigen, auch in gesellschaftspolitisch differenzierten Zeiten.

Die vielen Kunstwerke, die den Garten zieren, sind der Grund für große grüne Wiesenflächen. „Zu viele Blumen und Kunst, das ist nichts“, sagt sie trocken. Auch bei der Einrichtung ihres Wohnraumes setzt sie auf Reduziertheit. „Der Hof als Ganzes strahlt etwas Historisches aus, diese Ausstrahlung sollte man nicht mit aufgeregter Gestaltung entkräften“, meint die 70-Jährige. Besonders wichtig ist ihr, bei den verwendeten Materialien auf ein paar wenige zu setzen, die auch in der Natur vorkommen – sie möchte nicht nur in der Natur leben, sondern auch mit ihr.

So beschränkt sich die Inneneinrichtung auf Holz, gebrannte Erde, Kalk – wie etwa bei den Wänden – und Ziegel, die den Boden zu einem Blickfang machen. Das Besondere daran: Die aus alten Wiener Gründerzeithäusern abgetragenen Dachziegel sind dünner, sodass eine Fußbodenheizung darunter eingebaut werden konnte. Weitere Besonderheit ist der von der Steinbildhauerin selbst konzipierte Herd, der wie ein Schiff in den Raum ragt und die Wohnküche zu ihrer „Basisstation“ macht, wie Ulrike Truger den Teil des Bauernhauses liebevoll bezeichnet.

Eines ihrer Lieblingsmöbel darin ist die Couch, die laut ihr in keiner Küche fehlen darf, um auch Mittagsschläfchen gebührend zelebrieren zu können. Diese hat sie von einem Tandler aus Hartberg erstanden und mit einem mexikanisch anmutenden Stoff neu beziehen lassen. Generell versucht die bildende Künstlerin jedoch, Farben zu reduzieren, um den Wohnraum nicht zu überladen und ihn funktional zu halten.

Das gilt auch für das Badezimmer, das in einem umgebauten Stall zu finden ist. Großräumig, hell, von der frei stehenden Badewanne hat man freie Sicht in den Garten. Die Inspiration für diese Art des Badezimmers schlummert schon lange in ihr. Denn es war eine Jugendherberge in Frankreich, deren faszinierende Badewelt aus viel Weiß und roten Rosen Eindruck bei der damals jungen Künstlerin hinterlassen hatte.

Scheunenatelier

Der Arkadenhof erzählt aber noch mehr Geheimnisse. Im Haupthaus offenbaren sich eine Bibliothek sowie eine Sommerküche, in der Ulrike Truger die alten Obstsorten aus dem Garten zu Most und Marmeladen weiterverarbeitet. Daneben, in der ehemaligen Scheune, hat die Künstlerin ihr Atelier eingerichtet. Darin sitzt sie an feineren Arbeiten und Entwürfen, die breite Glasfront ermöglicht auch hier einen Blick aufs Hügelland.

Beheizt wird der hohe Raum von einem Bullerjan-Warmluftofen, eine Erfindung eines kanadischen Holzfällers und ein optischer Hingucker im Raum. Ein Statement im Garten setzt Ulrike Truger mit ihrer Terrasse. Diese auf Stelzen montierten Holzbretter ragen spitz zusammenlaufend von der Wohnküchentür Richtung Natur. „Sie ist wie eine Zunge, die das Haus rausstreckt“, sagt die Künstlerin grinsend. Dies sei ihr Steg, der Garten ihr Meer. „Ich möchte möglichst wenige Barrieren in die Natur haben“, fügt Truger hinzu. Auch das sei ihr ganzheitlicher Ansatz, der sich im Wohnen widerspiegelt. Dieser Anspruch verschaffe ihr zwar sehr viel Arbeit, aber dennoch schätze sie ihren Hof auch als Geschenk, das sie nicht mehr missen möchte.

Weitsicht im Garten bis in die Steiermark

Den Brotbackofen hat Ulrike Truger selbst entworfen.

Senftöne, Holz, Leder, Schaffelle und Rattan:  In der Wohnküche strahlen die natürlichen Materialien eine Wohlfühlwärme aus

Senftöne, Holz, Leder, Schaffelle und Rattan:  In der Wohnküche strahlen die natürlichen Materialien eine Wohlfühlwärme aus

Die ehemalige Scheune beherbergt jetzt Trugers Atelier

Der Bullerjan-Warmluftofen wärmt das Atelier.

Ulrike Truger ist seit 1975 als freischaffende Bildhauerin tätig. Sie war u. a. Präsidentin des Berufsverbandes bildender Künstler und ist Trägerin vieler Auszeichnungen. Truger ist bekannt für ihr politisches Engagement: 2000, zu Zeiten der schwarz-blauen Regierung,
stellte sie – zunächst ohne Genehmigung – die „Wächterin“ als Zeichen der Demokratie vors Wiener Burgtheater. 2003 folgte ein  in Eigenregie finanziertes  Mahnmal für Marcus Omofuma, der während einer Abschiebung von drei  Polizisten fahrlässig getötet wurde.
www.ulriketruger.at

 

 

Kein Zurück mehr

Auch für Isabella Toman ist klar: Ein Zurück in die Großstadt gibt es nicht mehr. Hier in Mödling, nur eine Straße vom Wienerwald entfernt, hat sie gemerkt, wie gut ihr die Natur tut. Der dichte Föhrenwald, die Aussicht vom Husarentempel über das Wiener Becken – das sind ihre Plätze zum Krafttanken. Berufsbedingt ist Toman, die sich unter dem Namen Frau Isa als Illustratorin und Street-Art-Künstlerin international einen Namen gemacht hat, sowieso viel auf Reisen – meist in Städten, wo sie großflächige Wandmalereien an die Häuserfassaden sprüht. „Es ist schwierig, dem Kind beizubringen, nicht an die Wände zu malen, wenn es die ganze Zeit mitreist und die Mama dabei sieht“, sagt Toman und lächelt.

Hier in der 150 großen Altbauwohnung in Mödling wohnt die dreiköpfige Familie erst seit Kurzem, von Kritzeleien des zweijährigen Sohnes ist noch nichts zu sehen. Dafür hängen bereits unzählige Kunstwerke an der in Terrakotta gestrichenen Wand der Wohnküche, liebevoll gestaltete Deko verziert jede Ecke der Wohnung, ohne dass sie dabei überladen wirkt.

Da sind Bilder von Crew-Kollegen, von einem ihrer Lieblingsillustratoren, Jack Teagle aus England, oder ein Wandteppich der US-amerikanischen Künstlerin BFGF, der beim Betreten des Wohnzimmers offenbart, dass hier jemand mit Gefühl für Ästhetik, Farben und Formen wohnen muss.

Die Wohnung lebt aber nicht nur von der zeitgenössischen Kunst, sondern auch von den vielen Zeitzeugnissen – von Flohmärkten und Hinterlassenschaften. So etwa ein Gemälde, das Isabella Tomans Mann Oliver von seinem Großvater geerbt hat. Es zeigt den oberösterreichischen Gosausee, wo die Verfilmung von „Die Wand“ gedreht wurde. „Das ist uns erst bewusst geworden, als wir vom Kino nach Hause gekommen sind und die Landschaft wiedererkannt haben“, sagt Isabella Toman. Sie zeigt auch ein weiteres Gebirgsbild, das ihr ein 90-jähriger Landschaftsmaler aus ihrer Kärntner Heimat geschenkt hat, weil sie ihm beim Bühnenbildmalen geholfen hatte.

Die Wurzeln in Kärnten, wo sie bereits mit 16 Jahren mit dem Graffiti-Malen begonnen hat, wirken bis heute nach. „Meine Eltern hatten viele alte Möbel, dunkles Holz und sehr viele Bilder aufgehängt“, erzählt die Künstlerin. Diese Liebe zum Uralten habe sie – im Gegensatz zu ihren Geschwistern, die es lieber total clean mögen – mitgenommen.

Positive Ausstrahlung

Ihren Einrichtungsstil beschreibt Frau Isa als Sammelsurium an Altem und Lustigem, im Ausland geht sie gerne auf Flohmärkte, in Wien ins Caritas-Lager. „Ich liebe so Kleinigkeiten, die einen zum Schmunzeln bringen“, sagt sie und lacht. Wobei sie eher für „omahafte“ Gegenstände wie Trockenblumen zuständig sei, ihr Mann Oliver für das Kindlich-Lustige – wie etwa eine Figur von Mr. Potato Head, die am Wohnzimmerkasten thront.

Neben einem Faible für Pastelltöne und getrocknete Blumen – die sogar im Badezimmer Platz finden – hegt Isabella Toman eine Leidenschaft für die 40er-Jahre. „Ich bin nicht gezielt auf eine Ära fixiert, aber die begleiten mich schon ein ganzes Leben“, sagt sie. Sie mag vor allem alte Möbel mit Geschichte, das mache das Wohnen für sie lebendiger. „Ich bin schon ein nostalgischer Mensch“, fügt sie nachdenklich hinzu. Die 40er-Jahre spiegeln sich auch in ihren Arbeiten wider, die von alten Modefotografien aus dieser Zeit, wie etwa aus der Harper’s Bazaar, inspiriert sind. Deswegen male sie auch fast ausschließlich Frauen – da sie diese als ästhetischer empfinde und sich auch selbst ein Stück weit darin wiederfinden könne.

Ein Möbelstück, das die 33-Jährige schon lange begleitet, ist der Couchtisch. Diesen fand sie mit 17 Jahren vereinsamt auf den Straßen Klagenfurts stehen. Seitdem sie ihn mit nach Hause genommen hat, zieht er in jede neue Wohnung mit. Generell bevorzugt Toman eher Möbel, die einen etwas abgenutzten Anschein erwecken, als teure Design- oder Vintage-Stücke. „Ich bin kein Fan von ganz teuren Möbeln, sie sollen eher etwas aushalten, wenn ich mit dem Staubsauger dagegenfahre“, sagt Toman und grinst.

Die Illustratorin kauft und sammelt aber nicht nur, sondern fabriziert auch selbst Geschirr und Figuren aus Ton. Gerade erst hat sie sich eine Töpferscheibe gekauft. „Jedes Stück ist ein Unikat. Ich habe erst einen Kurs gemacht und es bisher als Hobby betrieben, aber es hat mir so getaugt, dass ich mir die Scheibe gekauft habe, und ein Ofen kommt auch noch dazu, um Skulpturen zu brennen“, sagt sie.

Auch die Lampe über dem Küchenblock ist ein handgefertigtes Stück aus einem Ast, den das Ehepaar bei einem Spaziergang am Wiener Wilhelminenberg gefunden hat. Je nach Jahreszeit verziert Frau Isa diesen dann mit Kräutern und Blumen aus dem Garten. „Das Nachbarskind ist ein Tee-Fan und bringt mir die Kräuter zum Trocknen“, erzählt sie. Der Platz darunter, auf einem Hocker neben der Kücheninsel, sei außerdem ihr Lieblingsplatz zum Lesen und Arbeiten. Generell halte sie sich viel in der Küche auf, liebe es, Brot zu backen – wie auch die Küchenmaschine hinter ihr erahnen lässt.

Dass der 60 große Wohnraum so gemütlich werden würde, konnten Oliver und Isabella Toman bei der ersten Besichtigung gar nicht erahnen. „Das Hallenartige hat mich zuerst erschlagen, aber jetzt mag ich die Wohn-Küchen-Kombi“, sagt Isabella. Dass diese trotz Erdgeschoß so hell ist, hat mit der Vorgeschichte des Hauses zu tun, in dem vor etwa 100 Jahren Textilartikel verkauft wurden. Später ist ein Kfz-Zubehörgeschäft eingezogen, danach noch ein Supermarkt.

Davon ist heute kaum noch etwas zu spüren, so detailverliebt und durchdacht wirkt der Wohnraum des Künstler-Ehepaars. „Wir haben so massiv viel Zeug“, sagt Frau Isa, während ihr Blick von einem Kunstwerk zum nächsten schweift, „vermischt mit Spielzeug.“ Missen möchte sie davon dennoch nichts, denn genau diese Melange aus Alt und Neu, Trödel und Unikaten macht das Zuhause der drei zu etwas Besonderem.

Für das Cover des 6. Bandes von "Littel People, Big Dreams" hat Frau Isa Marie Curie illustriert.

Noch hängen wenige Bilder der Künstlerin, wie das im Wohnzimmer

Sinnbild für Frau Isas Wohnstil: bunt wie nostalgisch

Von der Küche führt eine Treppe direkt auf die Terrasse mit Blick in den liebevoll gestalteten Nachbarsgarten

Auch Produktdesign wie für diese Weinflasche gehört zu Frau Isas Portfolio

Ihre Schlafstätte beschreiben die beiden als klein, aber gemütlich. Die Farben sind auch hier abgestimmt

Frau Isa stammt aus Kärnten, kam dort bereits als Teenager mit Graffiti in Berührung. Heute ist sie vor allem für ihre Murals (Wandgemälde) bekannt, malt aber auch viel mit Acryl auf Leinwände. Neben der Tätigkeit als freischaffende Künstlerin leitet sie gemeinsam mit Ehemann Oliver  Toman   „Wald & Schwert“, eine Agentur für Illustrationen und Grafikdesign.

www.frau-isa.com

Aus dem Rahmen

Das erwartet man in einem Wiener Gemeindebau im fünften Bezirk wohl am wenigsten. Dort, wo in den Dachgeschoßen solcher Gebäude meist eine düstere Waschküche zu finden ist, öffnet sich das magisch-bunte Reich von Sybille Uitz. Hier wohnt und arbeitet die als „Monstermalerin“ bekannt gewordene Künstlerin seit vielen Jahren. „Ich hatte das Glück, in den 80er-Jahren eines der wenigen Wohnateliers der Gemeinde Wien zu bekommen. Seither lebe ich hier“, sagt Sybille Uitz. Und das nicht alleine. Stets an ihrer Seite: Künstlerkatze Savannah.

Gleich linkerseits des Vorzimmers: ein großer Raum, in dem „kreatives Chaos“ herrscht – mit allem Drum und Dran, was die Künstlerin für ihre farbstarken Bilder, etwa in Öl-, Pastell-, Aquarell-, Tusche-, Enkaustik- und Acryltechnik, benötigt. Regale mit Farbpigmenten, Holzkisten mit Kreiden, Fächer mit Papier, Boxen mit Bürsten, Rollen, Spachteln, Schwämmen, Laden voll mit noch ungerahmten Werken der Malerin.

Über-Sinnlich

Auch hier schon Anklänge an die Reisetätigkeit von Sybille Uitz. Kunstvolle Dinge, die sie aus Sri Lanka und Afrika mitgebracht und im Wohnbereich des Ateliers arrangiert hat: Trommeln, Masken, Figuren, Statuen. Im Wohnzimmer, das mit wandseitigem Tisch und Hochstühlen auch als Esszimmer dient, wacht eine afrikanische Sonnengottheit. Viele dieser Reisesouvenirs wirken mystisch und sind Ausdruck für das Übersinnliche, Spirituelle und Unbekannte, das auch in den Bildern von Sybille Uitz immer wieder anklingt.

Ja, dieser Künstlerhaushalt ist wirklich nicht ganz von dieser Welt. Dann wieder: bunte Farbinseln. Die Fliesen bei der Abwasch des Ateliers, ebenso die Badgestaltung, erinnern an den Meister dieses Stils: an Hundertwasser. Den hat Sybille Uitz einst tatsächlich näher gekannt. Aber das ist lange her, wie sie sagt. Einen Blick in ihr Schlafzimmer gestattet sie dann auch noch. Eindruck: wenig Bett, dafür eine Menge Kunst- und Bildbände. An der Wand ein bildschöner Spiegel im Jugendstilrahmen aus dem Nachlass ihrer Mutter, einer Kunsthändlerin, den den die Tochter in Ehren hält. Sybille Uitz zwinkert ihrem Spiegelbild zu und bringt ihr Wohngefühl auf den Punkt: „Ich liebe und lebe die Kunst, indem ich mit und in ihr wohne!“

Sybille Uitz wurde 1959 in Linz geboren. Ihr Vater war bildender Künstler, die Mutter Künsthändlerin. Uitz absolvierte eine Ausbildung zur Kunst- und Buch- händlerin, weiters ein Studium der Malerei – Grafik u. a. bei Adolf Frohner. Sie ist bekannt für ihre liebenswürdigen Monster, die uns in ihren Bildern  daran erinnern,  die Schönheit und Wildheit  der Erde und die Tiere zu beschützen. www.sybille-uitz.com