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Wohnen
04/06/2016

Heizung

Bei der Wahl des passenden Systems ist die Effizienz ein entscheidender Faktor.

von Mario Kopf

Die Anforderungen an das Heizsystem sind hoch: Es soll billig sein, einfach und problemlos funktionieren und am besten die Umwelt schonen. Bei der Hausplanung gilt es gleich zu Beginn, die Energieversorgung zu berücksichtigen: Die Ausrichtung des Gebäudes nimmt bereits Einfluss – südseitig gelegene Zimmer benötigen weniger Wärme. "Allgemein ist die Wahl immer auf den persönlichen Wärmebedarf abzustimmen", sagt Georg Trnka von der Österreichischen Energieagentur.

Wer wenig heizen muss – sei es in einem Wochenendhaus oder einem Domizil in Passiv- oder Niedrigbauweise – ist mit einem System gut bedient, das niedrige Anschaffungskosten hat, etwa einer Erdgas-Brennwertheizung. "Wer Öl und Erdgas verwendet, sollte auf ein solches modernes System setzen, da es einen großen Wirkungsgrad hat und effizient ist", sagt der Experte. Allerdings ist zu bedenken, dass der Betrieb teurer ist, der Markt variiert und zudem hohe CO2-Emissionen erzeugt werden.

Bei starkem Wärmebedarf kann sich die Erstehung eines Systems wie der Biomasseheizung rechnen: Da die Brennstoffpreise niedrig sind, besteht die Chance die (hohen) Investitionskosten auszugleichen, wodurch auf lange Sicht Geld gespart wird. Hier gibt es verschiedene Ausführungen, etwa Stückholz-, Hackschnitzel oder Pelletsheizungen. Der Vorteil: Ein günstiger, umwelt- und klimaschützender Betrieb, der zudem mit Förderungen reizvoll gemacht wird.

Die Nutzung von Fernwärme ist eine praktische Lösung, wenn ein Anschluss vorhanden bzw. möglich ist. "Die einmalige Zahlung ist gering, dafür sind die reinen Energiekosten aktuell die höchsten", sagt Trnka. Bei Stromheizungen ist es ähnlich: Zwar ist die Handhabung komfortabel – sie werden einfach mit einem Stecker an den Strom angeschlossen. Eine Variante wie die Infrarotheizung punktet zudem mit einer angenehmen Wärmestrahlung. Allgemein kommt der Betrieb jedoch teuer und die Kohlendioxid-Emissionen sind höher als bei Biomasse.

Solarthermieanlagen ermöglichen eine effizientere Nutzung des vorhandenen Grundsystems: Sie wandeln das Licht der Sonne in thermische Energie um und unterstützen so die Warmwasseraufbereitung bzw. Heizung. Dadurch lässt sich der Brennstoffverbrauch reduzieren. Wärmepumpen nutzen die Wärme der Luft oder (mit höherem Wirkungsgrad) jene des Erdreiches. "Sie rentieren sich bei Systemen mit einer niedrigen Vorlauftemperatur wie Fußbodenheizungen, aber arbeiten bei Radiatoren meist in einem schlechten Wirkungsgrad", erklärt Trnka.

Wärmepumpen können auch mit Fotovoltaik-Anlagen kombiniert werden, die Sonnenstrahlen nutzen, um Strom zu erzeugen. Das erhöht die Wirkung und schont die Umwelt. Bei entsprechenden Varianten sollte aber genau kalkuliert werden, ob sich die Anschaffungskosten auszahlen.

"Ein häufiger Fehler beim Hausbau liegt in der zu großen Dimensionierung des Heizsystems", sagt der wissenschaftliche Mitarbeiter. Auch sei es wichtig, eine thermische Sanierung vor der Heizungserneuerung durchzuführen und nicht umgekehrt. So lässt sich der Bedarf adäquat einstellen.

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