In der Haltung müssen individuelle Eigenheiten berücksichtig werden.

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Wissen Wissenschaft
10/05/2020

Tiercoach: Hunde haben ein Recht auf artgerechte Haltung

Am 10. Oktober ist Welthundetag. Das Tierschutzgesetz schreibt Auslauf, Sozialkontakte und gesunde Ernährung vor. Es gilt alle Tage.

von Hedwig Derka

Ob im Einsatz für die Gesundheit des Menschen, dessen Sicherheit oder die Jagd, Hund leisten tolle Arbeit. Darüber hinaus sind die Rudeltiere treue Gefährten, Seelentröster, Freunde fürs Leben.

Wichtige Rolle im Alltag

Am 10. Oktober findet ihnen zu Ehren der alljährliche Welthundetag statt. Initiatoren und Hintergründe des World Dog Day sind nicht bekannt. Fest steht, dass der Aktionstag daran erinnern soll, wie wichtig die Vierbeiner im Alltag vieler Menschen sind. KURIER-Tiercoach Katharina Reitl erklärt aus gegebenem Anlass, was Halter umgekehrt für ihre Lieblinge tun können bzw. müssen.

Rech auf artgerechte Haltung

„Hunde sind kein Accessoire. Sie haben ein Recht auf artgerechte Haltung“, sagt Zoodoc Reitl. Das Tierschutzgesetz schreibt denn vor, welche Rahmenbedingungen dafür gelten. Besser ist immer erlaubt. 

Gassigehen ist kein Auslauf

So haben die Vierbeiner zum Beispiel ein Recht auf Bewegung. Spazierengehen ist selbst in Coronazeiten Pflicht. Das Umrunden des Häuserblocks reicht im Normalfall nicht aus. Es dient zwar dem Erleichtern, wird einem Auslauf aber nicht gerecht. Der muss vielmehr mindestens einmal täglich  auf die Bedürfnisse des Hundes zugeschnitten sein – Spielzeit inklusive. Mehr Aktivitäten draußen gleichen beengte Wohnverhältnisse aus.

Rudeltiere suchen Kontakt

„Hunde haben ein Recht auf Sozialkontakte“, zählt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn weiter auf. Das Zusammensein mit Menschen ist von Gesetzes wegen zwei Mal täglich vorgesehen. Minimum. Tatsächlich brauchen die sozialen Tiere ihr Rudel. „Sie müssen nicht jede Minute unterhalten werden, aber Hunde sind nicht dafür geschaffen, ständig lang allein zu sein“, betont die Expertin.  Jeder Kontakt stärkt die Mensch-Tier-Beziehung. Sie ersetzt freilich nicht den Austausch mit Artgenossen. Tierisches Herumtollen macht die meisten Vierbeiner glücklich. Für Welpen gilt zusätzlich: Sie dürfen bis zur achten Lebenswoche nicht von ihrer Mutter getrennt werden.

Ausgewogene Ernährung

„Hunde haben ein Recht auf artgerechte Ernährung“, betont Reitl. Nicht alles, was Menschen schmeckt, tut Vierbeinern gut. Futter muss rechtlich gesehen „geeignet“ und „ausreichende“ angeboten werden. Vegane Kost samt Zusatzstoffen schmeckt nicht jedem Allesfresser, individuelle Vorlieben sind immer  zu beachten. Frisches Trinkwasser muss jederzeit zur Verfügung stehen. Insgesamt ist für die „Gesundheit des Hundes Sorge zu tragen“.

Rücksicht auf Rasse und Individuum

„Wichtig ist, auf den Charakter des Hundes Rücksicht zu nehmen“, hebt Reitl abschließend hervor. Huskys und Windhunde mögen Bewegung, Terrier und Chihuahuas körperliche und geistige Beschäftigung a la Dogdance oder Agility, Pekinesen wollen kuscheln und verwöhnt werden. Eigenheiten und individuelle Bedürfnisse schließlich sollten nicht nur am Tag des Hundes akzeptiert werden.

Probleme mit der Katze, Sorgen um den Hund, Fragen  zu Sittich, Schildkröte & Co? Schreiben Sie an: tiercoach@kurier.at

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