Rubble wurde mehr als doppelt so alt wie Wohnungskatzen im Durchschnitt.

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Wissen Wissenschaft
07/13/2020

Tiercoach: Wie Katzen gesund alt werden können

Kürzlich starb eine Maine-Coon mit 31 Jahren. Der Kontakt zu Menschen verlängert das Leben.

von Hedwig Derka

Rubble legt die Latte hoch. Wie jetzt bekannt wurde, starb einer der ältesten Kater der Welt am 3. Juli an Altersschwäche. Der Maine-Coon stand kurz vor seinem 32. Geburtstag. Umgerechnet in Menschenjahre wäre der Brite etwa 150 Jahre alt geworden.

Lebenserwartung zwischen zwölf und 14 Jahren

„Die Lebenserwartung von Katzen liegt meist zwischen zwölf und 14 Jahren. Alles über 16 ist schon sehr alt“, sagt Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach erklärt, was Vierbeiner lange gesund und fit hält.

Belegte Rekorde

„So wie es Menschen gibt, die über 120 werden, können auch Haustiere steinalt werden“, sagt Zoodoc Reitl. Sie zweifelt nicht an Rubbles aktuellem Rekord. Immer wieder werden Vierbeiner zu Methusalems. Die texanische Hauskatze Creme Puff schlief 2005 überhaupt erst nach 38 Lebensjahren und drei Tagen für immer ein. Das stolze Alter gilt bisher als unübertroffen. Der Eintrag im Guinness Buch basiert auf Beweisen.

Sicher daheim

„Wohnungskatzen haben die besten Voraussetzungen für ein langes Leben“, sagt die Expertin. Die Gene allein sind es nicht, vielmehr trägt der enge Kontakt zum Menschen dazu bei. Die Lieblinge daheim werden in der Regel mit Hingabe gepflegt. Sie bekommen hochwertiges Futter, das ihrer Entwicklung entspricht. Vorsorge wird ernst genommen: Bei den ersten Anzeichen einer Krankheit wird das Tier dem Veterinärmediziner vorgestellt und bei Bedarf nach hohem Standard behandelt.

Freigänger in Gefahr

„Freigänger sind mehr Risiken ausgesetzt“, sagt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Auf ihren Streifzügen überqueren sie Straßen und klettern auf Bäume. Sie kämpfen mit Artgenossen und verteidigen ihr Revier. Marder sind gefährliche Gegner. Außerdem können Parasiten die Streuner eher befallen als Katzen, die niemals in Wald und über Wiese gehen. Würmer, die über Beutetiere aufgenommen werden, oder Zecken können selbst gepflegte Freigänger krank machen.

Straßenkatzen sterben früher

„Straßenkatzen, um die sich niemand kümmert, liegen am untersten Ende der Lebenserwartung“, sagt Reitl. Sie sind am stärksten bedroht. Die Tiere sind in keiner Weise vor Schmarotzern geschützt. Ist ihr Körper geschwächt, werden sie noch anfälliger für Krankheiten; allen voran für Katzenseuche, Katzenaids und Katzenleukämie. Verletzungen führen unbehandelt mitunter zum Tod.

Wohlstandskrankheiten vorbeugen

„Nicht alle Wohnungskatzen werden alt“, sagt die Expertin. Oft setzen Wohlstandskrankheiten wie Übergewicht, Diabetes, Allergien und Gelenksprobleme den allzu verwöhnten Vierbeinern zu.

KURIER-Tiercoach Katharina Reitl rät: „Schauen Sie vor allem, dass Ihre Katze schlank bleibt. Auch Bewegung ist ein Jungbrunnen.“

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