Manche virale Erkrankungen enden tödlich.

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Wissen Wissenschaft
09/07/2020

Tiercoach: Welche Viren Katzen besonders gefährden

Diagnose und Behandlung sind oft schwierig, vor einigen viralen Erkrankungen schützt eine Impfung.

von Hedwig Derka

Katzen können sich mit SARS-CoV-2-Viren anstecken. Ein enger Kontakt mit einem Menschen, der an Covid 19 erkrankt ist, macht es möglich. Die meisten Vierbeiner überstehen die Infektion ohne Komplikationen. Andere Viren dagegen machen Katzen viel mehr zu schaffen.

Panleukämie

„Panleukämie zum Beispiel ist für Katzen hochansteckend und gefährlich“, sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach erklärt, welchen Viren Katzen ausgesetzt sind und welche Maßnahmen schützen.

Katzenseuche

„Für Katzen können Parvoviren tödlich sein“, sagt Reitl. Vor allem Jungtiere und Freigänger sind gefährdet. Da die Erreger in der Natur mehr als sechs Monate überleben und über Schuhe ins Haus getragen werden können, können auch reine Wohnungskatzen betroffen sein. Die Ansteckung erfolgt über Kot, kontaminiertes Futter, Kleidung oder Spielzeug. Zunächst leidet der Patient an Durchfall und Erbrechen, später kommt Fieber hinzu. Das größte Problem: Das Immunsystem wird unterdrückt. Damit können schon einfache Infektionen nicht ausreichend bekämpft werden. Die Behandlung insgesamt ist schwierig, eine Schutzimpfung in jedem Fall empfohlen.

Katzenschnupfen

„Katzenschnupfen ist eine Sammelbezeichnung für ansteckende Erkrankungen der Atemwege und der Schleimhäute“, definiert die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Gefährlich wird es, wenn Herpes- und Caliciviren beteiligt sind. Dann rinnen nicht nur Augen und Nase, sondern das Fieber steigt und Folgeinfektionen setzen dem Patienten zu. Die Viren lassen sich nur unterdrücken. Ältere Tiere leiden chronisch. Jungtiere sterben oder tragen schlimme Langzeitschäden davon. Die Impfung schützt zwar nicht vor jeder Mutation, hält aber die Abwehrkräfte aktiv.

Katzenleukämie

„Retroviren begünstigen die Entstehung von Tumoren und unterdrücken das Immunsystem“, beschreibt Reitl. Katzen, die mit Körperflüssigkeiten eines Artgenossen in Berührung kommen können, sollten geimpft werden. Erkrankt ein Vierbeiner an dem „Blutkrebs“, gibt es keine Rettung.

Katzenaids

Das feline Immundefizienz-Virus, FIV, greift nach einer Übertragung durch einen blutigen Biss oder Speichel langsam die Lymphozyten an. Die seltene Krankheit bleibt lange symptomfrei. Der Patient stirbt an Folgekrankheiten vergleichbar wie bei einer HIV-Infektion.

Feline infektiöse Peritonitis

Feline Coronaviren verursachen Durchfall; bösartige Mutationen Brust- bzw. Bauchfellwassersucht. Die Impfung kann Viren nur an den Eintrittspforten Nase und Rachen abfangen. Ist FIP akut, stehen die Überlebenschancen des Vierbeiners schlecht. Ein neuer Therapieansatz scheint vielversprechend.

Vorsorge empfohlen

KURIER-Tiercoach Reitl fasst zusammen: „Die meisten viralen Erkrankungen sind schwierig zu diagnostizieren. Oft gibt es nur symptomatische Therapien. Bei einigen gibt es gute Impfungen.“

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