Juckreiz kann eine beginnende Hautpilzerkrankung anzeigen.

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Wissen Wissenschaft
08/31/2020

Tiercoach: Vierbeiner mit Hautpilz müssen rasch behandelt werden

Haustiere leiden oft an Faden- und Hefepilzen. Dermatophytose macht auch Halter krank.

von Hedwig Derka

Es beginnt mit lokalem Haarausfall und leichtem Juckreiz. Später entstehen kahle Stellen im Fell. Kratzen verschlimmert die Irritationen, die bevorzugt an Kopf, Schwanz oder Rücken auftreten. Rötungen und Schuppen folgen.

„Hautpilz ist aufgrund der Anzeichen oft gut zu erahnen, der Nachweis mitunter schwierig. Andere Erkrankungen dürfen nicht übersehen werden“, sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach grenzt die Dermatophytose, die durch Fadenpilze entsteht, von Pilzerkrankungen, die durch Hefepilze hervorgerufen werden, ab und erklärt, warum eine rasche Behandlung wichtig ist.

Häufigste Pilzerkrankung

„Die mit Abstand häufigste infektiöse Pilzerkrankung bei Hund und Katze ist Microsporum canis“, sagt Reitl. Oft trifft es junge Tiere, deren Immunsystem noch nicht völlig ausgereift ist. Bei Erwachsenen gelten Stress, Läufigkeit, Trächtigkeit oder Säugen als Ursache. Auch Sekundär-Infektionen begünstigen die Ansteckung.

Diagnose

„Es gibt einen simplen Schnelltest“, sagt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Eine Schwarzlichtlampe lässt die Pilzsporen fluoreszieren. Da vor allem seltene Pilzarten nicht leuchten bzw. Salbenrückstände auf die ultraviolette Beleuchtung reagieren, ist der Befund jedoch nicht sehr verlässlich. Gewissheit bringen Haut- und Haarproben, die unter dem Mikroskop untersucht werden. Am zuverlässigsten sind Pilzkulturen, sie lassen nach etwa vier Wochen auch die Artbestimmung zu. In seltenen Fällen bedarf es einer Biopsie.

Behandlung

„Üblicherweise helfen Antimykotika. Die lokalen Hautstellen werden mit Salben oder Flüssigkeiten behandelt“, sagt Reitl. Bei langhaarigen Rassen erleichtert das Scheren des Fells die in der Regel zeitaufwendige Therapie. Starker Befall macht die Eingabe von Antipilzmitteln notwendig; sie bekämpfen die Erreger von innen. Außerdem muss die Umgebung des Patienten gründlich desinfiziert werden. „Kontamination muss verhindert werden“, betont die Expertin. Die Sporen können durch engen Kontakt mit dem Haustier oder durch Gegenstände auf den Menschen übergehen.

Probleme durch Hefepilze

„Im Gegensatz zur Dermatophytose ist Malassezia keine Zoonose, (d.h. der Mensch kann sich nicht am Tier anstecken, Anm.)“, sagt der KURIER-Tiercoach. Die übermäßige Vermehrung der Hefepilze erfolgt häufig nach Schädigungen der Haut, aufgrund einer Allergie oder durch ein anhaltend feucht-warmes Milieu wie etwa nach dem Schwimmen (z.B. zwischen Zehen, in den Gehörgängen) oder bei Hängeohren. Der KURIER-Tiercoach schließt: „Die Akutbehandlung ist oft unkompliziert. Es braucht aber ein Langzeitmanagement, um chronische Erkrankungen zu vermeiden.“

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