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Wissen Wissenschaft
07/06/2020

Tiercoach: Worauf Sie achten müssen, wenn Ihr Hund im See badet

Weite Anreisen und extreme Hitze strapazieren Hunde, Katzen mögen keinen Ortswechsel.

von Hedwig Derka

Heuer ist vieles anders – auch für Haustiere: Die Corona-Krise hat den Vierbeinern im Lockdown mehr Zeit mit ihren Besitzern beschert; mehr Beschäftigung, mehr Pflege, mehr Spiel, mehr Kuscheln. Die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus wirken nun bis in die Ferien.

„Hunde und Katzen haben einen tollen Sommer vor sich“, sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach erklärt, wie die Vierbeiner von den Reisebeschränkungen profitieren.

Hunde bleiben gern beim Rudel

Hunde lieben die Gesellschaft des Menschen. Auch im Urlaub ziehen sie das Rudel in der Fremde der Einsamkeit in gewohnter Umgebung vor. In den vergangenen Jahren bedeutete das oft lange Fahrten. „Heuer bleiben viele daheim oder urlauben in Österreich. Die Anreise verkürzt sich damit“, sagt Reitl. Ob Auto, Bahn oder Flug – weite Strecken strapazieren Hunde; das fällt heuer weg.

Zudem bleibt den Urlaubern daheim die extreme Hitze der südlichen Reiseziele erspart. Die meisten Haustiere kommen mit Temperaturen ab 35 C schlecht zurecht. Die vertraute Wetterlage in der Heimat entlastet ihr Herz-Kreislauf-System.

Rücksicht nehmen

Doch auch wer Freizeitaktivitäten in die Nähe plant, muss Rücksicht auf seinen vierbeinigen Begleiter nehmen: „Eine Wanderung darf Hunde nicht überfordern“, sagt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Über der Baumgrenze gibt es kaum Schatten, der Hund ist der Sonne ausgesetzt. Alpine Touren sind nichts für Stadt-Spazierer.

„Ein Ausflug an einen See wird Hunde freuen. Süßwasser ist angenehmer als Salzwasser“, sagt die Expertin. Langhaarige bzw. schüttelfaule Tiere sollen nach der Abkühlung abgetrocknet werden. Andernfalls drohen Entzündungen oder Infektionen. Die Notfall-Apotheke muss immer mit.

Katzen mögen selten Fremde

Katzen sind soziale Einzelgänger, sie mögen es, wenn jemand da ist, so sie gerade Lust auf Kontakt haben. Sie ziehen das Zuhause einem Ferienquartier vor. „Bleiben die Besitzer zu Hause, brauchen die Vierbeiner keine Fremdbetreuung“, sagt der Zoodoc. Die Gewohnheitstiere müssen sich nicht umstellen, das sorgt für Urlaubsstimmung ohne Stress. Viele Katzen genießen es, wenn ihnen der Besitzer während eines Tagestrips die Wohnung überlässt.

Kleintiere beim Auslauf schützen

Kleintiere wie Schildkröten sollten in der warmen Jahreszeit regulär in einem Freigehege gehalten werden. Meerschweinchen und Kaninchen genießen die Sommerfrische auf der Wiese. Freilich müssen sie vor Sonne und Greifvögeln geschützt sein. Zu viel Grünfutter kann zu Verdauungsproblemen führen. Wichtig ist, dass „sie ausbruchsicher untergebracht sind“, sagt der KURIER-Tiercoach: „Sonst gibt es ein Urlaubsdrama.“

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