Schwangere sollen Katzen nicht ins Bett lassen.

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Wissen Wissenschaft
01/25/2021

Tiercoach: Toxoplasmen sind bei Katzen schwierig nachzuweisen

Viele Haustiere haben Kontakt mit den Einzellern. Sie bleiben meist ohne Symptome.

von Hedwig Derka

Der Einzeller Toxoplasma gondii geht raffiniert vor. Er manipuliert seinen Zwischenwirt, z.B. eine Maus, derart, dass dieser die Scheu verliert und sich dem Endwirt, d.h. vor allem Katzen, quasi selbst zum Fra√ü vorwirft. Dort landet er im Darm, vermehrt sich und wird gelegentlich ausgeschieden. Der Kreislauf von Kot ‚Äď √úbertr√§ger ‚Äď Endwirt setzt sich fort. 
Schweizer Forschern ist es k√ľrzlich gelungen, den Schmarotzer mit einer abgewandelten Gen-Schere unfruchtbar zu machen und einen Lebendimpfstoff daraus zu entwickeln. Die Versuchstiere konnten tats√§chlich einen k√∂rpereigenen Schutz aufbauen.

‚ÄěDas Prinzip ist ur-spannend. F√ľr die Praxis sind noch viele Frage offen‚Äú, sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach erkl√§rt, zu welchen Komplikationen es bei Toxoplasmose kommen kann und wie eine Ansteckung zu verhindern ist.

Gefahr f√ľr ungeborene Babys

Gesch√§tzt ein Drittel der Weltbev√∂lkerung ist mit Toxoplasma gondii durchseucht. Gesunde Menschen zeigen bei einem Befall kaum Symptome; sie wissen dann oft nicht, dass sie √ľber Antik√∂rper verf√ľgen. Gef√§hrlich ist vor allem eine Erstinfektion w√§hrend der Schwangerschaft. Das ungeborene Kind kann bleibende Sch√§den davontragen oder sterben. Auch immungeschw√§chte Erwachsene k√∂nnen schwer erkranken; wenn der Einzeller etwa Zysten im Gehirn verursacht. 

‚ÄěKatzen sind zum Gro√üteil asymptomatische Tr√§ger‚Äú, sagt die Tier√§rztin aus der Ordination Tiergarten Sch√∂nbrunn. Kr√§ftige Vierbeiner merken nichts. Jungtiere und geschw√§chte Patienten k√∂nnen an Durchfall und Erbrechen leiden oder Entz√ľndungen vor allem der Augen oder des Gehirns entwickeln.

Hygiene sch√ľtzt vor Ansteckung

‚ÄěHygiene ist der beste Schutz vor der Zoonose. Schwangere mit negativem Antik√∂rper-Titer m√ľssen besonders darauf achten‚Äú, sagt Reitl. H√§ndewaschen ist oberstes Gebot; erst Recht vor dem Essen. Werdende M√ľtter sollen zur Sicherheit das Kisterl nicht putzen, auch wenn Parasiten-Eier im Katzenkot erst nach  mindestes einem Tag ansteckend werden. Dar√ľber hinaus d√ľrfen Mamas in spe die Katze nicht ins Bett lassen. ‚ÄěVorsichtsma√ünahmen sind okay. Alles andere ist √ľbertrieben‚Äú, betont der Zoodoc. Das Haustier muss nicht abgegeben werden. Hauptinfektionsquellen bei Menschen bleiben Rohwurstprodukte bzw. Gartenarbeit, wo Katzen das Beet als Klo ben√ľtzen.

Schwierige Diagnostik bei Katzen

‚ÄěDie Diagnostik bei der Katze ist ein Problem‚Äú, erkl√§rt Reitl. Antik√∂rper lassen sich zwar einfach im Blut feststellen. Der Wert sagt aber nichts dar√ľber aus, ob das Haustier akut Parasiten im Darm hat. Die Untersuchung des Kot liefert auch kein verl√§ssliches Ergebnis. Toxoplasmen werden nicht regelm√§√üig ausgeschieden. Nur ein positiver Befund ist ein Beweis, jedes negative Resultat bleibt eine Momentaufnahme.

Auch Wohnungskatzen betroffen

‚ÄěToxoplasma gondii ist nicht nur bei Freig√§ngern, die zystenh√§ltiges rohes Fleisch fressen, ein Thema‚Äú, schlie√üt der KURIER-Tiercoach: Wenn eierhaltige Erde an den Schuhsohlen ins Haus getragen wird, k√∂nnen sich auch Wohnungskatzen  infizieren. 

Probleme mit der Katze, Sorgen um den Hund, Fragen  zu Sittich, Schildkr√∂te & Co? Schreiben Sie an: tiercoach@kurier.at

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