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Wissen
12/07/2020

Tiercoach: Virale Infekte mit Hausmitteln behandeln

Nicht jeder Husten ist ein Notfall. Bei blutigem Auswurf muss der Patient zum Tierarzt.

von Hedwig Derka

Heuer wird weniger gehustet; zumindest bis jetzt. Coronabedingt achten Menschen beim Gassiführen und auf der Wiese auf mehr Abstand, Rasse-Ausstellungen finden nicht statt, Urlaub in der Tierpension ist abgesagt. Ohne engen Kontakt stecken sich auch Haustiere kaum an.

„Vierbeiner husten aus unterschiedlichsten Gründen. Nur manchmal ist es ein Notfall“, sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach erklärt, wann Patienten unbedenklich bzw. arg betroffen sind und was ihnen hilft.

Angeborener Reflex

Husten ist ein angeborener Reflex. Die Abwehrfunktion des Körpers befreit die Atemwege von Sekret, Schadstoffen oder Fremdkörpern. „Oft sehen Besitzer nicht, ob ihr Liebling trocken oder feucht hustet“, sagt Reitl. Tiere, die Schleim aus den oberen Atemwegen loswerden wollen, schlucken den Auswurf häufig hinuntern.

„Schwanken die Außentemperaturen, kommt es häufiger zu viralen Infekten der oberen Atemwege“, sagt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Die Symptome können leicht bis schwer ausfallen und sind oft mit Reizhusten verbunden. Tritt das charakteristische Geräusch wiederholt auf, lindern Hausmittel den Schmerz. Hunde gehen dann mit Brustgeschirr statt Halsband und Leine hinaus. Viele trinken gerne Salbeitee, auch Thymian, Isländisch Moos und Spitzwegerich können angeboten werden. Katzen lassen sich dazu selten bewegen. Allen tut ein Halswickel gut.

Blutiger Auswurf

Ist der Auswurf blutig, kommt Erbrechen dazu oder ringen die Patienten um Luft, ist der Veterinärmediziner gefragt. Ihn interessiert, ob das Leid nur untertags oder auch in der Nacht plagt. Ob die Nase rinnt. Und wie es um die sonstige körperliche Verfassung bestellt ist. „Entscheidend ist, wie oft und wie stark der Vierbeiner hustet“, sagt Reitl. Schließlich gilt es zu lokalisieren, wo der Reiz herkommt. Husten kann im Kehlkopf entstehen, Folge einer Lungenentzündung sein oder in Zusammenhang mit einem Herzproblem, mit Parasiten oder einem Tumor stehen. Zudem kann ein Fremdkörper in der Lunge Schaden angerichtet haben.

„Die Befragung des Besitzers und eine klinische Untersuchung erhärten Vermutungen“, sagt der Zoodoc. Ein Röntgen sichert die Diagnose eventuell ab. Mittels Ultraschall kann das Herz kontrolliert werden. Nicht zuletzt können Blutwerte zur Abklärung beitragen.

„Die Behandlung richtet sich nach der Ursache“, schließt der KURIER-Tiercoach. Bei viralem Husten reichen die Mittel zur Linderung der Symptome von wenig Honig über Hustensaft und Immunsystemstärker bis zum Antibiotikum. Wie bei Menschen dauert eine Erkältung bis zu zwei Wochen.

 

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