Venus view. Elements of this image are furnished

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Wissen Wissenschaft
09/14/2020

Venus: Hinweis auf außerirdisches Leben gefunden

"Bahnbrechende Entdeckung": Bakterien in der Atmosphäre könnten aus früheren Ozeanen stammen.

von Dominik Schreiber, Kid Möchel

Die Menschheit blickt seit Jahren gespannt auf den Mars und sucht dort nach möglichem Leben, doch die große Überraschung liegt nun ausgerechnet in einer komplett anderen Richtung - und zwar auf der Venus. Zwar gilt dieser Planet wegen seiner hohen Temperaturen als lebensfeindlich, von der Form und Größe ist er der Erde allerdings näher als der Mars.

Und Wissenschaftler wollten es nie generell ausschließen, dass es auf der Venus mikrobiologisches Leben geben könnte. Zuletzt hat es sogar Vermutungen gegeben, dass Bakterien in einigen Kilometern Höhe über der Venus überleben könnten. Belege dazu gab es aber vorerst nicht.

Phosphingas

Die britische Royal Astronomical Society hatte für Montag Abend eine "bahnbrechende Ankündigung" angekündigt. In astronomischen Zirkeln wurde aber im Vorfeld bereits getuschelt, dass offenbar ein Gas gefunden wurde, das als Nachweis für Leben gilt. Später war die Rede von Phosphin-Gas.

 

Dieser Fund wurde in der Pressekonferenz dann bestätigt. Man geht von 20 Molekülen pro 1 Milliarde Molekülen aus. In dieser Dichte gebe es nur zwei mögliche Erklärung, eben das Vorhandensein von Bakterien oder chemische Prozesse, die bisher völlig unbekannt sind. Deshalb wollten die beteiligten Forscher auch nicht direkt behaupten, dass sie Leben auf der Venus gefunden haben. Sie sprachen nur von starken Indizien.

Das vermutete Mono-Phosphin (PH3) ist jedenfalls ein sehr giftiges und entzündliches Gas, das auf der Erde unter anderem in der Halbleiterbranche verwendet wird. Es wird etwa für die Desinfektion von Getreide, Nahrungsmitteln und Tabak eingesetzt, bevor diese in andere Länder transportiert werden. Auch auf Jupiter und Saturn kommt das Gas vor, aber in einer komplett anderen Dichte, die zahlreiche andere Erklärungen ermöglichen.

Leben könnte aus Ozeanen stammen

Via BBC wurde schon im Vorfeld angekündigt, dass es sich um die möglicherweise bahnbrechendste astronomische Entdeckung seit Jahrzehnten handelt. Die Forscher sprachen davon, dass es früher in den Ozeanen der Venus Leben gegeben haben könnte, das in die Wolken gewandert sein könnte.

Die Venus ist der zweitinnerste Planet des Sonnensystems. Er ist jener Planet, der der Erde am nächsten und auch am ähnlichsten ist. Die Venus unterscheidet sich vor allem hinsichtlich ihrer Atmosphäre: Diese besteht zu 96 Prozent aus CO2, außerdem ist der Oberflächendruck 90-mal höher als auf der Erde. Bekannt ist sie auch als Morgen- und Abendstern.

Auf der Venus fällt die Temperatur praktisch nie unter 440 Grad Celsius, die Atmosphäre besteht aus Schwefelsäure, Argon, Kohlendioxid, Wasserstoff und Sauerstoff. Menschen könnten zwar nicht auf dem Boden überleben, es wurden aber schon Flugzeuge angedacht, die in größerer Höhe (rund 50 km) mit Menschen um die Venus herumfliegen könnten. Ein Flug zur Venus würde aber rund eineinhalb Jahre dauern.

Nächste Mission im Jahr 2023

Missionen zur Venus waren bisher eher selten. In diesem Jahrtausend gab es nur drei derartige Missionen (zum Vergleich: allein heuer wurden vier Marsmissionen gestartet, im gesamten Jahrtausend waren es bisher 22).

Video mit Erklärung (englisch):

Die japanische und die europäische Raumfahrtorganisation brachten 2010 bzw. 2005 einen Orbiter in die Umlaufbahn. Im Jahre 2004 wurden von einem Merkur-Orbiter der NASA auch einige Fotos der Venus im Vorbeifliegen angefertigt. Die nächste Mission soll 2023 von Indien gestartet werden, dabei soll auch die Atmosphäre untersucht werden.

Die Forscher hoffen nun, dass wegen des spektakulären Fundes neue Missionen geplant werden. Erst so könnte es eine definitive Bestätigung für Leben auf der Venus geben. Als mögliche Mission meinen Sie, dass ein Ballon gesetzt werden könnte.

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