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Wissen Wissenschaft
12/17/2020

Forscher lüften Geheimnis um Feenkreise

Wissenschafter stellten fest, dass Feenkreise von zwei ganz verschiedenen Termitenarten verursacht werden.

Inmitten der Graslandschaften am Rande der Namib-Wüste im südlichen Afrika sind zahlreiche kreisrunde Kahlstellen zu finden, die in regelmäßigen Mustern angeordnet sind. Die Entstehung solcher sogenannter Feenkreise wird seit Jahrzehnten untersucht: Sie existieren auch in Angola, Namibia oder Südafrika.

Ein Team aus den Fachbereichen Biologie und Erdsystemwissenschaften der Universität Hamburg sowie zwei südafrikanischen Universitäten verfolgt seit vielen Jahren die Hypothese, dass die Kahlstellen in der Namib-Wüste durch Fraß von Insekten geschaffen werden. Ein Forschungsteam der Uni Hamburg hat nun neue Hinweise gefunden, die auf eine Entstehung durch Termiten hindeuten.

Bereits im Jahr 2013 wurden Ergebnisse in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht, die zeigten, dass Feenkreise von bodenlebenden Sandtermiten der Gattung Psammotermes hervorgerufen werden, die die kahlen Stellen produzieren, um in ihnen das wenige Wasser zu konservieren.

Professor Norbert Jürgens vom Fachbereich Biologie: "Zu unserer Überraschung haben wir festgestellt, dass die Feenkreise der Namib-Wüste von zwei ganz verschiedenen Termitenarten verursacht werden und dass die Verbreitungsgebiete dieser beiden Arten klar getrennt sind", erklärt Jürgens.
Die Grenze liegt bei 16,23 Grad Süd im südwestlichen Angola: Die Feenkreise südlich dieser Grenze werden von Sandtermiten erzeugt, die nördlichen von Erntetermiten.

Bei der Untersuchung der Feenkreise hat das internationale Forschungsteam eine weitere Entdeckung gemacht: Die gefundene Erntetermite ist eine Art, die bisher noch nicht beschrieben wurde. Untersuchungen der Insekten zeigen, dass diese mit der Termiten-Gattung Microhodotermes eng verwandt sind.

Es handelt sich bei Feenkreisen also nicht um ein einziges Phänomen, sondern um mehrere parallele Entwicklungen. Dazu passt, dass sich die kahlen Kreise stark unterscheiden.

So sind die nördlichen Kreise mit einem mittleren Durchmesser von bis zu 24 Metern etwa zwei bis neunmal größer als die südlichen Kreise. Hinzu kommt, dass nur die nördlichen Kreise Salze im Boden anreichern und in der Mitte eine Bodenerhebung haben, in der das Nest der Termiten liegt.

Benennung der Feenkreise nach den Insekten

"Wir schlagen vor, die Terminologie der Feenkreise zu verfeinern und den Namen des Insekts als Teil des Namens zu verwenden", so Jürgens."Die südlicher gelegenen 'Psammotermes-Feenkreise' sollten von den nördlicheren 'Hodotermitidae-Feenkreisen' unterschieden werden."

Das Forschungsteam interpretiert die Entstehung der Feenkreise durch unterschiedliche Termitenarten auch als interessantes Beispiel für eine konvergente Evolution, bei der sich analoge Merkmale bei nicht näher verwandten Arten entwickeln.

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