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Wissen
04/08/2020

Wie Schüler zum Zeugnis kommen: 11 Leser-Fragen ans Bildungsministerium

Kann ich vor der Matura noch einen Fünfer ausgleichen? Wie betreut man die Kinder in den Ferien? Was passiert mit Praktika? Fragen und Antworten.

von Ute Brühl

Die Maturanten haben jetzt Gewissheit – so viel man eben in solchen Zeiten haben kann: Die Reifeprüfungen starten am 25. Mai. Doch so manche Frage ist noch nicht geklärt, wie Leser-Anfragen zeigen. Martin Netzer, Generalsekretär im Bildungsministerium, hat diese beantwortet.

Wer jetzt die Prüfung nicht schafft, muss im Herbst antreten. Wie wird diese Matura ausschauen?
Kopf hoch! Die Kompensationsprüfung gibt es auch heuer, weshalb der Großteil der Schüler die Matura auch schaffen wird. Zudem wird erstmals die Jahresleistung der 8. Klasse mit in die Note einbezogen, was die Chance erhöht, positiv abzuschneiden. Wenn alle Stricke reißen, tritt man im Herbst an. Dann wir nach gegenwärtigem Stand eine „normale“ Matura stattfinden.

Müssen fehlende Schularbeiten vor der Matura nachgeholt werden?
Wo jemand auf einem Fünfer steht, muss er eine Feststellungsprüfung machen, die auch mündlich sein kann. Generell gilt: Maturanten dürfen heuer nur maximal drei Schularbeiten schreiben – in den Fächern Deutsch, Mathe und in der lebenden Fremdsprache, in der man maturiert, meist Englisch. Dieses Tests sollten dann auf jeden Fall gemacht werden, wenn in diesem Semester noch keiner geschrieben wurde – eine Übung für die Reifeprüfung.

Den größten Respekt haben Schüler von der Mathe-Matura. Welche Hilfe gibt es da bei der Vorbereitung?
Nach Ostern wird auf die Webseite matura.gv.at ein Vorbereitungspaket gestellt, mit dem man üben kann. Wer diese Aufgaben bewältigt, hat sehr gute Chancen, auch die Matura zu bestehen.

Wie sieht dieses Jahr das Maturazeugnis aus? Wie werden die Noten errechnet?
Das Zeugnis sieht genauso aus wie in den Vorjahren. Wer z. B. Physik als mündliches Prüfungsfach gewählt hat, wird mit der Note der 8. Klasse bewertet – außer er macht eine freiwillige mündliche Matura. Wie sehr die Noten der 8. Klassen gewichtet werden, ist noch nicht fix. Möglich wäre 50:50.

Warum wurde die mündliche und nicht die schriftliche Matura abgesagt?
Die standardisierte Reifeprüfung wird als die Matura schlechthin wahrgenommen – so will das Ministerium ein Minimum an Normalität und Leistungsniveau gewährleisten. Da die schriftlichen Tests erst am 25. Mai beginnen, wäre es für die mündliche Matura zeitlich eng geworden.

Unter Lehrern und Schülern gibt es viele, die zu den Risikogruppen gehören, wie geht es für diese weiter?
Lehrkräfte sollten demnächst über das Internet unterrichten, Schüler digital lernen. Während der Matura gibt es für Betroffenen einen separaten Raum. Masken und Desinfektionsmittel werden in allen Räumen zur Verfügung gestellt. Bei der Prüfung wird ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten.

Unterricht findet derzeit nur digital statt. Was können Eltern tun, wenn Lehrer sich weigern, per Video zu unterrichten – nur mit eMails kommt man oft nicht weit.
Das Ministerium muss darauf vertrauen, dass Lehrer einschätzen können, welches Tool am geeignetsten ist. Oft hängt es davon ab, ob die ganze Klasse das nötige Equipment hat. Zentrale Vorgaben sind da schwierig, besser ist es, mit dem Lehrer oder – wenn das nichts bringt – mit der Schulleitung zu reden.

Von Kindern wird zu viel verlangt, klagen Eltern.
Zu Beginn des digitalen Lernens kamen solche Klagen im Ministerium häufiger an. Die Situation hat sich wohl ein wenig normalisiert – manchmal gab es zu wenig Abstimmung zwischen den Lehrern, weil jeder nur für seinen Gegenstand plant. Dort, wo es wirklich zu viel ist, sollte man das der Schule – Lehrkraft und Direktion – rückmelden.

Schulen sollen schrittweise geöffnet wird. Wie kann man sich das vorstellen?
Man wird den Unterricht anders gestalten müssen als bisher – Sportunterricht im Turnsaal wird es wohl nicht geben. Und es wird Hygienemaßnahmen geben – alle müssen sich vor Schulbeginn die Hände waschen. Nach pragmatischen Lösungen wird noch gesucht.

Wenn Eltern Urlaub aufbrauchen – wie betreuen sie Kinder im Sommer?
In den Ferien soll es Angebote in den Schulen geben – dafür könnten zum Beispiel Lehramtsstudenten ECTS-Punkte (Leistungen im Rahmen des Studiums) bekommen.

In berufsbildenden Schulen sind Praktika Pflicht. Das geht sich heuer nicht aus.
Wenn jemand keine Möglichkeit hat, Praktika zu machen, werden sie erlassen. Das wird jetzt vermehrt greifen müssen, damit Laufbahnverluste vermieden werden.

Wie verliert man kein Semester an der Uni?
Veranstaltungen sollen möglichst abgeschlossen werden – es soll Distance-Prüfungen geben, für Tests via Skype wurden Kriterien entwickelt. Einzelprüfungen kann es an den Unis geben, aber keine Massenveranstaltungen. An der Nahtstelle Matura-Uni wird der Minister per Verordnung festlegen, dass es einheitliche Zeitleisten gibt, damit keine Fristen verpasst werden. Zudem ist das Sommersemester „neutral“ – Familienbeihilfe und Studienförderungen sollen garantiert sein, auch wenn nicht alle Leistungen erbracht wurden.

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