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Wissen und Gesundheit
10/29/2015

Wie gesund ist Matcha-Tee wirklich?

Das Trendgetränk soll vor Krebs und Diabetes schützen und gilt als Wachmacher. Stimmt das?

Das grüne Matcha-Pulver sieht zwar sehr chemisch aus, tatsächlich ist es aber Natur pur. Der gleichnamige Tee, der sich daraus herstellen lässt, liegt seit einiger Zeit nicht nur im Herkunftsland Japan, sondern auch hierzulande im Trend. Matcha wird nicht nur als Getränk aufgegossen, sondern mit seiner intensiven Farbe auch in Schokolade, Makronen oder Eis gemischt. Das Pulver ist aber nicht nur wegen seines frischen, leicht süßlichen Geschmacks beliebt, sondern auch wegen vermeintlicher positiver Wirkungen auf die Gesundheit.

Krebs

DerGrünteesoll vor Diabetes und Krebs schützen. Tatsächlich enthält er den Inhaltsstoff Epigallocatechingallat, kurz EGCG, der auch in anderen Sorten grünen Tees enthalten ist und Einfluss auf den Stoffwechsel von Krebszellen hat. EGCG ist für viele Forscher der "Zauberstoff" des grünen Tees. Wissenschafter derUniversität Coloradogehen davon aus, dass Matcha-Tee dreimal so viel EGCG wie andere Grünteesorten enthält. Dem Inhaltsstoff wird eine antioxidative Wirkung nachgesagt – laut großangelegter Studien trägt er zur Prävention von Krebs bei, indem er jene Enzyme hemmt, die Tumore entstehen lassen. [Mehr dazu: 10 Gründe, häufig grünen Tee zu trinken]

Abnehmhilfe

Wie auch andere Grünteesorten soll Matcha-Tee beim Abnehmen helfen. Der Inhaltsstoff EGCG kann helfen, den Blutzuckeranstieg nach einer stärkehaltigen Mahlzeit, z.B. Nudeln oder Kartoffeln, zu halbieren. Zum oder nach dem Essen getrunken regt grüner Tee auch die Verdauung an. Er fördert die Produktion von Magensäure und dadurch den Transport des Speisebreis. Außerdem wirkt der Tee auf den Darm anregend. Die enthaltenen Catechine, sekundäre Pflanzenstoffe, sollen zudem die Fettspeicherung in der Leber verringern sowie die Fettverbrennung anregen. Mehrere Tassen täglich helfen demnach zusätzliche Kalorien wieder abzubauen. Glaubt man der amerikanischen Studie, dass Matcha einen dreimal höheren EGCG-Gehalt hat als andere Grünteesorten, soll diese Wirkung im grünen Pulver sogar stärker sein.

Chlorophyll

Allerdings sinkt der EGCG-Gehalt, wenn Tee mit Milch getrunken wird. Matcha-Latte, eine beliebte Variante des Tees, verliert also positive Effekte für die Gesundheit durch das Aufschäumen mit Milch. Neben EGCG enthält Matcha auch die Vitamine A, B, C und E.

Das grüne Matcha-Pulver ist fein gemahlener Grüntee einer speziellen Sorte. Vier Wochen vor der Ernte werden die Teepflanzen mit Netzen oder Bambusmatten abgedeckt, damit sie weniger Sonnenlicht ausgesetzt sind. Dadurch produzieren die Blätter mehr des Farbstoffs Chlorophyll, der für die typische, intensive grüne Farbe sorgt. Die Wirkung von Chlorophyll im Körper ist bisher unklar. Es gibt Vermutungen, dass Chlorophyll krebshemmend wirken kann, allerdings ist das nicht wissenschaftlich bestätigt.

Wachmacher

Matcha-Tee gilt als Muntermacher. Eine Tasse Matcha-Tee enthält zwar halb so viel Koffein wie eine Tasse Kaffee, soll aber aufgrund anderer Inhaltsstoffe dennoch gleich belebend wirken. Anders als Kaffee macht Matcha nicht unruhig, sondern hellwach und konzentriert. Das gilt aber auch für andere Grünteesorten, die einen ähnlichen Koffeingehalt aufweisen.

Die Inhaltsstoffe von Matcha können von Ernte zu Ernte unterschiedlich sein. Außerdem sind sie nicht genormt und es gibt keine allgemeingültige Bezeichnung für echten Matcha-Tee. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass der Tee aus Japan stammt. Produkte aus anderen Ländern wie China könnten mit anderen Teesorten gestreckt sein – die wertvollen Inhaltsstoffe des Matcha sind dann nur in geringen Mengen enthalten.

Zubereitung

Für die Zubereitung werden ein bis zwei Gramm des grünen Pulvers mit heißem Wasser (ca. 80 Grad) aufgegossen. Anschließend muss der Tee an der Oberfläche schaumig geschlagen werden. Dazu verwendet man einen sehr feinen Bambusbesen, den Chasen. Je mehr Schaum entsteht, desto besser ist der Tee nach japanischer Tradition gelungen.