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Wissen
10/08/2020

Was der Wohlstand zur Römerzeit mit Vulkanausbrüchen zu tun hat

Die warmen Perioden zur Römerzeit und im Mittelalter hängen mit Wohlstand und politischer Stabilität in Europa zusammen.

Vulkanausbrüche haben das Klima in der Vergangenheit stärker beeinflusst als bisher angenommen. Das hat ein internationales Team anhand von Holzproben herausgefunden.

Die Wissenschafter rekonstruierten aus 9.000 lebenden und toten Bäumen die Sommertemperaturen in Nordamerika und Eurasien der vergangenen 2.000 Jahre. Sie verglichen die in den Baumringen aufgezeichneten Temperaturen mit Informationen über sehr große Vulkanausbrüche und wichtigen historischen Ereignissen.

Demnach fielen die relativ warmen Perioden zur Römerzeit und im Mittelalter, als große Vulkanausbrüche seltener waren, oft mit gesellschaftlichem Wohlstand und politischer Stabilität in Europa und China zusammen.

Im Gegensatz dazu loderten in Perioden mit starker vulkanischer Aktivität Konflikte auf und die Wirtschaft brach zusammen.

Die im Fachmagazin Dendrochronologia erschienene Studie zeigte, dass Vulkanausbrüche die globalen Temperaturveränderungen stärker beeinflussen als bisher angenommen.

Die Forschenden wiesen nicht nur größere vorindustrielle Schwankungen der Sommertemperaturen in den letzten 12.000 bis 2.000 Jahre nach. Die Daten offenbarten auch eine Kleine Spätantike Eiszeit im 6. und 7. Jahrhundert.

Auswirkungen können langfristig sein

"Einige Klimamodelle gehen davon aus, dass die Wirkung von Vulkanen lokal begrenzt und kurz ist", sagte Erstautor Ulf Büntgen vom Geografischen Institut in Cambridge und Gastwissenschafter an der eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) laut WSL-Aussendung.

"Betrachtet man jedoch den Gesamteffekt über ein ganzes Jahrhundert, stellt man fest, dass die Auswirkungen viel langfristiger sein können." Die warmen Bedingungen während des 3., 10. und 11. Jahrhunderts ließen sich mit relativ seltenen Vulkanausbrüchen erklären.

Für den Kühleffekt eines Vulkanausbruchs sorgen Schwefelgase, die bis in die Stratosphäre gelangen. Dort bilden sie winzige Partikel, die einen Teil der Sonnenstrahlung reflektieren - und verhindern, dass sich der Planet erwärmt.

Die Forschenden betonen jedoch, dass ihre Resultate keinesfalls bedeuten, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel weniger gravierend sei. Die momentane Erwärmung hänge sicher mit menschlichen Aktivitäten zusammen, sagte Büntgen.

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