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freizeit Reise
09/06/2020

Heiße Quellen, brodelnde Vulkane: Rauchendes Neuseeland

Weiße Sandstrände, Pinguine unter Palmen, traumhafte Wanderwege – Neuseeland hat viel zu bieten, aber die heißen Quellen und Vulkane sind ein ganz spezielles Highlight, das jedes Jahr viele Touristen magisch anzieht.

von Dominik Schreiber

Tsunamis, Erdbeben oder die komplette Verdunkelung der Sonne. Vulkane haben eine Macht auf dieser Erde wie kaum etwas anderes. Sie sollen sogar für den Untergang mehrerer Hochkulturen verantwortlich sein. Wer einmal einen spektakulären Vulkan von innen gesehen hat und dessen unbändige Energie fühlen konnte, den lassen diese Schicksalsberge nicht mehr kalt.

Einige der schönsten Exemplare findet man ihn Neuseeland. Stolze 29 noch aktive Vulkane sind auf das Festland und die Inseln rundherum verteilt, selbst die größte Stadt Auckland ist auf rund fünfzig erloschenen Vulkangipfeln gebaut. Neuseeland gehört zum pazifischen Feuerring und ist fast ständig in Bewegung: Erdbeben und Vulkanausbrüche sind wahrlich keine Seltenheit.

Zuletzt brach im vergangenen Dezember der Vulkan auf White Island aus, 21 Menschen starben dabei. Angst muss man deshalb dennoch keine haben, selbst in Neuseeland kommen mehr Menschen bei Autounfällen ums Leben als bei Vulkanausbrüchen. Deshalb sollte man das ständige Brodeln und Rauchen einfach genießen.

Gerade White Island ist einer der Top-Vulkane des Landes. Anreisen kann man per Helikopter oder mit dem Boot, wobei man von Letzterem häufig auch noch Delfine und Wale beobachten kann. Den Vulkan darf man aus Sicherheitsgründen schon seit jeher nur mit Gasmaske und Helm betreten. Dafür kann man in einen gewaltigen brodelnden See schauen oder die völlig gelben Innenwände der Caldera bewundern. Und nachher ist jedenfalls eine gröbere Reinigung angeraten, denn den Schwefelduft nimmt jeder als Andenken mit.

Wer die Vulkane besuchen möchte, der muss vor allem die Nordinsel ansteuern. Zwar hört man vielerorts, dass die Südinsel angeblich die schönere ist, doch das kommt auch daher, dass diese einfach häufiger besucht wird. Im Norden hingegen beginnt man die Reise am besten in der windigen Hauptstadt Wellington, von dort steuert man den allein stehenden Mount Taranaki an, den man sogar aus dem All sehr gut beobachten kann. Dieser Vulkan ist deshalb abgesondert, weil er laut einer Maori-Sage mit den anderen in Streit geraten ist und sich seither lieber am Meeresufer sonnt.

Von dort geht es östlich Richtung Lake Taupo vorbei an den anderen Vulkan-Brüdern. Wer ambitioniert ist, kann den 2.291 Meter hohen Ngauruhoe

besteigen, den Fans der Filmreihe Herr der Ringe als Schicksalsberg kennen. Doch der Weg hinauf ist mühsam, er ist steil und bröckelig. Für jeden Schritt vorwärts rutscht man einen halben wieder zurück. Etwas einfacher ist daneben das Tongariro-Crossing, für viele die schönste Ein-Tages-Tour der Welt. Knapp zwanzig Kilometer schlängelt sich der Weg durch die vielfältige vulkanische Umgebung.

Der Lake Taupo zeigt, wie mächtig diese Bergriesen sein können. Der vierzig Kilometer lange und 26 Kilometer breite See ist das Überbleibsel (der Krater) eines Vulkanausbruchs vor 26.500 Jahren. Weitaus geringer war der bisher letzte Ausbruch im Jahr 232 nach Christi – dieser war aber noch gewaltig genug, dass die alten Römer in Europa jahrelang von außergewöhnlichen roten Sonnenuntergängen schreiben, vermutlich eine Folge der Aschewolke.

Die vulkanreiche Region hat auch zahlreiche warme Erdquellen hervorgebracht. Die vermutlich schönste ist der sogenannte Champagner-Pool bei Wai-O-Tapu mit seinen orangen Rändern. Im Gegensatz zu dem, was der Name vielleicht verspricht, ist Baden dort nicht angeraten.

Wer anschließend genug von Schwefel und Urgewalt hat, kann etwa Hobbiton (Mata Mata) besuchen, den Originaldrehplatz der Herr-der-Ringe-Saga. Oder im Norden der Nordinsel gibt es traumhafte Strände, teilweise sogar mit weißem Sand wie auf den Malediven. Dort ist es ideal für ein paar herrliche Strandtage. Wer hingegen noch mehr Natur sehen möchte, der wird auf der Südinsel weitere Aha-Erlebnisse haben. Es gibt sogar Orte, an denen Pinguine tatsächlich unter Palmen nisten.

Jedenfalls gibt es sehr viele Globetrotter, die sechzig, achtzig oder über hundert Länder besucht haben und meinen, dass Neuseeland das schönste Land der Welt ist. So etwa auch der Wiener Erich Haider, der 2007 den ersten privaten Weltraumflug bei Virgin (der bis heute allerdings nicht stattgefunden hat) buchte. Auf die Frage des KURIER, warum er dies getan hatte, antwortete er: „Ich war in Neuseeland und wusste, dass es keinen schöneren Ort auf der Erde gibt. Deshalb buchte ich als nächste Reise einen Flug ins Weltall.“

Klimaneutrale Anreise
Man verbringt mindestens 24 Std. im Flugzeug. Die schnellste Verbindung mit dem wenigsten Umsteigen ist Wien–Dubai–Auckland mit Emirates. Billiger sind Flüge über Tokio oder Bangkok (meist mit weniger Beinfreiheit). CO2-Kompensation ab Wien via climateaustria.at 125,61 €

Nord oder Süd?
Wer Vulkane und Strände liebt, der wird auf der Nordinsel voll auf seine Kosten kommen. Dazu gibt es hier eine der lebenswertesten Städte der Welt (Auckland). Auf der Südinsel hingegen gibt es viel mehr Nationalparks, Natur und Wanderungen, dazu auch Skigebiete. Und die Tierwelt (Pinguine, Robben, Wale) ist atemberaubend. Die lustigen Kiwi-Vögel sind nachtaktiv und nur schwer in der Natur zu finden

Info: newzealand.com/de

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