Wissen
09.03.2018

Von kalt auf warm: Was bei der Umstellung hilft

Der rasante Anstieg der Temperaturen belastet den Körper. Das empfehlen Experten.

Schneegestöber und Minusgrade am Dienstag, bis zu 20 Grad plus am Wochenende: Auch wenn die Freude über wärmere Temperaturen überwiegt, derartige Wetterschwankungen verlangen dem Organismus einiges ab. Besonders bereits Geschwächten oder chronisch Kranken kann der rasante Wetterwechsel zu schaffen machen.

Kritischer Monat März

Der März ist dafür ein besonders kritischer Monat, sagt der Physiologe Wolfgang Marktl. Der Körper ist ohnehin mit den typischen jahreszeitlichen Umstellungsschwierigkeiten auf den Frühling beschäftigt. "Wenn sich das wie jetzt mit einem starken Klimawechsel überlagert, ist das anstrengend, da sich auch die Organregulation anpassen muss. Im Körperinneren wird immer eine Temperatur zwischen 35 und 38 Grad aufrechterhalten."

Wetterfühligkeit

Daraus resultierende Beschwerden bezeichnet man oft als Wetterfühligkeit. Diese wird zwar oft belächelt, aber es gibt sie tatsächlich und sie wird unter Betroffenen unterschiedlich wahrgenommen. Laut einer Studie klagen bis zu ein Drittel der Österreicher (ca. 2,5 Mio.) über körperliche Probleme wie Kopfschmerzen, Schwindel, Abgeschlagenheit oder Gelenksschmerzen. Das Phänomen belegen zahlreiche Untersuchungen.

Daran hat zum Teil auch unser Lebensraum Anteil, sagt Rainer Kaltenberger von der Klima-Abteilung der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). "Wir leben nun einmal in gemäßigtem Klima. Da kämpfen immer wieder kalte und warme Luftmassen miteinander." In den Tropen mit ihren einheitlichen Temperaturverläufen kenne man diese Beschwerden nicht. Dort würde das ungewohnte, feucht-heiße Klima freilich uns Mitteleuropäer dennoch belasten. Abnormal sind Wetterwechsel wie zuletzt allerdings nicht: "Heuer war die Kältewelle spät, aber sie ist nicht ungewöhnlich."

Tipps zur Umstellung

Dem Körper ist es einerlei, zu welcher Jahreszeit er unter Anpassungsschwierigkeiten leidet. Experten gehen davon aus, dass Wettereinflüsse bereits bestehende Schwachstellen des Körpers angreifen und zusätzlich schwächen. "Bei jüngeren, gesunden Menschen treten seltener Probleme auf. Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Ältere sollten jetzt bei aller Freude über den Frühling nichts übertreiben und Aktivitäten im Freien langsam angehen", empfiehlt Marktl.

Wechselbäder

Er rät generell zu prophylaktischen Maßnahmen mit Wärme- und Kältereizen. "Regelmäßige Saunagänge bewähren sich, man sollte das den ganzen Winter hindurch machen." Um den Organismus an die neue Jahreszeit zu gewöhnen, sind Wechselduschen oder Kneippen empfehlenswert.

Müdigkeit

Wer sich jetzt besonders müde fühlt, weil nach dem langen Winter die Nährstoffspeicher – Stichwort "Sonnenvitamin D" – geleert sind, kann sich mit moderater Bewegung wieder auf Trab bringen. "Und dem natürlichen Schlafbedürfnis kann man durchaus nachgeben, wenn man das Gefühl hat, jetzt mehr zu brauchen."

Auch bei Stress sollte man auf den Körper hören: "Der Organismus ist ohnehin durch den Jahreszeitenwechsel schon gestresst."

Pollenflug

Auf Pollenallergiker wartet mit dem Temperaturanstieg noch eine weitere Belastung, betont der Pollenwarndienst. "Temperaturen um die 10 Grad haben den Pollenflug von Hasel und Erle angekurbelt." Für Hasel- und Erlen-Allergiker heißt das: Waldränder und Augebiete sollten gemieden werden.