Wissen und Gesundheit
07.02.2017

Verhütungsspritze: Erfolg bei männlichen Affen

Rhesusaffen sind sehr fruchtbar - aber nur ohne Gel in den Samenleitern. © Bild: /Kathy West/ CNPRC

Ein Gel im Samenleiter stoppt die Spermien - nach zwei Studien an Kaninchen und Affen sind auch Untersuchungen am Menschen geplant.

Abgesehen von Kondom und Vasektomie (Durchtrennung der Samenleiter) zeichnet sich jetzt möglicherweise eine weitere Verhütungsmethode für den Mann ab – und das ohne Eingriff in den Hormonhaushalt: Ein Gel, das mit einer Spritze in die Samenleiter injiziert wird, versperrt den Spermien den Weg Richtung Harnröhre. Eine Studie an Rhesusaffen verlief erfolgreich, berichtet jetzt die Parsemus Foundation., eine Non-Profit-Organisation in Berkely, Kalifornien.

Viele Zoos mit Zuchtprogrammen haben Probleme, die Bestände effektiv zu kontrollieren – Vasektomie war bisher eine der wenigen Möglichkeiten. In einer Studie des kalifornischen Primatenforschungszentrums im Auftrag der Parsemus Foundation wurde 16 Affen das „Vasalgel“ in die Samenleiter injiziert. Der Eingriff kann durch die Injektion einer anderen Substanz rückgängig gemacht werden - dadurch wird das Gel verflüssigt und ausgeschwemmt.

Alle Affen wurden über eine Saison hinweg beobachtet, sieben Tiere waren zwei Jahre durchgehend mit weiblichen Tieren in einer Gruppe. Es kam zu keiner einzigen Schwangerschaft und nur zu geringfügigen Nebenwirkungen. Einmal wurde das Gel nicht richtig platziert, einmal bildete sich Spermagranulom, eine knotige, harte Veränderung im Samenstrang, die durch den Austritt von Sperma in das umliegende Gewebe entsteht.

Insgesamt aber waren die Nebenwirkungen gering und mit jenen einer Vasektomie vergleichbar. Die behandelten Tiere konnten kurz nach der Injektion zu ihrer Gruppe zurückkehren, Sozial- und Paarungsverhalten waren nicht beeinträchtigt. Die Wirkung des Gels soll mehrere Jahre anhalten.

Erfolg bei allen Affen

"Wir waren beeindruckt, dass diese alternative Verhütungsmethode bei allen Affen funktioniert hat, obwohl es sich um die erste Anwendung handelte", sagt Angela Colagross-Schouten, leitende Tierärztin in dem Projekt .

Bereits im Vorjahr wurde eine Studie mit Kaninchen veröffentlicht: Bei elf von zwölf Kaninchen konnte nach Anwendung des Gels kein Sperma im Ejakulat nachgewiesen werden. Jetzt ist eine Studie am Menschen geplant.

Laut US-Untersuchungen vertrauen setzen 20 Prozent der Paare bei der Verhütung ausschließlich auf Kondome und Vasektomie.

Die Parsemus-Foundation unterstützt Studien in Bereichen, die sonst wenig finanzielle Förderung erhalten. Im Verhütungsbereich werden von Pharmafirmen viele Untersuchungen mit hormonell wirksamen Substanzen gefördert. Alternative Methoden wie dieses Gel werden hingegen aus Sicht der Stiftung vernachlässigt.

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