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Wissen und Gesundheit
06/10/2015

Können Katzen Schizophrenie auslösen?

Ein Parasit, den Katzen in sich tragen, könnte eine Rolle beim Entstehen psychischer Krankheiten spielen.

Katzen regieren nicht nur das Internet und sind ein beliebtes Haustier – eine aktuelle Studie zeigt, dass sie möglicherweise eine Rolle beim Entstehen psychiatrischer Erkrankungen spielen. Die Tiere können Träger von Toxoplasma gondii sein, einem Parasiten, der beim Menschen Toxoplasmose auslösen kann. Ein gesunder Erwachsener bemerkt die Infektion normalerweise nicht. In seltenen Fällen kommt es zu Lymphknotenschwellungen, Gelenks- und Muskelschmerzen, aber auch zu grippeähnlichen Beschwerden.

Der Erreger der Toxoplasmose ist weltweit verbreitet und kann viele Wirbeltiere sowie den Menschen befallen. Rohes Fleisch und die Eier der Parasiten in Katzenkot gelten als vermeidbare Infektionsquellen. Auch kontaminiertes Erdreich zählt dazu. Bei Menschen mit einer Schwächung des Immunsystems kann die Infektion allerdings zu lebensbedrohlichen Krankheitsbildern führen. Problematisch ist Toxoplasmose vor allem bei Schwangeren, da der Erreger auf das ungeborene Kind übergehen und schwere Schäden verursachen kann. Auch bei beeinträchtigtem Immunsystem kann die Infektion zu Symptomen führen.

Schizophrenie und Depression

Eine aktuelle Untersuchung zeigt nun, dass ein Zusammenhang zwischen dem von Katzen übertragenen Parasit und psychiatrischen Erkrankungen wie Schizophrenie und Depression bestehen könnte. Forscher der Johns Hopkins University School of Medicine stellten fest, dass Kinder, die mit Katzen aufwuchsen, später signifikant häufiger ernste psychische Krankheiten entwickelten. Auch eine andere Studie, veröffentlicht im Fachjournal Acta psychiatrica Scandinavica, die mehrere Untersuchungen analysierte, fand einen Zusammenhang: Die Metastudie zeigt, dass eine Person, die den Parasiten Toxoplasma gondii in sich trägt, eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit hat, Schizophrenie zu entwickeln.

Die Studienautoren raten Eltern, Katzen nur in der Wohnung laufen zu lassen und etwaige Sandkisten im Garten zu bedecken, wenn sie nicht benutzt werden, um eine Übertragung mittels Katzenkot zu verhindern.