Hunde gähnen, um Stress abzubauen.

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Welttierschutztag
09/30/2019

Tiercoach: Wie sich Hund, Katze & Co mitteilen

Am 4. Oktober ist Welttierschutztag - zu Ehren von Franz von Assisi, der mit den Tieren sprach. Auch Haustiere kommunizieren.

von Hedwig Derka

Vögel zwitschern nicht einfach vor sich hin. Sie kombinieren Laute ohne Informationsgehalt zu Wörtern mit Bedeutung. Das haben Forscher an der Uni Zürich kürzlich für den australischen Rotscheitelsäbler nachgewiesen.

Papageien können wie Menschen sprechen

„Bei Papageien ist die Lautsprache besonders krass, vor allem, wenn sie wie Menschen reden können“, sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach erklärt zum Welttierschutztag, über welche Kanäle Tiere kommunizieren – mit Artgenossen und mit ihren Besitzern. Schließlich soll sich auch der Patron der Tiere, zu dessen Ehren der Welttierschutztag auf den 4. Oktober fällt, artfremd unterhalten haben.

Franz von Assisi sprach mit den Vögeln

1931 wurde beim Internationalen Tierschutzkongress von Florenz der 4. Oktober als internationaler Welttierschutztag festgelegt. Es ist der Namenstag des Heiligen Franz von Assisi (1181 – 1226). Der Legende nach tauschte sich der italienische Mönch und Ordensgründer mit den Tieren aus. Als der Asket zu seinen „Brüdern“ predigte, „begannen die Vögel, in wunderbarer Weise ihre Freude bezeugend, die Hälse zu recken, die Flügel auszubreiten, die Schnäbel zu öffnen und aufmerksam auf ihn zu schauen.“

Lautsprache

„Wer seinen Liebling richtig versteht, kann ihn eher artgerecht halten“, sagt Reitl. Hunde und Katzen sprechen deutlich hörbar. Die einen bellen, kläffen, winseln und knurren z.B.; die andern miauen, fauchen schreien und schnurren. Meerschweinchen wiederum quieken oder gurren. Unterschiedliche Tonlagen und Melodien machen Sinn. Kaninchen sind eher wortkarg.

Körpersprache

„Informativer ist bei Tieren die nonverbale Kommunikation“, sagt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Gerade Hunde und Katzen setzen ihren ganzen Körper ein, um sich auszudrücken. Die einen gähnen etwa, um zu beschwichtigen; die anderen legen die Ohren an, wenn sie genervt sind. Wer die Signale zu deuten weiß, kann Konflikte vermeiden.

Duftsprache

„Tiere teilen sich auch stark über eine Duftsprache mit. Der Mensch kann diese olfaktorischen Signale allerdings selten riechen“, sagt die Expertin. Hunde und Katzen markieren ihr Revier mit dem Harn, auch Kaninchen verspritzen Botschaften. Die Mitteilungen sind für Artgenossen gedacht.

Richtig übersetzen

„Die Sprache der Tiere setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen“, sagt Zoodoc Reitl: „Wer heraus finden will, was sein Liebling sagt, muss alle gleichermaßen berücksichtigen.“

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