Chip und Antenne sind etwa so groß wie ein Reiskorn.

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Wissen
04/29/2019

Tiercoach: Kleine Technik, großer Nutzen. Was das Chippen bringt

Kennzeichnung. Die Identität lässt sich mit der elektronischen Markierung eindeutig feststellen.

von Hedwig Derka

Der Schmerz der Besitzer über den Verlust war groß, die Wiedersehensfreude umso größer. „Wir hatten einmal einen Fall, da war die Katze fünf Jahre lang verschwunden“, erzählt Kathi Reitl aus der Praxis. Der Zoodoc in der Ordination Tiergarten Schönbrunn weiß, wie wichtig die elektronische Markierung von Haustieren ist – rund ums Jahr; insbesondere, wenn die Vierbeiner viel unterwegs sind und wenn Fenster und Türen öfter offen stehen. Bei Hunden ist das Chippen seit 2010 Pflicht, für Katzen klar empfohlen. Der KURIER-Tiercoach erklärt, warum.

Chip für Hunde verpflichtend

„Jeder Hund ab dem dritten Lebensmonat muss eindeutig gekennzeichnet sein – wegen der Impfvorschriften in der EU und wegen der Hundesteuer“, sagt Reitl. Der Mikrochip mit der individuellen Nummer steckt – wie die Antenne – in einer gewebeverträglichen Glas- bzw. Plastikhülle. Die Reiskorn-kleine Technik wird über eine Hohlnadel auf der linken Halsseite unter die Haut gebracht. Der Eingriff ist nicht schmerzhafter als eine Impfung, der Chip beeinträchtigt den Träger später in keiner Weise. Im Ernstfall kann ein Lesegerät in Halsnähe gehalten die Informationen problemlos erfassen. Die ersten drei Ziffern des fix gespeicherten Codes geben das Land an, die übrigen zwölf Ziffern werden weltweit nur einmal vergeben und identifizieren den Vierbeiner.

Chip für Katzen empfohlen

„Es wurde schon diskutiert, das Chippen auch für Katzen ins Tierschutzgesetz aufzunehmen“, sagt die Expertin. Doch derzeit erfolgt die technische Kennzeichnung von Freigängern wie Wohnungskatzen noch auf freiwilliger Basis. Ein Problem. Gerade am Land werden ständig Vermisste gesucht. Katzen laufen weit, manche ziehen selbstständig um. Es kann auch zu Verwechslungen kommen.

Nach dem Chippen: Registrieren

„Es passiert leider immer wieder, dass Katzen zwar gechippt, aber dann nicht registriert werden“, sagt Reitl. Nur der Eintrag in eine Datenbank macht die Besitzverhältnisse klar. Jeder Chip-Hersteller hat seine Meldelisten, die Anbieter sind teilweise vernetzt – auch international. Die Kosten für die Registrierung: etwa 25 Euro.

Steuert auch die Katzenklappe

Bei Katzen hat der Chip einen weiteren Vorteil: Eingangsklappen und Futterautomaten lassen sich mit dem Transponder steuern. Der KURIER-Tiercoach fasst zusammen: „Auch wenn das Chippen vom Gesetz her nicht vorgeschrieben ist – es ist kein Aufwand, hat aber einen hohen Nutzen.“

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