Gras hilft Katzen, Gewölle hochzuwürgen.

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Wissen
05/27/2019

Tiercoach: Was Katzen zum Erbrechen bringt

Brechreiz kann harmlos sein. Hört er nicht auf, muss das Haustier dringend zum Arzt.

von Hedwig Derka

Hunde fressen beim Spaziergang oft, was ihnen vor die Schnauze kommt. Sie verderben sich dabei den Magen, erbrechen und erholen sich rasch wieder.

„Bei Katzen ist das selten so einfach. Sie erbrechen aus diversesten Gründen; die können harmlos bis böse sein“, sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach beschreibt die häufigsten Ursachen für die Entleerung des Magens über das Maul und erklärt, wie die Patienten richtig versorgt werden.

Kleine Magenverstimmung

„Erbricht die Katze ein bis zwei Mal in 14 Tagen und ist kein stinkendes Futter dabei, ist das in der Regel unproblematisch“, sagt Reitl. Katzen kurieren damit – so wie Hunde – kleine Magenverstimmungen. Auch wenn die Vierbeiner absichtlich Haare mit etwas Gallenflüssigkeit und Schaum hochwürgen, besteht kein Grund zur Sorge. Gerade in Zeiten des Fellwechsels muss das Gewölle öfter auf diesem Weg ausgeschieden werden. Das erste Gras erhöht die Frequenz des natürlichen Reinigungsprozesses. Gelangen zu viele Haare in den Verdauungstrakt, können sie zu gefährlichen Verstopfungen führen.

Kreislauf gerät schnell in die Krise

„Abnormal ist, wenn die Katze drei bis vier Mal pro Tag erbricht oder deutliche Mengen Blut dabei sind“, sagt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Hört der Brechreiz nicht auf, ist der Veterinärmediziner gefragt. Er kontrolliert den Kreislauf, die Schleimhäute und tastet den Bauch ab. Vor allem bei sehr jungen bzw. alten Katzen gerät der Kreislauf schnell in die Krise, im schlimmsten Fall nimmt die Niere Schaden. Weitere Untersuchungen – wie Bluttest oder Ultraschall – können notwendig sein.

Niere als Verursacher

Die Niere selbst kann ebenfalls für ein chronisches Erbrechen verantwortlich sein. Funktioniert das Organ nicht einwandfrei, werden Giftstoffe über die Maulschleimhaut ausgeschieden. Katzen finden den üblen Geschmack zum Kotzen.

Weitere Auslöser

„Erbrechen kann eine Pankreatitis anzeigen“, zählt der Zoodoc weiter auf. Die Reizung der Bauchspeicheldrüse zieht mitunter Leber und Darm in Mitleidenschaft. Nur eine rasche, intensive Therapie hilft. Reitl nennt noch einen Grund: „Es ist nicht der Klassiker, aber nicht zuletzt können Viren ein Erbrechen auslösen.“

Tierarzt

Der KURIER-Tiercoach fasst zusammen: „Katzen, die sehr häufig oder regelmäßig über einen längeren Zeitraum erbrechen, müssen zum Tierarzt. Die Prognose für die Patienten lässt sich nicht pauschalisieren.“

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