Flüssiger Stuhl ist mitunter mehr lästig als gefährlich.

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Wissen
08/12/2019

Tiercoach: Nicht jeder Durchfall beim Hund ist ein Notfall

Ohne weitere Symptome kann der Vierbeiner mit Hausmitteln behandelt werden. Die Ursachen können vielfältig sein.

von Hedwig Derka

Häufig bringt ein Ortswechsel wie im Urlaub die Verdauung aus dem Gleichgewicht, oft schlägt eine Futterumstellung wie auf Reisen auf den Magen. Hin und wieder verursacht ein verdorbenes Fundstück Durchfall, manchmal ist es ein Leckerli zu viel – Ferienzeit ist Verwöhnzeit.

„Nicht jeder Durchfall ist ein Notfall“, sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach erklärt, wie der flüssige Stuhl mit Hausmitteln behandelt werden kann und wann der Patient veterinärmedizinisch versorgt werden muss.

Leichte Verstimmung bis schwere Krankheit

Durchfall kann unterschiedliche Auslöser haben. „Sie reichen von einer leichten Verstimmung ohne weitere Symptome bis zu einer schweren Krankheit“, sagt Reitl. Ist der Hund nicht appetitlos und schlapp, besteht zunächst kein Grund zur Sorge. Zwei bis drei Mal Kotabsetzen pro Tag liegt im Rahmen. Auch eine flüssige Konsistenz darf sein. Scheidet der Vierbeiner aber nur noch blutig-schleimigen Stuhl aus, ist der Tierarzt gefragt. Professionelle Hilfe brauchen Patienten außerdem, wenn das Gassigehen mit Schmerzen verbunden ist. Hecheln und Pressen zeigen Bauchweh und Unwohlsein an. Kommen mehrere Symptome zusammen, muss eine fundierte Diagnose gestellt und eine entsprechende Therapie eingeleitet werden.

Diät und Wasser

„Leidet der Hund nur unter einem weichen Stuhl, kann man ihm den Stress beim Tierarzt ersparen“, sagt der Zoodoc aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Der Halter übernimmt die Behandlung – und setzt den Patienten auf Diät. Reis und auch Haferschleim wirken beruhigend, weißes Fleisch, z. B. gekochtes Huhn, ist leicht verdaulich. Leckerlis wie Schweinsohren dagegen sind gestrichen, auch Speisereste dürfen nicht gefüttert werden. Der Flüssigkeitshaushalt muss ins Gleichgewicht, der Hund viel trinken.

Medikamentöse Unterstützung

„Super Hausmittel sind Aktivkohletabletten. Die richtige Dosierung bespricht man bei einem Routinetermin mit dem Tierarzt“, sagt die Expertin. Bei Bedarf ist dann schon alles geklärt. Auch pflanzliche Arzneimittel, die Tannine (Gerbstoffe) enthalten, helfen gut, sie machen die Darmschleimhaut undurchlässiger. Nicht zuletzt tun Milchsäurebakterien dem Verdauungsapparat gut.

Abwarten

Der KURIER-Tiercoach schließt: „Ein Durchfall, der ein bis drei Tage dauert, ist unkompliziert. Da braucht es definitiv keine Antibiotika. Da kann man abwarten.“

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